Laufleistung überwachen und verbessern

Was ist Performance Monitoring?

| Autor / Redakteur: Otto Geißler / Ulrike Ostler

Ein proaktives Performance Monitoring hält die Geschäftsprozesse stets verfügbar und performant.
Ein proaktives Performance Monitoring hält die Geschäftsprozesse stets verfügbar und performant. (Bild: © djama - stock.adob.com)

Unter Performance Monitoring versteht man das Erfassen, Aufzeichnen, Analysieren und Überwachen des Laufzeitverhaltens von IT-Komponenten wie beispielsweise Hard- und Software, Dienste oder Systemprozesse.

Ein funktionierendes und effektives Performance Monitoring liefert relevante Daten, um unternehmenskritische Systeme langfristig hochverfügbar zu halten. Das heißt: Fehlerquellen werden möglichst früh identifiziert sowie beseitigt, so dass der laufende Betrieb nicht beeinträchtigt werden kann.

Jeder IT-Experte weiß aber, dass die Arbeit mit der Implementierung eines Performance-Monitoring-Tools noch lange nicht beendet ist. Denn erst in der Folgezeit stellt sich heraus, welche Funktionen oder Parameter noch verfeinert werden müssen. Somit unterliegt das Performance Monitoring einem kontinuierlichen Entwicklungsprozess, um es an die jeweiligen Anforderungen optimal anzupassen.

Erhöhte Risiken von Systemausfällen

Die Anforderungen an ein Performance Monitoring haben sich in den vergangenen Jahren allerdings geändert. Eine zunehmende Virtualisierung von IT-Systemen verbesserte die Flexibilität und trägt wesentlich zu Kostensenkungen bei. Gleichzeitig hat sich die Komplexität der Systeme erhöht. Somit sind insgesamt die Anforderungen und Risiken in einem Always-On-Business gestiegen.

So gestaltet sich bei drohenden Systemausfällen auch die Eingrenzung der Ursachen als zeitaufwendig und teilweise schwierig. Zusätzlich sind verschiedene Compliance-Regelungen zu berücksichtigen.

Auf diese Weise erhöht sich der Druck auf die IT-Verantwortlichen im Rechenzentrum, wenn fieberhaft nach einer Ursache und Lösung gesucht wird. Auch will das Telefon nicht mehr still stehen, weil sich immer mehr Anwender über das langsame System oder eine nicht mehr aktive Anwendung beschweren. Nach einer Studie von Gartner soll jede Minute, die ein Netzwerk ungeplant ausfällt, ein Unternehmen rund 5.600 Dollar kosten.

Proaktives Performance Monitoring

Damit die Geschäftsprozesse stets verfügbar und performant bleiben, muss ein proaktives Performance Monitoring die IT-Systeme mit ihren Geräten, Diensten, Ressourcen und externen Einflüssen kontinuierlich überwachen. Denn ein Unternehmen ohne Monitoring entspricht in der Regel nicht mehr den aktuellen Business-Anforderungen.

Bei der Entscheidung für einen Performance Monitor empfiehlt sich eine profunde Analyse. Die nachfolgende Checkliste stellt ein paar wesentliche Kriterien heraus:

  • Werden alle relevanten IT-Komponenten von dem Performance Monitoring-Tool erfasst? Dazu sollten unter anderem Datacenter-Infrastrukturen, Hardware, Netzwerk-Komponenten, Hypervisoren, SANs, Unified Messaging Applikationen gehören.
  • Kann das Performance-Monitoring-Tool im Notfall unterscheiden, ob es sich um ein Netzwerk-, Applikations- oder Virtualisierungsschichten-Problem handelt? Denn nur so können Störungen schnell und gezielt an Spezialisten und Support-Gruppen zugewiesen werden.
  • Ist der Monitor in der Lage, die von Anwendern angezeigten Performance-Probleme umgehend irgendwelchen Komponenten oder Virtualisierungsschichten zuzuordnen?
  • Überwacht das Performance-Monitoring-Tool die öffentlichen Webseiten auf Antwortzeiten sowie den korrekten Inhalt?
  • Kann ein Monitor aus der Benutzerperspektive für bereitgestellte IT-Services (End-to-End-Monitoring) durchgeführt werden?
  • Verfügt der Performance Monitor über Dashboards, um eine schnelle Übersicht zu den wichtigsten Applikationsparametern zu erhalten? Diese könnten zum Beispiel sein: Freie Datenbank- und Datenbank-Log-Speicher, Concurrent-User-Requests, Performance bei Datenbank-Festplatten-Zugriffen beziehungsweise Datenbanktransaktionen.
  • Überwacht das Monitoring-Tool auch im Falle von Virtualisierung und den Einsatz unterschiedlicher Hypervisoren die entsprechenden Performance- und Verfügbarkeits-Parameter?
  • Gibt es ein gesondertes Reporting für die Service-Verfügbarkeit?
  • Wurde die Performance-Monitoring-Lösung in den vergangenen zwei Jahren auch extern analysiert?

Kann ein Unternehmen einen Großteil dieser Fragen nicht mit „Ja“ beantworten, empfiehlt sich eine (externe) Analyse. Auf diese Weise kann die Serviceverfügbarkeit des Rechenzentrums über ein effektiveres Performance Monitoring optimiert werden.

Stolperfallen bei der Einführung

Für die Implementierung eines Performance Monitors müssen die Anforderungen der einzelnen Abteilungen identifiziert und mit dem Management die zu überwachenden Prozesse definiert werden. Dafür eignet sich nachfolgende Checkliste:

  • Festlegung aller Anforderungen und Zielsetzungen in einem Lastenheft.
  • Monitoring als flexible Gesamtlösung. Einbindung von verschiedenen Inseln in eine neue Monitoring-Gesamtlösung.
  • Einhaltung der gesetzlichen Regelwerke. Die daraus gewonnen Reports bilden wiederum eine solide Basis für Audits und Zertifizierungen.
  • Erarbeitung einer detaillierten Projektplanung.
  • Ein „Proof of Concept“ (POC) soll die Durchführbarkeit des Monitoring-Projektes in der Praxis testen.
  • Das Monitoring-System erzeugt automatisiert einen Konfigurations-Report.
  • Das IT-Eskalations-Management benachrichtigt in verschiedenen Stufen über Veränderungen oder Störfälle.
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