Multi GPU Pass-Through als Preview in Xenserver 5.6 Neue Citrix-Technologie integriert CAD/CAM in Desktopvirtualisierung

Autor / Redakteur: Thomas Kötzing* / Ulrich Roderer

Die Desktop Virtualisierung schreitet stetig voran. Citrix neue Technologie „Multi GPU Pass-Through“ wird es ermöglichen, High-End Grafikarbeitsplätze mit XenServer 5.6 zu virtualisieren. Mitarbeiter erhalten dann über XenDesktop Zugang zu Arbeitsplätzen zum Beispiel für CAD/CAM- Anwendungen.

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Multi GPU Pass-Through von Citrix unterstützt die NVIDIA Quadro FX Produktreihe.
Multi GPU Pass-Through von Citrix unterstützt die NVIDIA Quadro FX Produktreihe.
( Archiv: Vogel Business Media )

Die grafische Prozessoreinheit (Graphics Processing Units, GPU) auch als visuelle Prozessoreinheit (VPU) bekannt, ist ein spezialisierter Mikroprozessor der 2D- und 3D- Rendering beschleunigt und damit die eigentliche CPU des Systems entlastet. In virtuellen Maschinen (VM) ist so eine GPU nicht vorhanden und die Grafikkarte eher rudimentär.

Citrix ermöglicht mit dem Pass-Through ein Durchreichen oder Durchgreifen auf die physikalisch vorhandene Grafikkarte des Host. Damit kann eine virtuelle Maschine unter XenServer 5.6 direkten Zugriff auf die Grafikhardware erhalten. Die Standard-Serverhardware hat aber typischerweise auch nur eine Grafikkarte die nicht besser ist als die in der virtuellen Maschine. Eine zusätzliche, extrem leistungsfähige Grafikkarte mit mehrfach (multi) GPU ist notwendig, um mehr als nur eine virtuelle Maschine auf dem Host zu betreiben.

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NVIDIA bietet solche Peripherie, die auch vom Citrix technischem Preview unterstützt wird. Die NVIDIA Quadro FX Produktreihe wird von Citrix bevorzugt unterstützt und ist auch die erste Wahl für professionelle und anspruchsvolle Grafikanwendungen. Die Quadro FX Serie ist mit CUDA (Compute Unified Device Architecture) Technologie von NVIDIA ausgestattet und bietet damit eine parallele Berechnungsarchitektur.

Aktuelle Entwicklungen von Microsoft

Microsoft wird mit dem Service Pack 1 für Windows Server 2008 R2 die RemoteFX-Technologie einführen. Durch eine Erweiterung von Hyper-V können die virtuellen Maschinen und damit die Remote Desktop-Dienste auch direkt auf die Grafikkarte des Host zugreifen. Das Ziel von RemoteFX ist aber die Verbesserung von Multimedia Inhalten und dem Aero-Design in einer LAN Umgebung.

Citrix wird RemoteFX unterstützen und bedingt nutzen. Mit der eigenen HDX-Technologie (High-Definition User Experience) hat Citrix bereits eine WAN- optimierte Lösung für multimediale Inhalte. Microsoft wird langfristig für RemoteFX zusätzlich eine Hardware anbieten, um damit auch über WAN- Strecken eine optimale Darstellung zu bieten. Wichtig ist zu erkennen, dass Citrix mit Multi GPU Pass-Through und HDX 3D Pro Graphics (eine sehr spezielle Komponente aus der HDX Reihe) ein anderes, weiteres Ziel verfolgt als Microsoft mit RemoteFX.

Der Nutzen von Multi GPU Pass-Through und HDX 3D Pro Graphics

Worin liegt genau der Nutzen dieser von Citrix angebotenen Technologie? Hierzu ein kurzer Exkurs zu Citrix HDX 3D Pro Graphics für XenDesktop und ihrer Anwendung. Um High-End Grafikarbeitsplätze über Citrix ICA bereitzustellen wurde HDX 3D Pro Graphics entwickelt und muss dabei auf physikalische Endgeräte z.B. Blade-PCs installiert werden, um die GPU- Hardware nutzen zu können. Anwendungen wie CAD/CAM, die oft OpenGL oder Direkt-X verwenden, werden dadurch flüssig dargestellt.

Durch GPU Pass-Through haben es die Citrix- Entwickler geschafft, virtuellen Maschinen eine vGPU - eine virtuelle GPU bereitzustellen, die durch HDX 3D Pro Graphics wieder genutzt werden kann. Damit entfällt der Zwang physikalische Hardware (Blade-PCs) zu nutzen. Stattdessen können über XenServer 5.6 mehrere High-End-Grafikarbeitsplätze zentralisiert werden. Hinzu kommt der generelle Mehrwert durch die Virtualisierung der Arbeitsplätze.

Gerade die Automobilindustrie in Deutschland hat ein starkes Interesse an der Zentralisierung, sowie Virtualisierung der High-End 3D- Anwendungen und im speziellem die Anwendung CATIA. Desktop-Pools bieten eine Reduzierung der notwendigen Lizenzen für die 3D-Anwendung und zudem Sicherheit der hochsensiblen Daten durch die Zentralisierung. So bleiben die 3D-Konstruktionen in der Zentrale des Unternehmens während Mitarbeiter aus Indien, China - Weltweit über Citrix XenDesktop damit arbeiten.

Krankenhäuser habe auch einen hohen Bedarf an High-End 3D- Anwendungen wie zum Beispiel im Bereich der Tomografie. Ärzte können somit mit einem mobilen Endgerät auf Visite gehen und trotzdem über XenDesktop auf die Schichtaufnahmen des Patienten zugreifen.

weiter mit „Technische Umsetzung von Multi GPU Pass-Through“

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