Spacex kurz vor dem Börsengang Vom Raketenbauer zum Betreiber von KI-Infrastruktur im Weltall

Von Paula Breukel 2 min Lesedauer

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Kurz vor dem erwarteten Börsengang konkretisiert Spacex seine Pläne für die Weltraum-KI-Infrastruktur. Vorgesehen sind eine Satellitenflotte für KI-Workloads und eine Chipfabrik.

Der Börsengang von Spacex erfolgt in Kürze und es wird klar, dass Elon Musk es ernst mit den Rechenzentren im Weltall meint – was konkret dahinter steckt.(Bild:  SpaceX F9 booster return /Athena Iluz / CC BY 4.0)
Der Börsengang von Spacex erfolgt in Kürze und es wird klar, dass Elon Musk es ernst mit den Rechenzentren im Weltall meint – was konkret dahinter steckt.
(Bild: SpaceX F9 booster return /Athena Iluz / CC BY 4.0)

Spacex hat neue Details zu seiner langfristigen KI-Infrastrukturstrategie vorgestellt. Im Mittelpunkt stehen sogenannte „AI1“-Satelliten, die Rechenleistung für Anwendungen der Künstlichen Intelligenz (KI) direkt im Weltraum bereitstellen sollen. Die Ankündigung erfolgt wenige Tage vor dem erwarteten Börsengang des Unternehmens.

Nach Angaben von CEO Elon Musk soll langfristig ein Netzwerk von bis zu einer Million Satelliten entstehen. Jeder Satellit soll über eigene Stromversorgung, Kühlsysteme und Laserverbindungen verfügen und KI-Workloads unabhängig von terrestrischen Rechenzentren verarbeiten können.

Rechenleistung soll Stromengpässe umgehen

SpaceX begründet den Ansatz mit den wachsenden Energieanforderungen moderner KI-Modelle. Der Zugang zu ausreichend Strom und Kühlkapazität entwickelt sich zunehmend zum Engpass für neue Rechenzentren. Die Satelliten sollen deshalb Solarenergie direkt im All nutzen und damit unabhängig von Stromnetzen arbeiten.

Laut den veröffentlichten Entwürfen erreicht ein AI1-Satellit eine durchschnittliche Leistungsaufnahme von 120 Kilowatt (kW). Die Energieversorgung übernehmen ausklappbare Solarmodule mit einer Spannweite von rund 70 Metern. Für die Wärmeabfuhr sind großflächige Radiatoren vorgesehen.

Produktionsstandort in Texas wird ausgebaut

Parallel zur Satellitenentwicklung plant Spacex den Ausbau seiner Fertigungskapazitäten in Bastrop im US-Bundesstaat Texas. Dort soll eine Produktionsstätte für großformatige Solarmodule und KI-Satelliten entstehen.

Der Produktionsstart ist für Ende 2027 vorgesehen. Nach Unternehmensangaben soll die Anlage jährlich mehr als 1.000 Satelliten fertigen können. Damit würde erstmals eine industrielle Serienproduktion für weltraumgestützte KI-Infrastruktur entstehen.

Terafab soll KI-Chips im Gigawatt-Maßstab liefern

Zusätzlich kündigte Musk eine neue Chipfabrik mit dem Namen „Terafab“ an. Das Gemeinschaftsprojekt von Spacex, Tesla und Xai soll jährlich zwischen 100 und 200 Milliarden KI-Chips im 2-Nanometer-Verfahren produzieren.

Die erste Ausbaustufe erfordert Investitionen von rund 55 Milliarden US-Dollar. Langfristig könnten die Gesamtkosten laut Unternehmensangaben auf bis zu 119 Milliarden US-Dollar steigen. Die geplante Rechenleistung soll perspektivisch die Größenordnung von einem Terawatt erreichen.

Google als möglicher Kunde der Kapazitäten

Für zusätzliche Aufmerksamkeit sorgt ein Bericht über einen mehrjährigen Vertrag zwischen Google und Spacex. Demnach soll Google ab Oktober auf KI-Rechenkapazitäten von Spacex zugreifen. Eine offizielle Verbindung zwischen diesem Vertrag und den vorgestellten Satellitenplänen gibt es bislang nicht.

Unabhängig davon wird es jetzt konkret: Das Vorhaben der Weltallrechenzentren geht in die Produktion!

Spacex und der Rekord-Börsengang:

Spacex will beim geplanten Börsengang rund 75 Milliarden Dollar einnehmen und strebt eine Unternehmensbewertung von etwa 1,77 Billionen Dollar an. Damit wäre es einer der größten Börsengänge der Wirtschaftsgeschichte.

2025 erzielte das Unternehmen einen Umsatz von 18,7 Milliarden Dollar, verbuchte jedoch einen Nettoverlust von knapp 5 Milliarden Dollar. Anleger setzen damit vor allem auf das künftige Wachstum von Starlink und KI-Infrastrukturprojekten.

Kurz vor dem Börsengang kündigt das Unternehmen milliardenschwere Infrastrukturprojekte an. Geplant sind eine Chipfabrik mit Investitionen von bis zu 119 Milliarden US-Dollar, eine jährliche Produktion von bis zu 200 Milliarden KI-Chips sowie eine Satellitenflotte für weltraumgestützte KI-Rechenleistung. Die erste Ausbaustufe soll ab 2027 eine Rechenleistung im Gigawatt-Maßstab bereitstellen.

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