Staedtler-Rechenzentrum setzt auf Präzisionsklimageräte Innovative Klimatechnik senkt Stromverbrauch im Rechenzentrum um mehr als 40 Prozent

Redakteur: Ulrich Roderer

Viele Serverräume bieten das Potenzial, den Energieverbrauch deutlich zu senken. Das Beispiel Staedtler in Nürnberg zeigt, wie mit der richtigen Klimatechnik ein Rechenzentrum bereits in der Planungsphase auf Energie-und Kosteneffizienz ausgerichtet werden kann. Mit der energieeffizienten Kühllösung der Firma Stulz spart das Rechenzentrum des neuen Staedtler-Logistikzentrums pro Jahr rund 6.200 Euro an Stromkosten ein.

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( Archiv: Vogel Business Media )

Der Stromverbrauch von Rechenzentren wird zu einem immer größeren Kostenfaktor für Unternehmen. Laut den Analysten der Gartner Group gehört die Strom-und Kälteversorgung inzwischen zu den Top-3-Themen in der IT. Für das neue Logistikzentrum der Firma Staedtler sollte daher eine Klimaanlage mit hoher Energieeffizienz bei gleichzeitig hoher Ausfallsicherheit installiert werden. Staedtler ist in Europa der größte Hersteller für Bleistifte, Farbstifte und Radierer. Die komplexe Serverlandschaft mit über 50 Servern verwaltet vom Standort Nürnberg aus die gesamte Kommunikations- und Netzwerkplattform für die rund 1.500 deutschen Staedtler-Mitarbeiter. Geschäftskritische IT-Applikationen mit Anbindung an die weltweiten Landesgesellschaften laufen hier zusammen. „Das führt zu einer sehr hohen Anforderung an die Systemverfügbarkeit“, sagt Dr. Ralf Dennert, IT-Projektleiter bei Staedtler. „Deshalb haben wir in der Klimatisierung auf die innovativen Lösungen von Stulz gesetzt.“

Präzisionsklimageräte sorgen für optimale Klimatisierung

Die dringliche Frage bei der Planung der neuen Räume war für Staedtler: Wie lassen sich die Betriebskosten für die aufwändige Kühlung der Serverräume möglichst niedrig halten? Die Antwort fand das Unternehmen in der Klimatechnik von Stulz. Die am Standort der Firmenzentrale in Hamburg gefertigten Präzisionsklimageräte sind auf die Erfordernisse von IT-Räumen abgestimmt. Präzisionsklimageräte führen große Wärmelasten genau dort ab, wo sie entstehen – an den Server-Racks. Anders als Komfortklimageräte, die zum Beispiel Büroräume klimatisieren, sorgen sie nicht nur für die richtige Temperatur, sondern regeln auch die Raumfeuchte und vermeiden so elektrostatische Aufladungen.

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Kostenersparnis durch die Nutzung der Außentemperatur

Der geringe Stromverbrauch ergibt sich aus einer Besonderheit der Stulz-Geräte: der „Freien Kühlung“. Das Unternehmen verfolgt den Ansatz der indirekten freien Kühlung schon seit annährend dreißig Jahren und hat die Technologie in seinen Präzisionsklimageräten stetig mit modernsten Komponenten weiterentwickelt. Vor allem der Einsatz stufenlos regelbarer EC-Motoren in Verbindung mit optimierten Regelalgorithmen erlauben ein energieeffizientes Steuern der Luft- und Kühlwassermengen entsprechend dem Bedarf eines Rechenzentrums. Geregelte Kompressoren sind eine weiteres Feld mit Entwicklungspotenzial und befinden sich bei Stulz gerade in der Erprobungsphase. Damit wird in Zukunft auch die Kälteleistung noch variabel steuerbar sein.

Mit dieser Art der Klimatisierung senkt Stulz die Energiekosten um mehr als 40 Prozent gegenüber konventionellen Anlagen. Das Prinzip: Bei niedrigen Außentemperaturen schaltet die Stulz-Anlage den Kompressor im Klimagerät ab und kühlt den Raum kontrolliert nur mit dem Temperaturgefälle zwischen Raum-und Außenluft. Das spart gerade in der kühleren Jahreszeit jede Menge Energie. Im Sommerbetrieb, bei steigenden Außentemperaturen, werden die Kompressoren der Geräte je nach Bedarf zugeschaltet. Das bedeutet, dass zum Beispiel in Nürnberg der reine Kompressor-Kühlbetrieb nur an cirka elf Tagen eines Jahres erfolgt. Trotz der um rund 40 Prozent höheren Anschaffungskosten rechnet sich für Staedtler daher die Investition in eine Klimaanlage mit „Freier Kühlung“. Das verdeutlicht die folgende Rechnung:

Kostenvergleich „Freie Kühlung“

Im Staedtler-Rechenzentrum am Standort Nürnberg entsteht eine Wärmelast von 50 kW. Wird diese Wärmelast mit einer herkömmlichen Klimaanlage abgeführt, entstehen dabei Investitionskosten von rund 57.000 Euro. Wird die Klimalösung mit „Freier Kühlung“ von Stulz eingesetzt, kommt man auf rund 80.000 Euro. Legt man einen Preis für die Kilowattstunde Strom von 0,08 Euro zugrunde, so verbraucht ein herkömmliches System Strom für rund 12.000 Euro pro Jahr, das System mit freier Kühlung hingegen nur 5.800 Euro. Die jährliche Einsparung beträgt daher rund 6.200 Euro. Die Mehrkosten für die Anlage haben sich demnach nach rund vier Jahren amortisiert.

Enge Zusammenarbeit mit Facility Management und IT-Abteilung

Schon bei der Planung des Rechenzentrums haben sowohl der Leiter Instandhaltung als auch das IT-Projektteam von Staedtler mit dem projektverantwortlichen Klimatechniker von Stulz, Roland Max, zusammen gearbeitet. „Diese frühzeitige und enge Kooperation war für die schnelle und effiziente Projektrealisierung ein echter Vorteil“, resümiert Max. Während sich Michael Schneider, zuständig für die technische Gebäudeausrüstung, um die Energie-und Wartungskosten sorgte, setzt IT-Projektleiter Dr. Ralf Dennert vor allem auf die hohe Verfügbarkeit und Sicherheit der Anlage. Drei Klimaschränke vom Typ ALD 241 GE2 und das C7000 Advanced Terminal von Stulz sorgen nicht nur für die geforderte Energieeffizienz, sondern auch für volle Redundanz. Im Falle einer Störung nutzt das System automatisch die redundanten, störungsfreien Kühlkomponenten. Ein Totalausfall der Kühlung und somit die Überhitzung der Server ist so selbst im Hochlastbetrieb nahezu ausgeschlossen.

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