Digital Twin Plattform für den Kommunikationsaustausch digitaler Zwillinge

Redakteur: Katharina Juschkat

Die IoT-Plattform „Model in the Middle“ verbindet relevante Daten aus verschiedenen Quellen und trifft auf dieser Basis Entscheidungen. Basis sind digitale Zwillinge von verschiedenen Systembeteiligten, die miteinander kommunizieren.

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Der Digitale Zwilling ist ein virtuelles Abbild eines Prozesses oder einer Anlage.
Der Digitale Zwilling ist ein virtuelles Abbild eines Prozesses oder einer Anlage.
(Bild: ©iStock - Contributor metamorworks)

Ein digitaler Zwilling liefert ein virtuelles Abbild und ist somit der Spiegel eines Produkts, Prozesses oder einer Anlage. Dabei werden sowohl die Struktur, die Eigenschaften als auch deren Zustände, Werte und Historie im Rechner gespiegelt.

Die In-GmbH –Integrierte Informationssysteme GmbH – hat eine Software entwickelt, die es möglich macht, digitale Zwillinge von verschiedenen Systembeteiligten miteinander zu vernetzen. Die Software „Model in the Middle“ (Mitm) arbeitet laut In-GmbH wie ein Gehirn und koordiniert alle Aufgaben wie Datenanbindung, Auswertung, Überwachung, Prognosen in einem Modell und trifft darauf basierende Entscheidungen mit autonomen Eingriffen. Eingebettet ist die Software in die IoT-Plattform „Sphinx Open Online“, die auf Basis zuvor gewonnener Daten entscheidet und handelt.

Alle relevanten Daten in einem Modell zusammenführen

Mit der IoT-Plattform lassen sich auf übergeordneter Ebene komplexe Aufgabenstellungen in der Smart Factory und bei intelligenten Produkten lösen und damit neue Business-Modelle mit Smart Services umsetzen. Die Software ermöglicht es, relevante Real- und Business-Daten aus verschiedenen Quellen, Anlagen (SPSen) und Systemen (ERP, eigene Datenbanken, „Excel“) in einem Modell zusammenzuführen, intelligent zu verarbeiten, zu visualisieren, zu bedienen und Systeme aktiv zu beeinflussen. Abbilder von verschiedenen physischen oder logischen Objekten (Digital Twins) können innerhalb des „Model in the Middle“ erzeugt, einfach miteinander kombiniert und zur Ansteuerung genutzt werden.

Beim Mitm-Konzept werden somit aus allen relevanten Quellen Strukturinformationen und Nutzdaten in ein gemeinsames Datenmodell überführt, woraus dann die passenden Digitalen Zwillinge gebildet werden. Die erschlossenen Strukturen und Daten lassen sich übergreifend verarbeiten, miteinander kombinieren, analysieren und mit Bedienoberflächen, Verarbeitungsregeln oder weiteren Services verbinden. So ergibt sich eine Grundlage für diverse Anwendungen, die auf Basis des hinzulernenden Models nach und nach entstehen.

Digitale Zwillinge sprechen miteinander

Die Digitalen Zwillinge verschiedener Systeme können laut In-GmbH miteinander „sprechen“ und sich gegenseitig beeinflussen. Spezialisierte Services wie die Sprachanalyse können mit diesem Gesamtmodell zusammenarbeiten oder aus historischen Daten Prognosen ableiten und Vorgaben in das Modell zurückspielen. Die Services können nach und nach ergänzt werden und die Gesamtlösung unter Nutzung bereits im Modell befindlichen Daten ständig verbessern.

Das Konzept mit seinen diversen Auswertungsmöglichkeiten eignet sich darüber hinaus als Integrationsplattform für verschiedene Informationsquellen und Empfänger, zielgerichtet und rollenbasiert. Damit soll die Beherrschbarkeit von komplexen Rahmenbedingungen oder der Umgang mit Störungen einfacher werden.

Änderungen und der Rollout von Applikationen lassen sich im laufenden Betrieb vorgenehmen. Durch die kontinuierliche Erweiterungsmöglichkeit soll schnell und flexibel auf Änderungen im System oder Prozess reagiert werden können. Auch die Anbindung von Services externer Anbieter beispielsweise für Prognosen wird ermöglicht.

Hinweis: Der Artikel entstammt dem Partnerportal Konstruktions Praxis

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