Das Project Nautilus, die Keppel Data Centers-Hyperscale-Pläne und Limericks

Irland und Singapur bekommen schwimmende Rechenzentren

| Redakteur: Ulrike Ostler

Das „Project Nautilus“, ist der weltweit erste erfolgreiche Betrieb eines schwimmenden Rechenzentrums. In Zusammenarbeit mit der U.S. Navy, Applied Materials und Veolia zeigt laut Nautilus es, wie die Wasserkühlung den Stromverbrauch reduziert, die Luftverschmutzung verringert, die Treibhausgasemissionen senkt, den Wasserverbrauch reduziert und Kosten mindert.
Das „Project Nautilus“, ist der weltweit erste erfolgreiche Betrieb eines schwimmenden Rechenzentrums. In Zusammenarbeit mit der U.S. Navy, Applied Materials und Veolia zeigt laut Nautilus es, wie die Wasserkühlung den Stromverbrauch reduziert, die Luftverschmutzung verringert, die Treibhausgasemissionen senkt, den Wasserverbrauch reduziert und Kosten mindert. (Bild: Nautilus Data Technologies Inc.)

Im Mittelpunkt der Konzepts von Nautilus Data Technologies, mit Präsenzen in Pleasanton, Vallejo und Stockton California, für vorgefertigte, schwimmende Rechenzentren steht eine zum Patent angemeldete Wasserkühlung. Offenbar steht ein Hyperscale-Rechenzentrum in Singapur und eine Anlage in Limericks, Irland, kurz vor der Implementierung.

Im September 2017 gab der Konzern Keppel Telekommunikations & Transportation Ltd., der auch im Bereich Co-Location tätig ist, bekannt, 10 Millionen Dollar in das Start-up Nautilus Data Technologies Inc. zu investieren und 24,1 Prozent der Anteile zu kaufen. Jetzt stehlt eine Installation vor dem Festland von Singapur offenbar kurz vor der Installation.

Wie der Sender Channel News Asia (CNA) in Singapur berichtet, hat Keppel Data Centers damit begonnen, geeignetes Standorte an vor der Küste zu erkunden. Geplant sei ein schwimmendes Hyperscale-Rechenzentrum aus Modulen von je 10 Megawatt zu bauen und zu einer Flottille oder einem „Park“ zusammenzusetzen, sagte Keppel Data Centres CEO Wong Wai Meng dem Sender in einem Interview.

Er fügte hinzu, dass die Technik aus der Zusammenarbeit der gesamten Keppel Telecommunications & Transportation Group stamme. Zu den Kooperationspartnern gehörten die Offshore Marine Division und Keppel Infrastructure.

Die Planung in Singapur

Die Module werden an Land vorgefertigt und in die schwimmende Struktur gesteckt. Eine Wasserkühlung wäre laut Berichten eine Option. Keppel hat keine Pläne für Netzwerkverbindungen veröffentlicht.

Die so genannten Floating Center sollen mit flüssigem Erdgas (LNG) betrieben werden, das ebenfalls von einem Floating-Modul aus geliefert wird. Zum Hintergrund: Etwa 95 Prozent des Stroms in Singapur wird mit Erdgas erzeugt; das meiste davon stammt aus den benachbarten Ländern Malaysia und Indonesien. Darüber hinaus investiert Singapur ebenfalls stark in seine eigene LNG-Infrastruktur.

Ob das schwimmende Datacenter jedoch mit Wasserühlung funktionieren soll, scheint noch ungewiss. Gewiss dagegen ist sich Wong, dass das schwimmende Rechenzentrum kostengünstiger zu betreiben ist als eines auf dem Land: „Wir haben die endgültige Zahl noch nicht. Aber die Bandbreite, die wir beim Kostenvorteil sehen, liegt zwischen 20 und 30 bis 50 Prozent. Das ist das Ziel, das wir uns gesetzt haben. “

Das Projekt Nautilus

Die ersten Pläne für schwimmende Rechenzentren, die von Land aus mit Strom und Daten versorgt und mit Fluss- oder Meerwasser gekühlt werden sollen, wird als kommerzielles Rechenzentrum mit der Bezeichnung „Eli M“.umgesetzt. Die wasserbasierte Anlage befindet sich auf der kalifornischen Mare Island Shipyard, in der San Francisco Bay, Alameda, noch im Bau und wird voraussichtlich noch in diesem Herbst in Betrieb genommen.

