Umweltzeichen für Energie-effizienten Rechenzentrumsbetrieb

Neue Vergabekriterien für den Blauen Engel

| Autor / Redakteur: Dr. Dietmar Müller / Dietmar Müller

Dr. Dieter Thiel, Mitglied des Expertengremiums im Umweltbundesamt, geht davon aus, dass sich die Gültigkeitsdauer des Blauen Engels für RZ ändern wird.
Dr. Dieter Thiel, Mitglied des Expertengremiums im Umweltbundesamt, geht davon aus, dass sich die Gültigkeitsdauer des Blauen Engels für RZ ändern wird. (Bild: Umweltbundesamt)

Das Umweltzeichen „Blauer Engel für Energie-effizienten Rechenzentrumsbetrieb“ wird an Rechenzentren und ressourcenbewusste Unternehmen und Organisationen vergeben, die eine langfristige Strategie für ihre Energie- und Ressourceneffizienz verfolgen und dies durch regelmäßiges Monitoring belegen. Nun wurde es im Umweltbundesamt überarbeitet: Ab Anfang 2019 gelten aktualisierte Vergabekriterien.

Künftig muss der EuE (Energy Usage Effectiveness) unter dem Wert 1,3 liegen, während die Jahresarbeitszahl (JAZ) den Wert 8 nicht mehr unterschreiten darf. Zudem wird nur noch der Einsatz ausschließlich halogenfreier Kältemittel erlaubt sein. Ferner muss der genutzte Strom für das Rechenzentrum zertifiziert aus 100 Prozent erneuerbarer Energie stammen. Zudem darf die mittlere CPU-Auslastung über das Jahr nicht kleiner sein als 20 Prozent.

Dieter Thiel, Mitglied des Expertengremiums im Umweltbundesamt und Senior Consultant Energiekonzepte der Data Center Group geht davon aus, dass sich auch die Gültigkeitsdauer des Umweltzeichens ändern wird: Bisher war der Blaue Engel nur ein Jahr nach dem Erstantrag gültig und musste danach rezertifiziert werden. Bald könnte er bis zur nächsten Überarbeitung der Vergabekriterien, voraussichtlich alle drei bis vier Jahre, gültig bleiben.

„Der Blaue Engel ist wichtig, da er die einzige Zertifizierungsmöglichkeit ist, um die Energie-Performance eines Rechenzentrums, sowohl der Infrastruktur als auch der IT, und damit auch die Betriebskosten und die Nachhaltigkeit zu bewerten. Alle anderen Datacenter-Zertifizierungen fokussieren sich auf die Beurteilung von Betriebssicherheit und Betriebsrisiken respektive die Konformität mit den einschlägigen Planungsnormen. Allerdings war es unabdingbar, ihn an aktuelle und künftige Anforderungen anzupassen“, so Thiel.

Nach seiner Einschätzung ist die Arbeit des Gremiums fast abgeschlossen und der finalen Verabschiedung des neuen Anforderungskataloges in den nächsten Wochen ist durchaus realistisch. “Wir haben einige Kunden, die eine Blauer-Engel-Zertifizierung anstreben. Daher berücksichtigen wir bereits heute in unseren Effizienzprojekten die zukünftigen Kriterien und sichern so deren Konformität mit den kommenden Anforderungen Umweltzeichens“, resümiert Thiel.

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