Zentralisiert, flexibilisiert und beschleunigt

KUKA richtet die IT auf das Realtime-Zeitalter aus

| Autor / Redakteur: Mona Baar / Ulrike Ostler

KUKA produziert Roboter und lässt sie für sich arbeiten. Nun werkelt auch IT von SAP, Netapp, Fujitsu und Oracle für das Unternehmen - nahezu in Echtzeit.
KUKA produziert Roboter und lässt sie für sich arbeiten. Nun werkelt auch IT von SAP, Netapp, Fujitsu und Oracle für das Unternehmen - nahezu in Echtzeit. (Bild: KUKA AG)

Aufgrund des hohen Datenwachstums, der internen Konsolidierungsphase und der strategisch, global ausgerichteten IT wollte KUKA eine Lösung implementieren, mit der sich die Daten schnell und zentralisiert bereitstellen lassen.

Die KUKA AG ist weltweit das - bis vor Kurzem deutsche, jetzt chinesische - Vorzeigeunternehmen in der Roboter- sowie in der Anlagen- und Systemtechnik. Mit rund 12.300 Mitarbeitern erwirtschaftet der Anbieter von intelligenten Automatisierungslösungen etwa 3 Milliarden Euro Umsatz jährlich. Neben dem Hauptsitz am Produktions- und Entwicklungsstandort Augsburg ist der Konzern mit rund 100 Gesellschaften international vertreten.

Die Herausforderung: Zentralisierung der globalen IT

Das hohe Datenwachstum und eine interne Konsolidierungsphase sowie die globale Ausrichtung der IT machten eine neue Lösung erforderlich. Die KUKA AG bedient vom Headquarter in Augsburg aus IT-technisch den gesamten EMEA-Raum und ist global in drei Hubs organisiert, die von China und den USA den weltweit verteilten KUKA-Gesellschaften alle IT-Services zur Verfügung stellen. Darüber hinaus vereinheitlicht das Unternehmen Tools und Prozesse im Konzern, weshalb auch die SAP-Lösungen konsolidiert werden, um künftig ein zentrales System bereitstellen zu können.

Ein besonderes Augenmerk bei der Auswahl der neuen Systeme lag unter anderem auch auf Hochverfügbarkeit und Ausfallsicherheit. Martin Kugelmann, Director Digital Operation Center EMEA Datacenter & Network bei der KUKA AG, erläutert: „Wir sind historisch gewachsen und kommen ursprünglich aus zwei getrennten IT-Abteilungen, die jetzt in der KUKA AG zusammengeführt wurden. Daher müssen wir bestehende Redundanzen auflösen und Systeme zusammenführen. Unser Ziel ist es, künftig mit wenigen Systemen mehr Leistung zu erbringen und den administrativen Aufwand zu minimieren.“

Die Hürden

Die neue zentrale Plattform soll alle IT-Lösungen wie SAP-Systeme und die unterschiedlichsten Datenbanken bedienen, die teilweise auch produktionsrelevant sind. Zudem hat der Maschinenbauer mit „VMware ESXi“, dessen Storage sich auf „Netapp Volumes“ befindet, einen hohen Virtualisierungsgrad erreicht und es gibt ferner einige Lokationen, die vor Ort ihre eigenen Daten bereitstellen müssen.

„Auch diese Daten sollen aufgrund der Desaster-Vorsorge auf die zentralen Systeme gespiegelt werden. Daher haben wir eine Lösung benötigt, die die unterschiedlichsten Protokolle anbietet und ein zentrales Backup ermöglicht“, führt Kugelmann aus.

