Cloud-Infrastruktur und Satelliteninternet Amazon, Nvidia, Siemens – Milliarden für Cloud und industrielle KI

Von Paula Breukel 2 min Lesedauer

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Amazon steckt 2027 Milliarden in Cloud- und KI-Infrastruktur in Deutschland. Gleichzeitig treiben Nvidia, Siemens und die Bundesregierung industrielle KI voran. Auch Satelliteninternet gehört zu den Investitionsplänen.

Im Juni 2025 trafen Nvidia-CEO Jensen Huang und Friedrich Merz bereits aufeinander. Bereits vor dem offiziellen Start der GTC in Berlin werden unzählige Investitionen in den Standort Deutschland bekanntgegeben.(Bild:  Nvidia)
Im Juni 2025 trafen Nvidia-CEO Jensen Huang und Friedrich Merz bereits aufeinander. Bereits vor dem offiziellen Start der GTC in Berlin werden unzählige Investitionen in den Standort Deutschland bekanntgegeben.
(Bild: Nvidia)

Beim „Invest in Germany Summit“ der Bundesregierung in Berlin kündigte Amazon an, 2027 mehr als 16 Milliarden Euro in Deutschland zu investieren. Beim Summit standen Rechenzentren und Infrastrukturen für Künstliche Intelligenz (KI) im Zentrum der Diskussionen. Außerdem wollen die Bundesregierung und Nvidia die industrielle Nutzung von KI vorantreiben.

Ausbau der Cloudregion Frankfurt

Mit der 4,8 Milliarden Euro Investition in den Ausbau der Cloudregion Frankfurt will der AWS nach eigenen Angaben der steigenden Nachfrage nach Cloud- und KI-Diensten gerecht werden. Seit dem Start der Region im Oktober 2014 hat Amazon nach eigenen Angaben bereits einen zweistelligen Milliardenbetrag in seine deutsche Cloud-Infrastruktur investiert. Die „AWS European Sovereign Cloud“ ist seit Januar 2026 in Deutschland verfügbar.

Ein Teil der angekündigten Gesamtinvestitionen soll außerdem in Amazons Satellitennetzwerk Leo fließen: Damit will das Unternehmen schnelles Internet in Gebiete mit schwachen Netzen bringen. Dafür hat Amazon 24 Raketenstarts beim französischen Raumfahrtunternehmen Arianespace gebucht.

Merz und Nvidia vereinbaren KI-Kooperation

Auch Nvidia und die Bundesregierung kündigten beim Investitionsgipfel eine engere Zusammenarbeit an. Ziel ist es, die industrielle Nutzung von KI in Deutschland voranzutreiben. Im Fokus steht sogenannte Physical AI, also KI, die in physischen Systemen wie Robotern zum Einsatz kommt.

Nvidia will seine KI-Modelle künftig neben großen Industrieunternehmen auch kleinen und mittleren Unternehmen sowie Forschungseinrichtungen zugänglich machen. Konkrete Investitionssummen nannten die Beteiligten zunächst nicht.

Siemens und Nvidia wollen KI in Fabriken bringen

Auch Siemens und Nvidia vertiefen ihre Zusammenarbeit. Die Unternehmen wollen KI und digitale Zwillinge stärker in der industriellen Fertigung einsetzen. Im Siemens-Gerätewerk in Erlangen sollen die Anwendungen unter anderem den Produktionsanlauf beschleunigen und die Produktionsplanung an veränderte Bedingungen anpassen. Siemens sieht darin eine Möglichkeit, die Produktivität der Industrie zu steigern.

Kommentar von Ivo Ivanov, CEO von DE-CIX:

Der CEO von DE-CIX Ivo Ivanov.(Bild:  DE-CIX)
Der CEO von DE-CIX Ivo Ivanov.
(Bild: DE-CIX)

„Die geplante Kooperation ist ein starkes Signal für den KI-Standort Deutschland. Leistungsfähige Chips und Rechenkapazitäten schaffen die Grundlage, um KI-Modelle zu trainieren. Der wirtschaftliche Mehrwert entsteht aber vor allem dann, wenn diese Modelle zum Einsatz kommen: bei der KI-Inferenz, also ‚AI in action‘.

Genau hier wird Konnektivität genauso entscheidend wie Rechenleistung. Denn Echtzeit-KI funktioniert nur, wenn Daten, Rechenleistung, Modelle und Anwendungen direkt miteinander verbunden und dadurch in der Lage sind, schnell und zuverlässig miteinander zu kommunizieren.

Deutschland muss deshalb beides gemeinsam planen: Wer in das Training von KI-Modellen investiert, muss auch in die Konnektivität investieren, die ihren Einsatz in der Industrie ermöglicht.“

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