Die Vision von Nautilus stammt, wie die Website des Start-up erläutert, vom Gründer Arnold Magcale, ein Veteran der US-Marine und anerkannter Experte für die Technologiebranche. Magcale kombinierte seine maritime Expertise und sein militärisches Sicherheitswissen mit jahrzehntelanger Erfahrung im industriellen Rechenzentrum, um das Nautilus-Design zu entwickeln.

Allerdings sah sich Nautilus mit der Befürchtung konfrontiert, die Verwendung von Meerwasser zur Kühlung könne die lokale Tierwelt beeinträchtigen. Diese Gefahr aber bestreitet Nautilus: Das Delta-T an der Anlage betrage weniger als vier Grad. Und das wiederum liege unter den strengsten Vorschriften in aller Welt. Wenn das erwärmte Wasser auf das aufnehmende Gewässer treffe, handele es sich um weniger als ein Zehntel Grad Erwärmung.

Nautilus in Irland

Jetzt hat Nautilus auch in den „Limerick Docks“, Irland grünes Licht für den Bau einer schwimmenden Anlage erhalten. Das war nicht Von Anfang an, im Jahr 2018, klar. Lokale Unternehmen hatten ursprünglich Einwände erhoben, jetzt aber zurückgezogen. Die 35 Millionen Euro teure Anlage wurde entwickelt, um durch die Verwendung von Wasser zur Kühlung Energie zu sparen. Die Limerick Port Users Group beanstandet, dass der Hafen für die Schifffahrt reserviert werden sollte.

Der Hersteller Nautilus verspricht in seiner Werbung eine zu 80 Prozent höhere Energie-Effizienz, die Möglichkeit Racks bis zu 5 Mal dichter zu packen und bis zu 30 Prozent weniger CO2-Emmission.
Der Hersteller Nautilus verspricht in seiner Werbung eine zu 80 Prozent höhere Energie-Effizienz, die Möglichkeit Racks bis zu 5 Mal dichter zu packen und bis zu 30 Prozent weniger CO2-Emmission. (Bild: Nautilus Data Technology)

Neben der Möglichkeit mit Wasser zu Kühlen und damit Kosten zu sparen gehören Häfen mit freien Kapazitäten weltweit zu den günstigsten Immobilien, verriet Nautilus CEO James Connaughton gegenüber auf einer Veranstaltung von Data Center Dynamics. Mit dem Projekt Limerick sollen 24 feste Arbeitsplätze geschaffen und in der Bauphase 100 Mitarbeiter beschäftigt werden.

Die Errichtung der schwimmenden Rechenzentrumsanlage trifft auch in Irland auf eine Diskussion über die Umweltverträglichkeit beziehungsweise Strombedarf der Datacenter. Die Irish Academy of Engineering hatte im Juli prognostiziert, dass Rechenzentren, um deren Ansiedlung Irland ansich bestrebt ist; denn das Land will das Datacenter-Zentrum Europas werden, bis 2027 rund 31 Prozent des gesamten dortigen Strombedarfs beanspruchen werden. Darüber hinaus sind rund 9 Milliarden Euro in die elektrische Infrastruktur notwendig.

Der irische Stromversorger Eirgrid plant, nach Ablauf der 8 Jahre rund 70 Prozent erneuerbare Energie für die Stromerzeugung zu nutzen. Doch während die Nachfrage nach Strom in anderen Bereichen weitgehend stabil bleibt, steigt die der Datacenter. Und die steigende Nachfrage bedeutet, dass auch die CO2-Emissionen des Landes aus der Stromerzeugung bis 2030 um 1,5 Millionen Tonnen oder 13 Prozent steigen werden.

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