Integration photonischer QPUs in Nvidia-Infrastrukturen Quandela zeigt GPU-QPU-Integration mit Nvidia NVQLink

Von Bernhard Lück 3 min Lesedauer

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Auf der „Nvidia GTC Berlin“ zweigt Quandela die Kopplung von GPUs und Quantenprozessoren. Gezeigt wird, wie QPUs als Beschleuniger in KI- und HPC-Umgebungen eingebunden werden können. Basis ist die Verbindung über „Nvidia NVQLink“.

Quandela wird auf der GTC Berlin demonstrieren, wie man die Einbindung von Quantentechnologie in KI- und HPC-Infrastrukturen vorantreiben kann.(Bild:  Quandela)
Quandela wird auf der GTC Berlin demonstrieren, wie man die Einbindung von Quantentechnologie in KI- und HPC-Infrastrukturen vorantreiben kann.
(Bild: Quandela)

Die Demonstration ist auf der Nvidia GTC Berlin vom 20. bis 22. Oktober 2026 in der Station-Berlin zu sehen und baut auf einer experimentellen Validierung auf, die Quandela Anfang 2026 auf der „ISC High Performance“ in Hamburg präsentiert hat. Dort hatte das Unternehmen mithilfe von „NVQLink“ eine latenzarme Integration zwischen „Nvidia Accelerated Computing“ und seinen photonischen Quantenprozessoren gezeigt.

Auf der GTC Berlin läuft Quandela zufolge ein KI-Workflow auf einem „Nvidia DGX Spark“, der über NVQLink direkt Daten mit dem FPGA-basierten System Controller von Quandela austauscht. Eine Reservoir-Computing-Anwendung und ein Live-Dashboard sollen den Ablauf von der klassischen Datenaufbereitung über die Quantenverarbeitung bis zum Ergebnis nachvollziehbar machen.

Zu beachten ist: Für die Präsentation wird die QPU simuliert. Der Aufbau bildet laut Anbieter die Systemarchitektur und das Interaktionsmodell nach, die zuvor mit einer physischen photonischen QPU validiert wurden. Damit lasse sich der Workflow auch in einer Messeumgebung darstellen.

Vom Remote-Zugriff zum integrierten Beschleuniger

Quandela verweist darauf, dass Quantencomputer heute überwiegend als Remote-Ressourcen über Cloud-Umgebungen genutzt werden. Mit NVQLink erprobt das Unternehmen ein Modell, bei dem QPUs gemeinsam mit CPUs und GPUs als spezialisierte Beschleuniger in KI- und HPC-Infrastrukturen eingebunden sind.

Die Aufgabenverteilung sieht dabei folgendermaßen aus:

  • Die CPU steuert die Anwendung;
  • Die GPU führt rechenintensive KI- und klassische Berechnungen aus;
  • Die photonische QPU wird gezielt für ausgewählte Workloads eingebunden, bei denen Quantenverarbeitung einen Vorteil bieten kann.

Technisch verbindet Quandela seine photonische Quantencomputing-Technologie und den „Quantum System Controller“ über NVQLink und die Nvidia-Plattform „Cuda-Q“ für hybrides quantenklassisches Computing mit Nvidia Accelerated Computing. So entstehe die Grundlage für enger integrierte hybride Umgebungen.

Jean Senellart, Chief Technology and Product Officer bei Quandela, sieht die Herausforderung weniger in der bloßen Verfügbarkeit von QPUs. Entscheidend sei, sie so in bestehende Infrastrukturen einzubinden, dass Forschende und Unternehmen sie selbstverständlich nutzen können. GPU und QPU sollen dabei als komplementäre Prozessoren innerhalb desselben Workflows arbeiten.

Latenz als Faktor beim photonischen Ansatz

Quandela ordnet die Demo in eine breitere Entwicklung ein: Mit zunehmender Reife der Quantenprozessoren verschiebe sich der Fokus von eigenständigen Quantencomputern hin zu Architekturen, in denen klassische und Quantenprozessoren mit immer geringerer Latenz zusammenarbeiten. Beim photonischen Quantencomputing, bei dem Quantenoperationen und Photonenerzeugung mit hohen Wiederholraten erfolgen können, werde die Geschwindigkeit des Informationsaustauschs zwischen klassischer und Quantenhardware zu einem entscheidenden Faktor für die Gesamtleistung.

Mit der Integrationsschicht will das Unternehmen nach eigener Darstellung die Voraussetzungen schaffen, photonische QPUs künftig in KI-Fabriken, Supercomputing-Zentren und industriellen Computing-Infrastrukturen als Beschleuniger einzusetzen.

Engagement in Deutschland

Parallel baut Quandela eigenen Angaben zufolge seine Präsenz im deutschen Technologie- und Quantenumfeld aus. Nach der ISC in Hamburg war das Unternehmen zuletzt auch auf der „Aidaq“ in Berlin vertreten, die das Zusammenspiel von KI, Daten, HPC und Quantentechnologien thematisierte.

Industriell arbeitet Quandela mit dem deutschen Unternehmen Attocube Systems zusammen, das es als einen seiner wichtigsten europäischen Technologiepartner bezeichnet. Beide Firmen kooperierten unter anderem bei Lucy, einem photonischen Quantencomputer, der an das European High Performance Computing Joint Undertaking (EuroHPC) und die französische Hochleistungsrechenorganisation „Genci“ geliefert wurde. Das System steht am Très Grand Centre de Calcul (TGCC) des französischen Forschungszentrums CEA und kombiniert Quandelas Photonik mit kryogenen Systemen von attocube.

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Im Mai 2026 unterzeichnete Quandela gemeinsam mit CEA, Fraunhofer, CNRS, Inria, Le Lab Quantique, QUTAC und der European Champions Alliance eine gemeinsame Erklärung, die die Zusammenarbeit zwischen dem französischen und dem deutschen Quantenökosystem beschleunigen soll.

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