Freudenberg Performance Materials wechselt Kerndatenbank aus Syntax managed: Oracle 'raus, SAP HANA 'rein

Redakteur: Ulrike Ostler

Freudenberg Performance Materials, Hersteller von technischen Textilien, ist Teil des Technologiekonzerns Freudenberg und weltweit tätig. Mithilfe von Syntax hat das Unternehmen seine zentrale Datenbank von Oracle auf „SAP HANA“ umgestellt – quasi über Nacht.

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Freudenberg Performance Materials wechselt: Die Oracle-Datenbank muss 'raus, dafür kommt „SAP HANA“ 'rein.
Freudenberg Performance Materials wechselt: Die Oracle-Datenbank muss 'raus, dafür kommt „SAP HANA“ 'rein.
(Bild: © kristina rütten - stock.adobe.com)

Tatsächlich erfolgte der komplette Umzug erfolgte an einem Samstag, und am folgenden Sonntag liefen bereits alle Systeme auf Basis der neuen Datenbank, allerdings nach gründlicher Vorbereitung und Meilenstein innerhalb eines neunmonatigen Projekts. Es soll das Fundament für eine langfristig angelegte Modernisierung der ERP-Umgebung sein.

Dabei ist das ERP-System, wie von SAP empfohlen, in ein Entwicklungssystem, ein Qualitätssicherungssystem und ein Produktivsystem unterteilt. Langfristig plant der Spezialist für technische Textilien die Umstellung der gesamten IT-Infrastruktur auf „S/4HANA“ – ein großes Projekt, das in mehreren kleinen Schritten umgesetzt wird, um die Komplexität zu reduzieren.

Heute produzieren über 5.500 Mitarbeiter des Unternehmens an mehr als 33 Produktionsstandorten in 14 Ländern technische Textilien für eine große Bandbreite an Anwendungen und Märkten wie die Automobilindustrie, die Bauwirtschaft, den Bekleidungssektor, die Energiewirtschaft oder die Medizintechnik. Die zentrale Datenbank erfasst und speichert Informationen aus Produktion, Warenwirtschaft, Finanzwesen und anderen ERP-relevanten Unternehmensbereichen. Sie ist die Grundlage, auf der das Unternehmen seine betriebsweiten Wertschöpfungsprozesse mit „SAP ECC 6.0“ analysiert und optimiert. Die Datenbank selbst lief bis zur Migration jedoch nicht über SAP, sondern auf Oracle.

35 Buchungseinheiten ziehen um

Im Zuge einer langfristigen Modernisierungs- und Harmonisierungsstrategie und weil man die Nutzung aller „S/4“-spezifischen Vorteile , etwa des In-Memory-Computing, nutzen wollte, entschied sich Freudenberg Performance Materials jedoch für eine Migration auf HANA DB. Hosting-Modell sollte, wie bereits zuvor, eine Private Cloud im Rechenzentrum von Syntax sein.

Bereits drei Monate nach der Entscheidung konnte ein erstes Sandbox-System auf HANA migriert werden. Weitere sechs Monate später waren alle 35 global verteilten Buchungseinheiten sowie deren lokale Manufacturing Execution Systeme (MES) mit der neuen Datenbank verknüpft.

Thilo Häußermann, Head of Organization ERP Systems bei Freudenberg Performance Materials, äußert sich positiv über den Projektpartner: „Der Entschluss, die Datenbank auf HANA DB zu migrieren, kam relativ kurzfristig, doch wir konnten bereits innerhalb von drei Monaten mit einem ersten Sandbox-System auf HANA migrieren, weil uns Syntax die virtuelle Hardware schnell und unkompliziert zur Verfügung gestellt hat.“

Mithilfe einer Sandkiste

Die Umstellung des Entwicklungs- und Qualitätssicherungssystems war weniger kritisch, da es sich nach wie vor um den gleichen Host handelte. Im Mittelpunkt stand vor allem das Produktivsystem, von dem zunächst eine Kopie in der Sandbox probeweise auf HANA umgestellt wurde. Die produktionsnahen Daten lieferten ein realistisches Bild über den Umfang und die Komplexität der geplanten Migration.

So konnte Freudenberg Performance Materials mögliche Schmerzpunkte eruieren, ohne die laufenden Systeme antasten zu müssen. Die Tests mit dem Produktivsystem in der Sandbox verliefen erfolgreich, deswegen erfolgte keine vier Wochen später bereits die Migration des kompletten Entwicklungssystems auf HANA, kurz darauf folgte das Qualitätssicherungssystem.

Wie erwartet lief die Umstellung beider Systeme reibungslos. „Die Migration hatte Auswirkungen auf ein weltweit genutztes System, das quasi permanent läuft“, erläutert Häußermann. Der kritische Punkt: Die Verknüpfung mit dem lokal genutzten MES-System machte eine Downtime von 24 Stunden nötig, innerhalb derer sich die Umstellung aller Systeme in allen Buchungseinheiten auf HANA abspielte. So erfolgte der Umzug an einem Samstag. Am Sonntag liefen bereits alle Systeme auf Basis der neuen Datenbank.

Der Erfolg stellte sich quasi ad hoc ein. Die Antwortzeiten des Systems fallen seit der Umstellung wesentlich kürzer aus – und das, obwohl das aktuell genutzte ERP-System ECC 6.0 noch nicht alle Vorteile des S/4-Programmcodes nutzt.

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