Nervenzentrum oder Nervenbündel in der Öffentlichen Verwaltung?

Wege zum einfacheren Datenbank-Management

| Autor / Redakteur: Joe Kim / Ludger Schmitz

(Bild: Dagmar Zechel / pixelio.de)

Datenbank-Administratoren stehen im Zentrum der IT, sind aber um ihr Arbeitspensum nicht zu beneiden. Vier grundlegende Tipps könnten ihnen die Aufgaben erleichtern, vor allem in Behörden, erklärt Joe Kim*.

Der Zuständigkeitsbereich von Datenbank-Administratoren (DBAs) in Behörden reicht heutzutage von traditionellen Systemen bis hin zu einer Vielzahl von cloudbasierten und lokalen Lösungen. Dass es schwierig sein kann, diese immer komplexeren Datenbank-Umgebungen in den Griff zu bekommen, liegt auf der Hand.

Ein sensibler Aufgabenbereich

Datenbank-Administratoren sind mit dem zentralen Nervensystem des menschlichen Körpers vergleichbar – sie sind für die Weiterleitung von Informationen in der gesamten Behörde zuständig. Das ist eine große Verantwortung. Hinzu kommt, dass das Datenvolumen rasant ansteigt und es auch weiterhin Bedenken im Zusammenhang mit der Sicherheit, der Effizienz und den Kosten geben wird.

Ein immenses Arbeitspensum für einen achtstündigen Arbeitstag. Glücklicherweise gibt es ein paar Möglichkeiten, wie Datenbank-Administratoren diese Probleme und die Schwierigkeiten beim Datenbank-Management eindämmen können.

1. Alles sollte abgestimmt sein

Zur Optimierung der Abläufe muss unbedingt sichergestellt werden, dass für alle Datenbanken gemeinsame Ziele, Metriken und Service-Level-Agreements (SLAs) gelten. Diese Ziele sollten auf akzeptablen Antwortzeiten von Anwendungen basieren, die in Abhängigkeit von den jeweiligen Anforderungen der Behörde oder des Auftrags variieren können. Eine Antwortzeit von drei Sekunden mag für die eine Behörde akzeptabel sein, während für eine andere Institution eine Antwortzeit von maximal zwei Sekunden erforderlich ist.

Die entsprechenden Antwortzeiten für die verschiedenen Datenbank-Anwendungen sollten gemeinsam mit dem Management bestimmt und anschließend die geeigneten Lösungen implementiert werden. Die Auswahl der richtigen Lösung ist von entscheidender Bedeutung, da die Datenbank in der Regel die Grundlage für die Anwendungsbereitstellung innerhalb der Behörde darstellt. Wenn die Anwendungen keine entsprechende Antwortzeit aufweisen, erfüllen die Datenbanken ihre Aufgabe nicht. Dies könnte wiederum erhebliche Auswirkungen auf die Produktivität und die Betriebszeit haben und die Erfüllung der öffentlichen Aufgaben der Behörde gefährden.

2. Sorgfältige Dokumentation der Abläufe

Um alle im Netzwerk übertragenen Daten im Auge zu behalten und dafür zu sorgen, dass sie sicher sind, sollte der Datenbank-Administrator ein Dokumentationssystem einrichten. Beginnend mit dem Dokumentieren einheitlicher Prozesse für die Datenbank-Sicherung und -Wiederherstellung, der Datenverschlüsselung (sowohl für nicht verwendete Daten als auch für Daten bei der Übertragung) und der Erkennung von Anomalien und potenziellen Sicherheitsbedrohungen.

Für die automatisierte Protokoll- und Ereignisverwaltung sollten Tools implementiert werden. Diese geben Warnungen aus, wenn sie verdächtige Aktivitäten bei den Protokolldaten feststellen. Auf diese Weise sollten Administratoren in der Lage sein, potenzielle Sicherheitsvorfälle festzustellen und rechtzeitig darauf zu reagieren – bevor Behördendaten in Mitleidenschaft gezogen und offengelegt werden. In vielen Fällen sollten sie auch remote in der Lage sein, bestimmte Geräte am Zugriff auf Daten zu hindern (zum Beispiel USB-Geräte) und verdächtige Anwendungen automatisch außer Gefecht zu setzen.

3. Vorausschauende Planung senkt Workload-Kosten

Es gibt zahllose Artikel zur Umstellung auf die Cloud, so dass man den Wald vor lauter Bäumen nicht mehr sieht. Bei diesem Thema gibt es jedoch einige Punkte zu beachten.

Vor der Umstellung sollten IT-Teams zunächst sorgfältig eine Strategie ausarbeiten und Richtlinien aufstellen. Die Bereitstellung muss auf einer zertifizierten Plattform erfolgen und der Vorgang muss komplett durchgeplant sein, um für eine reibungslose Umstellung zu sorgen und Leistungsbeeinträchtigungen oder unnötige Ausfallzeiten zu vermeiden.

Zweitens sollten sie Cloud-Lösungen mit niedrigen Lizenzierungskosten oder Open-Source-Software, die häufig kostengünstiger als patentrechtlich geschützte Technologie ist, in Erwägung ziehen. Das Ziel eines Datenbank-Administrators besteht nicht nur darin, den Kollegen einen besseren, schnelleren und sichereren Datenzugriff zu ermöglichen, sondern auch für die Behörde Geld einzusparen.

4. Eine nüchterne Betrachtung der Dinge

Niemand behauptet, dass die Datenbank-Administration eine einfache Aufgabe ist. Daten in Regierungsbehörden sind ein knallhartes Geschäft. Es kann aber auch eine unglaublich lohnenswerte Erfahrung sein. Datenbank-Administratoren stehen in der Behörde im Zentrum des Geschehens. Sie bestimmen, wohin die Informationen übertragen werden und ob kritische Anwendungen ordnungsgemäß funktionieren und im Prinzip wie effektiv die Behörde ihren Auftrag erfüllt.

Datenbank-Administratoren sollten, anstatt das Nervenzentrum des Behördenbetriebs darzustellen, vielmehr im Zentrum des Geschehens stehen. Ihre Rolle ist extrem komplex. Durch ein paar einfache Anpassungen lässt sich diese Komplexität jedoch reduzieren. Und es kann dafür gesorgt werden, dass Informationen problemlos fließen und bei den wichtigen Abläufen innerhalb der Behörde keine Schwierigkeiten auftreten.

* Joe Kim ist Senior Vice President und Global Chief Technology Officer bei SolarWinds.

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