Starker Anstieg des Private-Equity-Volumens

Kaufen und Konsolidieren: Das M&A-Volumen im Datacenter-Geschäft steigt

| Autor: Ulrike Ostler

Fusionen und Aquisitionen im Datacenter-Markt
Fusionen und Aquisitionen im Datacenter-Markt (Bild: Synergy Research Group)

Die aktuellen Daten der Synergy Research Group zeigen, dass im Jahr 2019 die Zahl der abgeschlossenen Merger- &-Aquisition--Deals im Bereich der Rechenzentren erstmals die 100er-Marke überschritten hat.

Nach Untersuchungen der Synergy Research Group entspricht der Anstieg etwa 6 Prozent gegenüber 2018 und umfasst mehr als doppelt so viele wie im Jahr 2016. In den vergangenen fünf Jahren wurden somit fast 350 Transaktionen abgeschlossen.

Eine radikale Veränderung im Jahr 2019 war der dramatische Anstieg der Private-Equity-Deals, und zwar um 50 Prozent. Sie sorgten zugleich dafür, dass ein starker Rückgang der M&A-Deals, die von öffentlichen Unternehmen abgeschlossen wurden, um 45 Prozent mehr als ausglichen wurde.

Während das Transaktionsvolumen im Jahr 2019 zunahm, ging der Gesamtwert dieser Transaktionen aufgrund eines um 24 Prozent niedrigeren durchschnittlichen Transaktionswertes zurück, womit sich der Trend von 2018 fortsetzte. Denn bisher markiert das Jahr 2017 dank drei Multimilliarden-Dollar-Deals und drei weiteren mit einem Wert von jeweils über einer Milliarde Dollar einen Spitzenwert bei den durchschnittlichen Transaktionswerten. Die Zahl der Milliarden-Dollar-Deals ging 2018 und erneut 2019 zurück.

Marktbeobachtung

Seit Anfang 2015 hat Synergy 348 abgeschlossene Geschäfte mit einem Gesamtwert von 75 Milliarden Dollar identifiziert. Über den Fünfjahreszeitraum wurde der aggregierte Transaktionswert etwa zu gleichen Teilen zwischen öffentlichen Unternehmen und Private-Equity-Käufern aufgeteilt, während auf Private-Equity-Käufer 57 Prozent des Transaktionsvolumens entfallen.

Die größten abzuschließenden Transaktionen seit 2015 sind die Übernahme von Dupont Fabros durch Digital Realty, die Übernahme der Rechenzentren von Verizon durch Equinix und die Übernahme von Telecity durch Equinix. Im Zeitraum von 2015 bis 2019 sind die bei weitem größten Investoren Digital Realty und Equinix, die beiden weltweit führenden Co-Location-Anbieter.

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Zusammengenommen machen sie 31 Prozent des gesamten Transaktionswertes in diesem Zeitraum aus. Bei Digital Realty steht auch eine Mammuttransaktion an: Der Konzern will Interxion übernehmen. Das wäre dann die bisher größte Rechenzentrumstransaktion.

Zu den weiteren namhaften Rechenzentrumsbetreibern, die in Serie übernommen wurden, gehören Cyrusone, Iron Mountain, Digital Bridge/DataBank, NTT, GI Partners, Carter Validus, GDS, QTS und Keppel.

John Dinsdale, ein Chef-Analyst der Synergy Research Group, bemerkt zu den Zusammenhängen: „Das aggressive Wachstum von Cloud-Diensten und die Outsourcing-Trends im Allgemeinen fördern den Wunsch nach Größe und geografischer Reichweite unter den Rechenzentrumsbetreibern, was wiederum die M&A-Aktivitäten in den Rechenzentren stimuliert.“ Dieses ziehe ein immer höheres Maß an Private-Equity-Aktivitäten an, da Investoren versuchten, von hochwertigen und strategisch wichtigen Rechenzentrumsvermögenswerten zu profitieren.

Er schließt: „Es ist auch bemerkenswert, dass selbst die größten börsennotierten Rechenzentrumsbetreiber zunehmend auf Joint Ventures mit externen Investoren zurückgreifen, um das Wachstum zu finanzieren und die Bilanzen zu schützen.“

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