Microsoft lässt sich die Mehrwerte bezahlen

Microsoft-SQL-2012-Lizenzierung im Überblick

| Autor / Redakteur: Axel Oppermann, Experton Group / Elke Witmer-Goßner

Der neue SQL Server 2012 bringt auch neue Lizenzbedingungen. Axel Oppermann von der Experton Group erklärt die Unterschiede und Knackpunkte.
Der neue SQL Server 2012 bringt auch neue Lizenzbedingungen. Axel Oppermann von der Experton Group erklärt die Unterschiede und Knackpunkte.

Mit Einführung des neuen SQL Server 2012 stellt Microsoft die Lizenzierung von „pro Prozessor“ auf „Core“-Lizenzierung um. Diese Ankündigung sorgte vor allem auf Seiten der Anwender für Verunsicherung. Aus diesem Grund skizziert Senior Advisor Axel Oppermann nochmals kurz die Auswirkungen der neuen Lizenzsituation, da sie für viele Anwenderunternehmen mit erheblichen monetären Änderungen einhergehen wird.

Die aktuelle Server Roadmap von Microsoft sieht vor: SQL Server 2012 wird ab April 2012 den SQL Server 2008 R2 ablösen. Mit einer Volumenlizenz können Anwenderunternehmen „selbstverständlich“ auf frühere SQL-Server-Versionen downgraden, aber diese Versionen „erben“ dann die Produktbenutzungsrechte und Lizenzierungsregeln von SQL Server 2012. Auch aus diesem Grund ist es essenziell, die Unterschiede zwischen 2008 R2 und 2012 zu betrachten.

Produktüberblick

Der SQL Server 2012 soll gegenüber der aktuellen Version (2008 R2) ein signifikant verbessertes und erweitertes Produkt werden. Auf einige technische Unterschiede sind wir bereits im ICT-Newsletter 44/2011 eingegangen. Aus diesem Grund erfolgt nachfolgend überwiegend eine prägnante Darstellung der lizenzrechtlichen und kaufmännischen Implikationen. Grundlage hierfür ist die Interpretation und Bewertung von „Licensing“-Informationen aus dem Hause Microsoft durch Analysten der Experton Group.

Microsoft wird mit der Produktgeneration 2012 des SQL Servers drei zentrale Editionen anbieten. Dies sind namentlich Standard, Enterprise und BI (Business Intelligence). Der SQL Server 2012 wird in zwei Lizenzoptionen angeboten. Zum einen bezogen auf die Rechenleistung (Core-based), zum anderen bezogen auf die Zahl der Anwender bzw. Geräte (Server+ CAL).

Mit dieser Form der Lizenzierung geht Microsoft beim SQL Server einen neuen Weg. Die bisherige Prozessorlizenzierung wird durch eine Core-Lizenzierung pro Prozessor ersetzt. Hierbei gilt zu beachten, dass ein Minimum von vier Cores pro Prozessor zu lizenzieren ist – dies in zwei Core-Inkrementen (also in schrittweiser Erhöhung à zwei Cores).

SQL-Server in virtuellen Umgebungen

Ferner wird auch die Lizenzierung von virtuellen SQL-Servern neu und deutlich anders geregelt. Bislang verfügte der SQL Server in der Enterprise Edition über sogenannte „Licence Mobility Rights“, die Standard Edition dagegen nicht. In der 2012er Generation wird die „License Mobility“ an die Software Assurance geknüpft.

Bei der bisherigen CPU-Lizenzierung konnte gewählt werden, ob die physischen CPUs pro Host lizenziert oder die Quotienten aus virtuellen CPUs und Cores pro CPU, aufgerundet auf die nächste größere ganze Zahl, lizenziert werden sollen. Bei SQL Server 2012 ergeben sich folgende Szenarien:

  • Soll eine virtuelle SQL-Server-2012-Maschine per Core lizenziert werden, müssen alle virtuellen Cores lizenziert werden – minimal vier Cores pro virtueller CPU.
  • Soll eine virtuelle SQL-Server-2012-Maschine pro CAL lizenziert werden, muss ein Server pro virtueller Maschine lizenziert werden.
  • License-Mobility-Rechte werden nur noch mit Software Assurance vergeben. Wird der SQL Server 2012 ohne Software Assurance beschafft, sind alle physischen Hosts in einem Cluster zu lizenzieren.
  • Falls, wie aktuell (= 2008 R2) bei der Data Center Edition möglich, zukünftig (=2012) auch eine unbegrenzte Menge von virtuellen Maschinen auf einem Cluster lizenziert werden soll, müssen nun alle Cores in diesem Cluster mit Enterprise Edition unter Software Assurance lizenziert werden.

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