Quantentechnologie für Navigation und Verteidigung Quantensensorik könnte bald zum Einsatz kommen

Von Paula Breukel 2 min Lesedauer

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Quantensensorik könnte früher als Quantencomputer in praktische Anwendungen gelangen. Quantum X Labs entwickelt dafür ein Quantengyroskop und eine Quanten-Atomuhr für Navigation und Zeitmessung. Das Einsatzgebiet: Verteidigung.

Die Quantencomputer lassen noch auf sich warten. Quantentechnologien kommen jedoch zunehmend in anderen Bereichen zum Einsatz, etwa bei Navigation und Zeitmessung.(Bild: ©  kmls - stock.adobe.com)
Die Quantencomputer lassen noch auf sich warten. Quantentechnologien kommen jedoch zunehmend in anderen Bereichen zum Einsatz, etwa bei Navigation und Zeitmessung.
(Bild: © kmls - stock.adobe.com)

Während Quantencomputing auf leistungsfähigere Quantencomputer wartet, lassen sich Quantensensoren bereits für konkrete Messaufgaben entwickeln. Dazu zählen hochpräzise Navigation, Positionierung und Zeitmessung.

Quantum X Labs arbeitet in diesem Bereich an einem Quantengyroskop und einer Quanten-Atomuhr. Das Unternehmen sieht mögliche Anwendungen unter anderem in der Luft- und Raumfahrt sowie im Verteidigungssektor.

Ein wichtiger Einsatzbereich ist die Positionierung, Navigation und Zeitmessung (PNT). Quantensensoren könnten dabei auch dann eingesetzt werden, wenn Signale globaler Navigationssatellitensysteme (GNSS) nicht verfügbar oder gestört sind.

Europa fördert Quantensensorik für Verteidigung

Auch auf europäischer Ebene wächst das Interesse an entsprechenden Technologien. Die Europäische Union (EU) fördert Projekte, die Quantensensorik für Positionierung, Navigation und Zeitmessung nutzbar machen sollen.

Das Projekt Adequade entwickelt unter anderem Quantensensorik für diese Anwendungsfelder. Nach Angaben der EU erhält das Projekt 27,4 Millionen Euro Förderung.

Zu den Anforderungen für einen späteren Einsatz zählen neben der Messgenauigkeit auch geringe Größe, Gewicht und Energieverbrauch. Für militärische Anwendungen kommen Anforderungen an Zuverlässigkeit und Cybersicherheit hinzu.

Damit rückt die Integration in bestehende Systeme stärker in den Mittelpunkt. Quantensensoren benötigen keinen universellen Quantencomputer und können daher grundsätzlich unabhängig von dessen Entwicklungsstand eingesetzt werden.

Quantum X Labs entwickelt drei Technologiebereiche

Quantum X Labs verfolgt neben der Quantensensorik zwei weitere Bereiche: Quantencomputing und Quantensoftware. Beim Quantencomputer setzt das Unternehmen auf eine Architektur mit kalten Atomen.

Bei der Software konzentriert sich Quantum X Labs unter anderem auf Quanten-Cybersicherheit, Fehlerkorrektur und spezialisierte Simulationen. Die drei Bereiche befinden sich nach Unternehmensangaben in unterschiedlichen Entwicklungsphasen.

Für die Quantensensorik stehen dagegen konkrete Instrumente im Mittelpunkt. Das Quantengyroskop soll Bewegungen und Orientierung präzise erfassen. Die Quanten-Atomuhr zielt auf hochgenaue Zeitmessung.

Strategischer Fokus auf Verteidigung und Infrastruktur

Quantum X Labs hat im September den ehemaligen Mossad-Chef Yossi Cohen zum Vorsitzenden seines wissenschaftlichen Beirats berufen. Cohen soll das Unternehmen insbesondere bei möglichen Anwendungen in Verteidigung und kritischer Infrastruktur beraten.

Die Berufung ist Teil der strategischen Ausrichtung des Unternehmens und stellt für sich genommen keinen Nachweis einer kommerziellen Marktreife dar.

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