Einhausung, Rack und Stromschienen

Schäfer IT-Systems bestückt das Datacenter von Rheinenergie

| Autor / Redakteur: Dieter Schaefer* / Ulrike Ostler

Die Kaltgangeinhausung im Rechenzentrum von Rheinenergie stammt von Schäfer IT Systems.
Die Kaltgangeinhausung im Rechenzentrum von Rheinenergie stammt von Schäfer IT Systems. (Bild: Schäfer IT Systems)

Der regionale Energieversorger Rheinenergie entschied sich 2015 für ein Re-Design der IT, um eine Energie-effiziente, leistungsstarke und zukunftssichere Infrastruktur für den produktiven Betrieb sicherstellen zu können. Schäfer IT-Systems aus Betzdorf setzte sich bei einer Ausschreibung durch und stattete das Datacenter mit Einhausungen, Racks und PDUs aus.

Rheinenergie bietet mit 3.000 Mitarbeitern und Sitz in Köln Strom-, Gas-, (Trink-)Wasser- und Wärmeversorgung für rund 2,5 Millionen Menschen, Industrie, Handel und Gewerbe. Es befindet sich mehrheitlich im kommunalen Besitz und engagiert sich gemeinsam mit seinen Partnergesellschaften direkt und indirekt in der rheinischen Region.

Bundesweit ist das Unternehmen Leistungspartner für Industrie- und Geschäftskunden. Dank der Anbindung an den Konzern der Stadtwerke Köln, mit rund 10.000 Beschäftigten eines der größten Unternehmen seiner Art in Deutschland, kann Rheinenergie ganze Dienstleistungsbündel anbieten, etwa rund um die Entwicklung von Wohnquartieren – von der energetischen Sanierung über nachhaltiges digital gesteuertes Siedlungs-Energie-Management bis hin zu Mobilitäts-Hubs, digitaler Dateninfrastruktur und Entsorgung.

Das Rechenzentrum wurde erstmals 1986 in Betrieb genommen. Zu diesem Zeitpunkt waren Mainframe-Systeme State of the Art. Mitte der 90er Jahre hielten dann die immer populärer werdenden offenen Systeme auch bei der Rheinenergie Einzug.

Sie stellte entsprechend auf 19-Zoll-Server-Schränke um und besiedelte die 480 Quadratmeter große Rechenzentrumsfläche sukzessiv mit insgesamt 130 Racks, bis zu sechs Storage-Systemen und einem Tape-Roboter. Die Klimatisierung der IT-Systeme und der Datacenter-Stellfläche erfolgte über einen Druckluftboden mittels Umluftkühlgeräten, die in einer separaten technischen Zone betrieben wurden.

Die elektrische Versorgung erfolgte über Netzverteiler, deren einzelne Abgänge klassisch mittels Stromzuleitungen mit den einzelnen IT-Systemen, Server-Schränken und Storage-Systemen verbunden waren und mittels einer USV-Anlage den ausfallsicheren IT-Betrieb sicherstellten. Ein Doppelboden im Server-Raum ermöglichte die Aufstellung der Systeme und deren Versorgung sowie eine passive Verkabelung im unteren Bereich des Doppelbodens.

Die Planungsphase

Um eine Energie-effiziente, leistungsstarke und zukunftssichere Infrastruktur für den produktiven IT-Betrieb der Rheinenergie sicherstellen zu können,hat sich das Unternnehmen 2015 entschieden, ein Re-Design hinsichtlich Infrastruktur, Strom, Klima, Verkabelung, Racks und Baumaßnahmen vorzunehmen. Ziel war ein Energie-effizientes und umweltschonendes Rechenzentrum im Sinne der Green IT, das den heutigen Anforderungen Rechnung trägt und auf künftige vorbereitet ist. In diesem Projekt wurden die Gewerke Klima, Strom und Baumaßnahmen vom Facility Management, die Gewerke Server-Schränke und Einhausungen, passive Verkabelung und die Installation neuer Brandfrühsterkennung (BFE) von der IT-Abteilung geplant, gesteuert und realisiert.

Deshalb ist eine enge Zusammenarbeit zwischen den Abteilungen der Rheinenergie erforderlich gewesen. Der Austauch und die Erneuerung der einzelnen Gewerke ist im laufenden beziehungsweise produktiven IT-Betrieb und in verschiedenen Bauabschnitten koordiniert erfolgt.

Dafür hat Rheinenergie das Datacenter in acht separate IT-Flächen gegliedert, die nun unter dem Begriff „Haus“ zusammengefasst werden. Hinzu kommen so genannte Hausübergabepunkte „HÜPs“, die in redundanter Auslegung eine sichere Remote-Anbindung des Rechenzentrums gewährleisten.

