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SaaS versus ASP
Sowohl SaaS als auch ASP sind Software-Mietmodelle. Unternehmen nutzen definierte Services für einen vertraglich vereinbarten Zeitraum. Der Zugriff erfolgt via Internet. Wo liegen die Unterschiede?
Grad der Standardisierung: ASP-Angebote sind zu 90 bis 100 Prozent standardisiert. Ein Service-Package mit einem bestimmten Funktionsumfang wird von vielen Kunden genutzt. Die Applikationen benötigen kaum Customizing und ASP bietet in der Regel nur einen Service Level.
SaaS profitiert ebenfalls von den Vorteilen der Standardisierung, allerdings nicht in diesem Ausmaß. 30 bis 40 Prozent einer SaaS-Lösung werden an die konkreten Bedürfnisse eines Unternehmens angepasst. Aus technischer Sicht ist dies möglich, da ein SaaS-Anbieter spezifische Anwendungen, die in seinem Rechenzentrum betrieben werden, bereitstellt, während sich ASP Kunden nicht nur die Infrastruktur, sondern auch eine Applikationsumgebung teilen.
Die Dokumenten Lifecyle Management Lösungen von Scalaris als Beispiel: IT-Anwendungen werden für bestehende Geschäftsprozesse und -vorgänge in Fachbereichen maßgeschneidert (Rechtsabteilung, Kundendienst, Personal- oder Lieferantenmanagement). Schnittstellen für die optimale Verbindung mit Drittsystemen, wie einem ERP-System, werden bereitgestellt. Scalaris betreibt zudem vielfältige Service Level Agreements (SLAs), welche die Verfügbarkeit der Anwendungen zu jeder Zeit gewährleisten.
Einsatzbereiche
Aus dem Grad der Standardisierung lassen sich die Einsatzbereiche für SaaS beziehungsweise ASP ableiten. Pauschal betrachtet ist ASP für simple IT-Anwendungen geeignet, während SaaS auch im komplexen Lösungsgeschäft sinnvoll eingesetzt werden kann. Eine neue Zielgruppe für Softwaremiete sind Großunternehmen.
- Art der Anwendung: Wenn der Verwendungszweck keine spezifischen Anforderungen an die Lösung stellt, bieten sich ASP-Lösungen an. Projektmanagement-Tools, Office-Anwendungen und in vielen Fällen auch CRM-Lösungen sind typische Beispiele für ASP. Das Unternehmen muss sich hier an die Möglichkeiten des Systems halten und sein Vorgehen danach ausrichten. Hingegen kommen Lösungen für ERP oder Dokumentenmanagement nur dann sinnvoll zum Einsatz, wenn sie an die Bedürfnisse der Unternehmen und an die Anforderungen unterschiedlicher Fachbereiche angepasst werden können. Beispiel Dokumentenmanagement: Eine Input Management Lösung, also die elektronische Erfassung, Erkennung und Klassifizierung von Dokumenten, muss die spezifischen Dokumententypen (Formulare, Rechnungen, Anträge, etc.) eines Unternehmens berücksichtigen und über Schnittstellen in eine bestehende IT-Struktur integriert werden. Nur so können Daten korrekt ausgelesen, eventuell mit Informationen aus einer ERP-Anwendung kombiniert und schließlich an ein System zur weiteren Ver- und Bearbeitung (Dokumentenmanagement, Archiv) weitergeben werden.
- Unternehmensgröße: ASP ist auch oder ganz besonders für kleine und mittelgroße Unternehmen bis 500 Mitarbeiter geeignet. Da die Geschäftsfälle nicht so vielfältig und Prozesse folglich einfacher sind, können Mitarbeiter ihre Aufgaben mit einer Standardsoftware sehr gut bewältigen. Mit der Unternehmensgröße steigt auch die Komplexität der Geschäftsvorgänge. Individuelle Anforderungen müssen berücksichtigt werden und dies ist dank SaaS heute auch mit Mietsoftware möglich. Zur SaaS-Zielgruppe zählen also Unternehmen mit mehr als 500 Mitarbeitern.
Sourcing
Im Falle von ASP ist Outsourcing die einzige Alternative. SaaS bietet hingegen vielfältige Sourcing-Möglichkeiten, auch ein vollständiges Insourcing. In diesem Fall übernimmt der externe SaaS-Dienstleister seine Aufgaben am Standort und in den Räumlichkeiten des Unternehmens. Dies kann beispielsweise eine Maßnahme aus Sicherheitsgründen sein, wenn ein Unternehmen seine sensiblen Daten nicht außer Haus geben möchte.
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