Wie sich die wichtigsten RZ-Kennzahlen ermitteln und verbessern lassen

Von PUE und DCiE bis C02 - Die Kennzahlen im Rechenzentrum

03.08.2011 | Autor / Redakteur: Peter Koch / Ulrike Ostler

Peter Koch kennt sich mit Kennzahlen für die energie-effiziente Steuerung des Rechenzentrumsbetriebs aus.
Peter Koch kennt sich mit Kennzahlen für die energie-effiziente Steuerung des Rechenzentrumsbetriebs aus.

Die Effizienzmessung von Rechenzentren anhand von Kennzahlen ist eine relativ junge Disziplin. In vielen Rechenzentren müssen deshalb zuerst die Voraussetzungen geschaffen werden, um die notwendigen Kennzahlen zu erfassen. Auch bezüglich deren Aussagekraft herrscht oftmals Unklarheit, bis jetzt:

Steigender Kostendruck und zunehmende Komplexität stellen erhöhte Anforderungen an den Betrieb von Rechenzentren. Es gibt deshalb seit geraumer Zeit verstärkte Bemühungen, Kennzahlen zur professionellen Bewertung der Effizienz eines Rechenzentrums einzuführen.

Ein Beispiel dafür ist die DCiE (Datacenter Infrastructure Efficiency) zur Beschreibung des Wirkungsgrads. Vor einigen Jahren noch als die Kennzahl schlechthin gepriesen, hat DCiE mittlerweile allerdings erheblich an Bedeutung verloren.

Stattdessen hat sich deren Kehrwert, die so genannte Power Usage Effectiveness (PUE), etabliert. Die PUE beschreibt das Verhältnis des gesamten Stromverbrauchs eines Rechenzentrums zum Energiebedarf der IT-Ausrüstung und ist somit der maßgebliche Indikator zur Beschreibung der Energie-Effizienz.

Sie berechnet sich aus dem Quotienten des gesamten Energieverbrauchs im Verhältnis zum Energieverbrauch der IT-Geräte. Rechenzentrumsbetreiber, die kennzahlenbasierte Systeme zur Leistungsmessung einführen wollen, sollten sich zunächst auf die saubere Erfassung und Optimierung dieses Wertes konzentrieren.

Der Stromverbrauch muss richtig gemessen werden

Voraussetzung zur Einführung eines kennzahlenbasierten Rechenzentrums-Managements anhand von PUE ist eine konsequente und systematische Erfassung des Stromverbrauchs sowie die Auswertung im Jahresrhythmus. Die Betrachtung des Jahresverbrauchs stellt sicher, dass Schwankungen der Außentemperatur oder saisonale Unterschiede in der Auslastung des Rechenzentrums das Ergebnis nicht verzerren.

Für die Erfassung des Stromverbrauchs der IT-Komponenten haben sich intelligente Stromverteilereinheiten, Power Distribution Units (PDUs), bewährt. Diese müssen in der Lage sein, die tatsächliche Stromaufnahme einzelner Geräte auf PDU- und auf Phasenebene zu messen (einschließlich Spannung, Leistung und Blindleistungsfaktor). Zur Erfassung der IT-Last sollte die Messung direkt an den Steckern der IT-Geräte stattfinden.

Intelligente Steckerleisten, wie die von Emerson Network Power (Liebert oder Avocent), messen an der Verbrauchsstelle und erfassen somit auch die Leitungsverluste, die auf dem Weg von Systemen der unterbrechungsfreien Stromversorgung (USV) bis zu den IT-Geräten entstehen. Für eine Ermittlung der Leitungsverluste ist eine zusätzliche Messung direkt nach den Transformatoren, die die Niederspannung erzeugen, notwendig.

weiter mit: Wie sich Stromfresser aufspüren lassen

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