Hochverfügbarkeit dank Live-Migration, erweiterter CPU-Support, verbesserte Performance und Sicherheit

Neue Funktionen in Microsoft Hyper-V R2

02.10.2009 | Autor / Redakteur: Bernd Pfann, Senior Consultant, Microsoft Enterprise Services / Florian Karlstetter

Bernd Pfann, Senior Consultant, Microsoft Enterprise Services über die neuen Funktionen in Hyper-V R2.
Bernd Pfann, Senior Consultant, Microsoft Enterprise Services über die neuen Funktionen in Hyper-V R2.

Microsoft stellt mit dem am 22. Oktober erscheinendem Release des Windows Server 2008 R2 auch die Version 2 seines Hypervisors (Hyper-V R2) vor. Im Vergleich zur Vorgängerversion wurden die Verfügbarkeit, das Management sowie die Performance verbessert. Darüber hinaus aktualisiert Microsoft im Herbst verschiedene Produkte der System Center Reihe und liefert damit eine vollständige und integrierte Lösung für den Betrieb von virtuellen Umgebungen.

Die Basis der Hochverfügbarkeit für Hyper-V stellt nach wie vor das Windows Failover Clustering dar, welches um einige interessante Punkte erweitert wurde. Neben einer vollständigen Integration des Managements von virtuellen Maschinen (VM) in die Verwaltungskonsole des Windows Failover Clustering wurde der Cluster um zwei Funktionen erweitert welche für Umgebungen mit Hyper-V R2 von essentieller Bedeutung sind.

Zum einen existiert nun zusätzlich, zu der seit dem ersten Release vorhandenen Quick-Migration von VMs innerhalb eines Clusters, die Möglichkeit der Live-Migration. Der wesentliche Unterschied ist, dass bei einer Quick-Migration die VM für einen Benutzer eine kurze Zeit nicht erreichbar ist, was in der Regel zu einer Unterbrechung der Verbindung führt. Die Live-Migration hingegen ermöglicht das Verschieben einer VM im laufenden Betrieb – ohne eine Unterbrechung. Das wird dadurch ermöglicht, dass der Speicherinhalt der VM auf den Zielknoten kopiert wird und abschließend nur noch eine geringe Speicherdifferenz während des Verschiebens der VM synchronisiert werden muss.

Zum anderen wird die Live-Migration durch die Verwendung von sogenannten Cluster Shared Volumes (CSV) unterstützt. Das Prinzip eines CSV erweitert die traditionelle Funktionsweise eines Windows Failover Clusters dahingehend, dass ein SAN-Volume welches ursprünglich immer nur von einem Knoten aus im Zugriff war, nun von allen Knoten eines Clusters gleichzeitig verwendet werden kann. Somit ist es möglich mehrere VMs auf einem CSV zu speichern und diese auf verschiedenen Knoten des Clusters auszuführen. Den Zugriff auf das CSV regelt der sogenannte Koordinator, welcher auch die Umleitung von Schreib- und Lesezugriffen der anderen Knoten im Falle von Verbindungsproblemen im SAN regelt. Somit unterstützen CSV nicht nur das Verschieben von VMs im laufenden Betrieb, sondern sorgen auch für eine robuste Anbindung von Volumes aus dem SAN an den Cluster.

Für VMs selbst bietet Hyper-V R2 die Möglichkeit dynamisch im laufenden Betrieb zusätzlichen Festplattenspeicher in Form von virtuellen Festplatten zur Verfügung zu stellen oder aber auch zu entfernen. Dazu wird jeder VM, welche unter Hyper-V R2 erstellt wird, automatisch ein virtueller SCSI Controller hinzugefügt welcher die neuen Festplatten zur Verfügung stellt. Neben einer einfachen Anpassung von Festplattenkapazitäten ermöglicht auch die dynamische Verwaltung von Festplatten neue Szenarien für Datensicherung und Replikation von Daten im Exchange und SQL Umfeld.

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