Die Kompatibilität der Netapp-Systeme mit SAP HANA war für KUKA ein wichtiges Kriterium bei der Neuausrichtung der IT. Dank „FAS8040 Metro Cluster“ wird der Produktivbetrieb der KUKA AG zudem beschleunigt.
Die Kompatibilität der Netapp-Systeme mit SAP HANA war für KUKA ein wichtiges Kriterium bei der Neuausrichtung der IT. Dank „FAS8040 Metro Cluster“ wird der Produktivbetrieb der KUKA AG zudem beschleunigt. (Bild: Netapp)

Das strategisches Speichersystem

Im Rahmen einer umfassenden Planungsphase mit dem langjährigen Partner Advanced Unibyte, Netapp und KUKA wurde ein umfassendes Lastenheft erstellt, das alle Anforderungen berücksichtigt. „Wir haben uns schon vor Jahren für Netapp als zentrales Storage-System entschieden, die Argumente von damals sind auch heute noch relevant: Es müssen beim Zugriff auf das Speichersystem alle Protokolle unterstützt werden, damit eine Vernetzung im Rahmen der Unified Storage-Architektur möglich ist. Das, und die Möglichkeit zentral auf die Daten zugreifen zu können, ist ein Alleinstellungsmerkmal von Netapp“, so Kugelmann.

Für eine SAP HANA-Implementierung sind schnelle Ladezeiten beim Start der Systeme entscheidend, denn es werden Datenbanken im Terrabyte-Bereich gelesen. Darüber hinaus hat SAP durchaus anspruchsvolle Performance-Vorgaben für Produktivsysteme. Es müssen unter anderem Megabyte im dreistelligen Bereich pro Sekunde konstant erfüllt werden.

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Performance und Kompatibilität sind entscheidend

Zudem speichern diese In-Memory-Datenbanken relativ häufig sehr große Datenmengen wieder zurück in das klassische Speichersystem. Hier spielen die Schreibraten eine wichtige Rolle. Daher wird eine viel höhere Performance als bislang benötigt.

Bei Netapp ist die Systemstruktur so flexibel, dass diese Anforderungen auch mit einem zentralen Speichersystem erfüllt werden können. KUKA hat sich dazu entschieden, die SAP-Datenbanken via NFS an die Server-Farmen anzubinden. Diese wurden mit der „Fujitsu-Flex-Frame“-Technik orchestriert.

Somit sind alle Voraussetzung für den SAP-Support gegeben. Daher war die Kompatibilität der Netapp-Systeme mit SAP HANA ein ganz entscheidendes Kriterium bei der Neuausrichtung der IT.

Künftig: Big Data

Dadurch profitiert das Unternehmen von deutlich schnelleren Reaktionszeiten. „Flash ist heutzutage ein Muss, um Systeme performant zu betreiben. Das ist entscheidend für die aktuellen und kommenden Big Data-Anforderungen“, überlegt Kugelmann und fährt fort: „Mit dem neuen ONTAP Release sind wir auch hinsichtlich der steigenden Anforderungen an die Sub-Systeme gut aufgestellt.“

Zum Beispiel ließen sich Storage-Controller dediziert für Applikationen bereitstellen. Darüber hinaus sei der Management- und Verwaltungsaufwand aufgrund der Zentralisierung und Konsolidierung der Systeme deutlich geringer. Außerdem profitiere KUKA von der Hochverfügbarkeit und Ausfallsicherheit der Systeme.

Der Konzern ist zudem in der Lage, seine eigene Private Cloud anzubieten und ist damit sehr flexibel in der Bereitstellung von zusätzlichen Systemen einschließlich des benötigten Speicherbedarfs. Früher dauerte diese Bereitstellung oftmals mehrere Wochen, heute ist dies innerhalb von wenigen Stunden möglich.

„Die Digitalisierung der IT ist ein wesentlicher Punkt. Die IT muss Speed aufnehmen, genau das können wir jetzt leisten“, sagt Kugelmann. „Anwender erwarten eine hohe Skalierbarkeit und kurze Reaktionszeiten für die Umsetzung von Anforderungen.“

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Hallo Martin, netter Artikel und schön zu lesen, was sich auch bei KUKA so alles tut. Im Jahre...  lesen
posted am 29.05.2017 um 13:22 von Unregistriert


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