Erneuerbare Energien und KI-Infrastruktur In Pfaffenhofen geht bald Prior1-Container-Rechenzentrum in Betrieb

Von Paula Breukel 2 min Lesedauer

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Die Bürger-Energie-Genossenschaft im Landkreis Pfaffenhofen will erneuerbaren Strom für den Betrieb von KI-Servern nutzen. Das modulare Rechenzentrum soll 80 Kilowatt (kW) IT-Leistung bereitstellen und bereits im Spätherbst 2026 in Betrieb gehen.

Symbolbild, kein Originalbildmaterial verfügbar.(Bild:  Midjourney / Paula Breukel / KI-generiert)
Symbolbild, kein Originalbildmaterial verfügbar.
(Bild: Midjourney / Paula Breukel / KI-generiert)

Der Standort des dezentralen KI-Rechenzentrum der Bürger-Energie-Genossenschaft (BEG) liegen zwischen einer Windenergieanlage und einer geplanten Photovoltaik-Freifläche. Das sogenannte KI-Kraftwerk soll regional erzeugten Strom in vermarktbare Rechenleistung umwandeln. Für das Projekt sind Investitionen von mehr als fünf Millionen Euro vorgesehen und zwar ohne öffentliche Fördermittel laut Projektbeschreibung.

Die erste Ausbaustufe umfasst zwei Container, die miteinander gekoppelt werden. Einer nimmt die IT-Infrastruktur auf, der andere die Kältetechnik. Geplant sind 80 Kilowatt (kW) IT-Leistung mit fünf Servern von Supermicro, die jeweils acht Grafikprozessoren (GPUs) vom Typ „ Nvidia HGX B300“ enthalten sollen. Die Inbetriebnahme ist für Spätherbst 2026 vorgesehen.

Batteriespeicher sichert die Stromversorgung

Das Energiekonzept sieht vor, Strom aus dem Windpark und künftig aus einer geplanten Photovoltaikanlage zunächst in einem Batteriespeicher zu speichern. Von dort wird das Rechenzentrum versorgt. Reichen die lokale Erzeugung und die gespeicherte Energie nicht aus, ergänzt der Netzanschluss die Versorgung. Der Speicher soll den Container bis zu einen Tag lang versorgen können.

Zum Windpark gehören drei Anlagen mit jeweils 4,2 Megawatt (MW) Leistung. Die Genossenschaft plant auch eine Photovoltaik-Freifläche mit vier MW sowie einen Batteriespeicher. Im Jahresmittel soll rund 70 Prozent des Strombedarfs des KI-Rechenzentrums aus eigenen Wind- und künftig auch Solaranlagen stammen. Die tatsächlichen Werte werden nach der Inbetriebnahme genau erfasst.

Der Container bündelt die IT und Kühlung

Die erste Ausbaustufe sieht Luftkühlung vor. Ursprünglich war Flüssigkühlung vorgesehen, doch aus Kosten- und Verfügbarkeitsgründen konnte der Plan nicht umgesetzt werden. Für größere Ausbaustufen sind Wasser- oder Hybridkühlung und eine Nutzung der Abwärme geplant.

Gefertigt wird die Containerinfrastruktur von Prior1; ausgelegt nach der DIN EN 50600 in der Verfügbarkeitsklasse VK2. Eine unterbrechungsfreie Stromversorgung, eine automatische Gaslöschanlage, Videoüberwachung und ein gesicherter Außenbereich sollen den Betrieb absichern. Prior1 überwacht Energieversorgung, Kältetechnik und sicherheitsrelevante Systeme über sein Monitoring.

Die Vermarktung der Rechenleistung übernimmt Regio AI

Die Plattform Regio AI übernimmt den Betrieb und die Vermarktung der KI-Rechenleistung. Das Angebot richtet sich an mittelständische Unternehmen und Forschungseinrichtungen. Perspektivisch auch an öffentliche Nutzer. Vorgesehen sind unter anderem GPU-as-a-Service und der Betrieb großer Sprachmodelle. Auch Anwendungen mit Retrieval-Augmented Generation (RAG), bei denen KI-Modelle auf eigene Datenbestände zugreifen, sollen möglich sein.

Die Datenverarbeitung erfolgt in einer regionalen Infrastruktur statt in einer internationalen Public Cloud. Das soll Unternehmen und Organisationen eine weitere Option für Anwendungen bieten, bei denen die Kontrolle über Datenhaltung, Zugriffe und Betrieb eine Rolle spielt.

Weitere Standorte sind in Planung

Die BEG und Fsas Technologies haben das Geschäftsmodell gemeinsam entwickelt. Während die Genossenschaft die Energieversorgung bereitstellt, bringt Fsas Technologies Expertise für KI-Infrastruktur und Rechenzentrumsarchitektur ein. Prior1 verantwortet die Containertechnik, Regio AI den Plattformbetrieb und die Vermarktung.

Für den weiteren Ausbau sind Container mit rund 250 und 500 Kilowatt Leistung vorgesehen. Die konkrete Größe soll sich nach der verfügbaren Stromkapazität am jeweiligen Standort richten. Nach Angaben der Projektpartner befinden sich aktuell vier weitere Standorte in der Genehmigungsphase.

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