Die Ausschreibung

Anhand der erstellten Leistungsverzeichnisse und hat der Energiedienstleister die Ausschreibungsunterlagen für das Gewerk Server-Schränke, Einhausungen und PDUs wurden an fünf Hersteller übergeben. Insgesamt umfasste die Ausschreibung 114 Server-Schränke, aufgeteilt in elf Häuser, elf Einhausungen und 228 PDU-Leisten.

Zu den Kriterien zählen die Belastbarkeit von mindestens 1.500 Kilogramm je Schrank, individuelle und flexible Erweiterbarkeit, Vorbestückung nach Kundenanforderungen, höchstmögliche Energie-Effizienz durch Kaltgangeinhausung, leistungsstarke und praktikabel einsetzbare PDU-Systeme, Lieferung und Montage aus einer Hand, breites Produktportfolio, qualitativ gutes und umfangreiches Zubehörprogramm, kurze Lieferwege, individuelle Lieferterminabstimmungen sowie ein direkter Ansprechpartner seitens des Partners.

Außerdem haben Rheinenergie-Mitarbeiter auch verschiedene Anbieter besucht, um sich ein Bild über deren Leistungsfähigkeit zu machen. Großen Wert legt man etwa auf eine zukunftsorientierte und strategische Konzeption des Gesamtprojektes.

Schäfer IT Systems setzt sich durch

Die Wahl ist schließlich auf Schäfer IT-Systems gefallen. Zum einen kann jetzt eine hohe Verkabelungsdichte innerhalb der Schränke gewährleistet und die Fläche im Rack ideal ausgenutzt werden. Zum anderen sind die Produkte für den Brandschutz wichtig, um die Anforderungen der Rauchansauganlagen der Racks zu erfüllen.

Die Brandfrühsterkennung ist so konzipiert, dass die Luft ständig kontrolliert wird. Im Fall einer erhöhten Kabelerwärmung zum Beispiel wird durch freiwerdende Rauchaerosole ein Alarm ausgelöst, der zu einer kontrollierten und automatisierten Stromabschaltung führt. Ein zusätzliches Plus von Schäfer IT-Systems war deren regionale Nähe und damit kurze Wege zwischen den Partnern sowie kompetente Ansprechpartner.

Die Umsetzung

Im ersten Bauabschnitt hat Rheinenergie 2016 Haus 1 und 2 sowie HÜP 1 errichtet und in Betrieb genommen. In diese neuen Häuser sind die produktiven IT-Systeme der RheinEnergie installiert und damit die Fläche für den zweiten Bauabschnitt freigestellt worden.

Haus 3 bis 5 und damit die Fertigstellung von Bauabschnitt zwei ist im Jahr 2017 erreicht worden. Zur gleichmäßigeren Verteilung und damit auch zur Entlastung von Haus 1 und 2 hat man die IT-Systeme auf die nun fünf bereitstehenden Häuser verteilt.

Schließlich ist 2018 mit Haus 6 und HÜP 2 der dritte und vorläufig letzte Bauabschnitt realisiert worden. Spiegelbildlich zum HÜP 1 sind einige dezidierte Netzwerksysteme in HÜP 2 in Betrieb und damit eine redundante IT-Umgebung inklusive der Infrastrukturversorgung auf der neu erstellten IT-Fläche bereitgestellt.

Kabel und Einhausung

Unterhalb des neuen Doppelbodens befindet sich ein Kabeltrassensystem für die passive Datenverkabelung. Die Stromversorgung erfolgt mittels Stromschienensystemen (A + B) im Deckenbereich.

Die Klimatisierung wird durch Sidecooler, vormals Umluftkühlgeräte, sichergestellt. Von Schäfer IT-Systems stammen auch die insgesamt acht Kaltgangeinhausungen mit 78 Racks und 156 PDUs, die das Unternehmen auch und montiert hat.

Erste Kennzahlen belegen die verbesserte Performance des Datacenter. Es ist gelungen, die Anzahl der Racks zu verringern, wodurch auch eine enorme Verbesserung der Energie-Effizienz erzielt wird.

Der Rechenzentrumsbereich bietet zudem weitere Flächen, um drei neue Häuser errichten zu können. Für potenzielle zusätzliche Erweiterungen ist eine erneute Zusammenarbeit mit Schäfer IT-Systems nicht ausgeschlossen. Das Unternehmen ist ein wichtiger strategischer Partner.

* Dieter Schaefer ist IT Service Engineer bei Rheinenergie.

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