Konsolidierung und Harmonisierung bringt ERP-System locker auf Linie

SAP-Betriebskosten sinken durch Aufräumen pro Nutzer um die Hälfte

| Autor / Redakteur: Klaus-Dieter Heerklotz* / Ulrike Ostler

Wie am Fließband: Ein automatisierter Ansatz führt mit überschaubarem Aufwand zu einer unternehmensweit standardisierten und vereinfachten SAP-Landschaft.
Wie am Fließband: Ein automatisierter Ansatz führt mit überschaubarem Aufwand zu einer unternehmensweit standardisierten und vereinfachten SAP-Landschaft. (Bild: © Rainer Plendl - Fotolia)

SAP-Landschaften bilden das Rückgrat fast aller Unternehmen. Doch sie können über die Jahre hinweg zu einem regelrechten Dickicht wuchern. Häufige Ursachen sind verwaiste Schnittstellen und Prozesse, kontinuierlich erweiterte Standardanwendungen, brachliegende Rechenzentrumskapazitäten oder organisatorischen Veränderungen. Da hilft nur Aufräumen.

Um in einem dynamischen Umfeld wettbewerbsfähig zu bleiben, müssen Geschäftsprozesse skalierbar und flexibel anpassbar sein. Deshalb ist es für Unternehmen unerlässlich, den Wildwuchs unter den SAP-Anwendungen zu lichten – und die Systeme zu konsolidieren und zu harmonisieren. Standardisierte, industrialisierte Methoden können diese Aufgabe deutlich erleichtern.

Unternehmen aller Branchen und Größen sind fortlaufend internen und externen Einflüssen sowie neuen Anforderungen unterworfen. Das gilt in besonderem Maß für die IT-Plattform der Unternehmen, ohne die heute kein Geschäftsprozess mehr funktioniert. So führen etwa Globalisierung und Internationalisierung zu einem wachsenden Wettbewerbs- und Kostendruck – ganz gleich, ob es sich um einen globalen Großkonzern oder einen regional verwurzelten Mittelständler handelt.

Hinzu kommen verkürzte Produktzyklen und unvorhergesehene Portfolio-Änderungen. Auch gesetzliche Vorgaben und unterschiedliche Compliance-Richtlinien haben enorme Auswirkungen auf die Organisations- und IT-Struktur von Unternehmen. Und nicht zuletzt entstehen durch die Firmenentwicklung und organisatorische Ereignisse wie Zusammenschlüsse und Übernahmen komplexe und fragmentierte IT-Landschaften. SAP „Consolidation and Harmonization“ (C&H) lautet das Stichwort, um trotz beständigem Wandel agil und transparent handeln zu können.

Harmonie auf drei Ebenen

Harmonisierte Prozesse und konsolidierte Applikationen und IT-Systeme führen zu deutlichen Einsparungen bei den IT- und Prozesskosten. Denn je mehr Systeme ein Unternehmen nutzt, desto mehr Lizenzen fallen an, desto höher ist der Aufwand für Wartung und desto mehr Infrastruktur erforderlich. Die Erfahrung zeigt, dass sich durch Konsolidierung die IT- und prozessbezogenen Kosten um durchschnittlich 30 bis 50 Prozent signifikant verringern lassen.

Der Weg dorthin führt über die Transformation heterogener in homogene Strukturen über drei Ebenen: Die Prozess-, die Applikations- und die Infrastrukturebene. Die wesentlichen Geschäftsprozesse – also die operative Umsetzung des Geschäftsmodells – werden auf Basis von Business-Anwendungen wie beispielweise SAP Enterprise Resource Planning (ERP) bereitgestellt.

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Diese setzen wiederum auf einer komplexen Infrastrukturebene mit einer Vielzahl von Hardware- und Software-Systemen, Prozessoren, Speichern und Netzen auf. Dabei ist die Harmonisierung von Geschäftsprozessen nach internen Best-Practices oder gemäß bewährter externer Industry-Best-Practices die Basis einer signifikanten und nachhaltigen Prozessoptimierung. Voraussetzung hierfür ist allerdings die Konsolidierung der darunterliegenden Applikationen und Infrastruktur, und zwar von einer Vielzahl von heterogenen Systemen auf nur einige wenige oder gar eine einzige Plattform, die global einheitliche Rahmenbedingungen schafft.

Die Basis für erfolgreiche Geschäftsentscheidungen

Maßgeblicher Treiber für C&H-Projekte in Unternehmen sind jedoch nicht die Einsparungen in der IT, sondern vielmehr die Prozesskosten. Denn auf ERP-Systemen basieren geschäftskritische Finanzprozesse, Produktionsabläufe oder das Personalwesen. Standardisierte Prozesse führen zu mehr Transparenz und straffen betriebliche Abläufe nachhaltig.

Der Autor Klaus-Dieter Heerklotz ist Global Offering Manager Consolidation & Harmonization bei Atos Deutschland.
Der Autor Klaus-Dieter Heerklotz ist Global Offering Manager Consolidation & Harmonization bei Atos Deutschland. (Bild: Atos)

Noch wichtiger: Häufig generieren Unternehmen aus gewonnenen Informationen aus SAP- Anwendungen grundlegende Daten für strategische Geschäftsentscheidungen. Die Anforderungen an die IT sind hoch. Denn es erfordert nicht nur höchste Flexibilität, wenn es um den Einsatz und die Anpassung der Software geht. Auch präzise, fundierte Informationen sind notwendig, um Veränderungen schnell zu gestalten und umzusetzen.

Business Agility entwickelt sich zunehmend zum entscheidenden Erfolgsfaktor im globalen Wettbewerb. Nur wer Marktentwicklungen durch schnelle Reaktionen flexibel kontert oder durch eigene Innovationen aktiv gestaltet, ist im Zeitalter der Globalisierung überlebensfähig. Brüche zwischen den Geschäftsabläufen oder inkompatible Schnittstellen sind klare Produktivitätsbremsen.

Das gilt für große Konzerne ebenso wie für mittelständische Unternehmen, die länderübergreifend operieren. Essentiell für schnelle Geschäftsentscheidungen sind flexible und dynamische sowie zugleich nahtlos ineinandergreifende und einfache Plattformen auf Basis einer harmonisierten und konsolidierten IT-Landschaft.

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