Grundsteinlegung für Riesen-Datacenter

Telekom investiert in neues Cloud-Rechenzentrum

| Redakteur: Ulrike Ostler

"Ich bin der James Bond der T-Systems", sagt Manuel Mair, Projektleiter Datacenter 2020. "Ich habe die Lizenz zum Kaputtmachen". Meyer darf in dem Testrechenzentrum, das mit absenkbarer Decke, mit zahlreichen Sensoren und beispielsweise einer Einhausung bestückt ist, die sich von Warm- auf Kaltgang umschalten lässt., sowie einer Stickstoffanlage, die Menschen atmen Feuer aber sterben lässt, Technik ausprobieren. Hier gewonnene Erkenntnisse fließen nun in die Gestaltung des Bierer Rechenzentrums ein.
"Ich bin der James Bond der T-Systems", sagt Manuel Mair, Projektleiter Datacenter 2020. "Ich habe die Lizenz zum Kaputtmachen". Meyer darf in dem Testrechenzentrum, das mit absenkbarer Decke, mit zahlreichen Sensoren und beispielsweise einer Einhausung bestückt ist, die sich von Warm- auf Kaltgang umschalten lässt., sowie einer Stickstoffanlage, die Menschen atmen Feuer aber sterben lässt, Technik ausprobieren. Hier gewonnene Erkenntnisse fließen nun in die Gestaltung des Bierer Rechenzentrums ein. (Bild: Ostler)

Der Grundstein ist gelegt. In Sachsen-Anhalt baut die Telekom-Tochter T-Systems das größte Rechenzentrum Deutschlands, auf einer Fläche von etwa 30 Fußballfeldern, das sind 150.000 Quadratmeter. Der Neubau soll die starke Nachfrage nach Cloud-Diensten aus Deutschland decken helfen.

Mit der Grundsteinlegung in Biere im Salzlandkreis beginnt die Telekom-Tochter T-Systems den Bau ihres 90. Rechenzentrums. Der Neubau in Biere wird gemeinsam mit einem schon bestehenden Rechenzentrum in Magdeburg ein „TwinCore“ bilden, ein Zwillingsrechenzentrum. An beiden Standorten wird in der letzten Ausbaustufe eine Fläche von nahezu acht Fußballfeldern allein für die reine Rechentechnik zur Verfügung stehen. Das ist nach Unternehmensangaben so viel wie in keinem anderen Rechenzentrum Deutschlands.

In Magdeburg betreibt T-Systems heute schon das größte Rechenzentrum Ostdeutschlands. Mit der Inbetriebnahme des Zwillingsstandortes in Biere im Jahr 2014 will der IT- und Telekommunikationskonzern der weltweit stark steigenden Nachfrage nach Cloud-Diensten nachkommen. Um die 600 Großkunden nutzen diese neuen IT-Dienste von T-Systems, darunter international tätige Konzerne wie Shell oder Daimler.

Datenschutz und Ausfallsicherheit stehen für diese international tätigen Großunternehmen an erster Stelle. Der Typ TwinCore-Rechenzentrum, wie er jetzt in Sachsen-Anhalt entsteht, wird als hochsicher bezeichnet, weil jeder Zwilling im Fall einer Störung sofort für den anderen einspringen kann. Der Betrieb läuft ohne Unterbrechung weiter. T-Systems hat mittlerweile 22 Rechenzentren dieses Typs speziell für Cloud-Dienste im Einsatz.

Klimaneutraler Strom

Ferri Abolhassan, Geschäftsführer T-Systems sagt: „Unternehmen, die sich für Cloud Computing entscheiden, achten auf Hochverfügbarkeit und Datenschutz. Deutschland hat hier schon mit dem Bundesdatenschutzgesetz einen wichtigen Standortvorteil.“

Das neue Rechenzentrum sei auf Energie-Effizienz getrimmt. So werde der Gesamtenergiebedarf gegenüber vergleichbaren Rechenzentren um 27 Prozent verringert. Unter anderem flossen in die Erkenntnisse aus einem gemeinsam mit der Intel betriebenen Forschungs-Rechenzentrum „DataCenter 2020“ in München ein, die jetzt zu diesen deutlichen Einsparungen führen werden. Der Strom für den Betrieb des Rechenzentrums sei „klimaneutral“, teilt der Konzern mit, wie das im Konzern Deutsche Telekom ausschließlich der Fall sei.

Ergänzendes zum Thema
 
Die Telekom und die Tochter T-Systems

Auf dem Foto ist die T-Systems-Zentrale in Frankfurt am Main zu sehen.
Auf dem Foto ist die T-Systems-Zentrale in Frankfurt am Main zu sehen. (Bild: Deutsche Telekom)

Eine Unternehmensgruppe, bestehend aus Hannover Leasing als Investor sowie Ed. Züblin AG und der M+W GmbH als Bauarbeitsgemeinschaft, errichtet den Rechenzentrums-Neubau, der vom Land Sachsen-Anhalt mit einem zweistelligen Millionenbetrag gefördert wird. Die Finanzierung erfolgt über ein Bankenkonsortium unter Führung der Bayern LB. T-Systems wird das Rechenzentrum nach Fertigstellung anmieten und alle drei Jahre einen mittleren zweistelligen Millionenbetrag in die fortlaufende Modernisierung investieren.

Neue Jobs

In Sachsen-Anhalt beschäftigt die Deutsche Telekom etwa 2.200 Mitarbeiter, darunter nahezu 300 Auszubildende und ist damit fünftgrößter Arbeitgeber im Land. Etwa 750 Mitarbeiter arbeiten allein für das T-Systems-Rechenzentrum in Magdeburg. Mit dem Ausbau zu einem TwinCore-Rechenzentrum speziell für Cloud-Dienste sollen 100 Arbeitsplätze in Biere und noch einmal etwa 30 neue Arbeitsplätze in Magdeburg entstehen.

Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Dr. Reiner Haseloff äußert sich erfreut: „Die Telekom gehört in Sachsen-Anhalt zu den wichtigsten Arbeitgebern. Mit der Investition von T-Systems entstehen aber nicht nur weitere Arbeitsplätze, Sachsen-Anhalt spielt mit dem neuen Rechenzentrum künftig europaweit in der ersten Liga der IT-Standorte.“

Seit 2008 vereinbarte die Telekom in Sachsen-Anhalt rund 200 Kooperationen mit Kommunen zur Versorgung mit Breitbandanschlüssen. Darüber hinaus versorgt T-Systems in Sachsen-Anhalt alle Verwaltungsebenen – Landesverwaltung, Landkreise, Gemeindeverwaltungen – mit IT- und Kommunikationsdienstleistungen. Die Großkundensparte betreibt beispielsweise für einige Landkreise Sprach- und Datennetze oder auch die komplette Informationstechnik wie etwa für den Landkreis Harz oder das Jobcenter im Landkreis Salzwedel.

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