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LzLabs und Microsoft veröffentlichen Großrechner-Umfrage Risikofaktor Mainframe

| Autor / Redakteur: Thilo Rockmann* / Ulrike Ostler

In Zusammenarbeit mit Microsoft hat LzLabs das Marktforschungsunternehmen Vanson Bourne mit der Befragung von 500 Führungskräften aus Unternehmen beauftragt, die Mainframe-Technologie einsetzen. Die Befragten zeigten sich dabei besorgt insbesondere in Bezug auf die abnehmende Mainframe-Kompetenz im Markt allgemein sowie die Hindernisse für die Modernisierung von Kernanwendungen und des damit verbundenen Geschäftsrisikos, das diese mangelnde Agilität mit sich bringt.

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Rund 94 Prozent von 500 Befragten würden eine Abkehr vom Mainframe in Erwägung ziehen, wenn ....
Rund 94 Prozent von 500 Befragten würden eine Abkehr vom Mainframe in Erwägung ziehen, wenn ....
(Bild: LzLabs)

Nutzt ein Unternehmen für seine Kernanwendungen hauptsächlich Linux-gestützte Intel-Architekturen, können sie aus einer Fülle von Open-Source-Anwendungen schöpfen. Hier bietet der Markt ein breites Portfolio an unterschiedlichsten Lösungen. Im Mainframe-Segment fehlt eine solche Auswahl. Daher schätzen 96 Prozent der IT-Führungskräfte die strategische Bedeutung von Open-Source-Anwendungen hoch ein und 71 Prozent sind der Ansicht, dass die bestehende Mainframe-Architektur somit umgekehrt ein Hemmnis für Innovationen darstellt.

Mangelnde Qualifikation ist ein Problem

Die Zeiten, an denen IT-Fachleute mit Mainframe-Kenntnissen auf dem Arbeitsmarkt frei verfügbar waren, sind wohl vorbei. So zeichnet sich ein signifikanter Fachkräftemangel auch auf diesem Segment ab. Daher waren 81 Prozent der Befragten über mangelnde Kompetenzen innerhalb ihrer Mainframe-Organisation besorgt.

Noch dramatischer stellt sich die Situation bei der zukünftigen Personalplanung dar. Rund 56 Prozent sagten aus, keinen Nachfolgeplan für die Experten aufweisen zu können, die beispielsweise durch Erreichen des Rentenalters aus dem Unternehmen ausscheiden.

So stellt der Fachkräftemangel für viele Unternehmen ein großes Risiko dar. Dabei sind Mainframe-Systeme oft unternehmenskritisch. Fast alle Finanztransaktionen werden über einen Mainframe abgewickelt. Werden diese Systeme in Zukunft unzureichend gewartet und weiterentwickelt, wird dies grundlegende Geschäftsfelder ernsthaft gefährden.

Der Mainframe als Unternehmensrisiko

Die Risiken sind bereits fest im Bewusstsein der IT-Verantwortlichen verankert. Die Mehrheit der Befragten räumt Versäumnisse in der Vergangenheit durchaus ein. So sind 77 Prozent der Meinung, dass sie bereits in der Vergangenheit mit der Modernisierung ihrer Mainframe-Architektur hätten beginnen müssen, um Risiken für Ihr Unternehmen abzuwenden.

Diese entstammen zwei Faktoren: Einerseits sind die Experten für die technische Unterstützung der Kernanwendungen auf einem monolithischen System rar. Andererseits können Wettbewerber, die ihre IT-Strukturen auf anderen Plattformen gegründet haben und keine Mainframes einsetzen, flexibler auf Marktbedingungen und auf die Anforderung einer sich schnell digitalisierenden Welt besser einstellen. Dies bringt für Unternehmen, die keinen Mainframe (mehr) einsetzen, erhebliche Vorteile.

Herausforderungen bei der Modernisierung

Trotz des Bewusstseins, dass der Mainframe für die Zukunft des Unternehmens potenziell eine Herausforderung darstellt, stößt eine Modernisierung der bestehenden Mainframe-Umgebung bei vielen Befragten auf allerlei Hürden. Um herauszufinden, welche hier für die Unternehmen die größte Bedeutung haben, konnten die IT-Verantwortliche mehrere Antworten geben.

So sagten 32 Prozent der Studienteilnehmer aus, dass ihr Unternehmen die Risiken einer Migration scheut. Eine Abhängigkeit von älteren, zum Teil auch nicht-relationalen Datenbanken, die sie an die gegenwärtige Implementierung bindet, attestierten 31 Prozent. Weitere 30 Prozent meinten, ein Mainframe würde günstiger als eine alternative Architektur sein.

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Einen Vertrauensvorschuss genießen Mainframes bei 28 Prozent – hier sind besonders Verfügbarkeit und Skalierbarkeit ein Thema. Für 24 Prozent erscheint der Aufwand einer Migration zu hoch und 21 Prozent gaben an, dass sie mit einer ausgelagerten Mainframe-Struktur arbeiten und die Verantwortlichkeit für Betrieb und Wartung bei einem externen Dienstleister liegen.

Einen Mangel an passenden Alternativen sehen 17 Prozent während elf Prozent keine Hürden für eine Migration ausmachen können. Andererseits haben besonders ältere IT-Entscheidungsträger Bedenken hinsichtlich der potenziellen Nachqualifikation und der Verlagerung des Fokus von IBM weg von Mainframes hin zu Watson- oder Cloud-Technologien.

Erneuerung im Gange

Die Befragung ergab ferner, dass sich die Umfragebeteiligten der Auswirkungen des Festhaltens an Legacy-Anwendungen auf Mainframes durchaus bewusst sind. Dennoch konnten sie oft mangels Know-how und der passenden Technologie noch entsprechend gegensteuern.

Doch zeigt die Studie auch, dass das Thema nun bei den Entscheidern angekommen ist. So sagten 21 Prozent aus, dass sie einen IT-Modernisierungsprozess bereits durchlaufen haben. Weitere 40 Prozent befinden sich derzeit in einer Modernisierungsphase und 23 Prozent haben dies im nächsten Jahr vor.

Modernisierung der Mainframe-Anwendungen bedeutet für Thilo Rockmann, Chairman und COO von LzLabs, die Abkehr vom Großrechnersystem.
Modernisierung der Mainframe-Anwendungen bedeutet für Thilo Rockmann, Chairman und COO von LzLabs, die Abkehr vom Großrechnersystem.
(Bild: mekipics)

Weitere acht Prozent planen eine Erneuerung ihrer IT in den nächsten zwei bis drei Jahren und drei Prozent schieben dies auf einen späteren Zeitraum. Lediglich vier Prozent haben keine solche Maßnahme geplant.

Doch der stetig zunehmende Fachkräftemangel zwingt viele Unternehmen, sich um eine Alternative zur bislang verwendeten Mainframe-Struktur ernsthaft zu bemühen – nicht zuletzt, weil das Festhalten an veralteten Kernanwendungen und der monolithischen IT-Infrastruktur sich negativ auf das Betriebsergebnis des Unternehmens auswirken wird.

* Thilo Rockmann ist Chairman und COO von LzLabs, einem Unternehmen, das Mainframes als Container-Services verpackt.

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