ISC 2016: Lenovo im HPC

High Performance-Bauplan und direkte Wasserkühlung

| Redakteur: Ulrike Ostler

Charles Wuischpard, Vice President Datacenter Group, General Manager of the High Performance Computing Platform Group bei Intel. „Glückwunsch an Lenovo und Cineca dafür, dass sie den leistungsstärksten Supercomputer basierend auf der Intel Omni-Path Architektur gebaut haben, der 1.72PF in der letzten Top500-Liste liefert.“
Charles Wuischpard, Vice President Datacenter Group, General Manager of the High Performance Computing Platform Group bei Intel. „Glückwunsch an Lenovo und Cineca dafür, dass sie den leistungsstärksten Supercomputer basierend auf der Intel Omni-Path Architektur gebaut haben, der 1.72PF in der letzten Top500-Liste liefert.“ (Bild: Lenovo)

Lenovo hat auf der Messe „Intenational Supercomputing“ in Frankfurt ein technisches Framework vorgestellt, um Partner-Technik ins eigene Server- und Speicherportfolio zu integrieren. Das Unternehmen demonstriert zudem gemeinsam mit dem Leibniz-Rechenzentrum, wie Kühlkapazität aus wiederverwertetem, heißem Wasser gewonnen werden kann.

Das neue mit „Lenovo Scalable Infrastructure Services“ bezeichnete Framework bietet einen replizierbaren Bauplan zur Lösungsentwicklung, Konfiguration, Aufbau, Auslieferung und Support. Das Design dient als Bauplan für HPC-Lösungen und wird jetzt erstmalig auf der International Supercomputing Conference (ISC) 2016 vorgestellt. Für dieses Framework arbeitet Lenovo mit Intel zusammen, um durch Unterstützung des „Intel Scalable System Framework“ (SFF) integrierte HPS-Lösungen mit vereinheitlichtem Support anbieten zu können.

Lenovo Scalable Infrastructure Services nutzt das Server-Portfolio des Unternehmens, das Anfang des Jahres mit den „Intel Xeon v4“-Prozessoren ausgestattet wurde und ein neues dichtes, 2U, 4-Knoten-System, den „Thinkserver sd350“ eingeführt hat.

Innovationen mit Kunden

Das Framework ist jedoch über das Stadium der grauen Theorie hinaus: Lenovo präsentiert zugleich den ersten Einsatz dieses Frameworks – den „Marconi“ Supercomputer für Cineca, ein interuniversitäres Computing Konsortium mit Sitz in Casalecchio di Reno (Bologna), Italien. Der Supercomputer wurde von Cinaca und Lenovo mitentworfen und basiert auf der ursprünglich von IBM entwickelten IBM „Nextscale“-Plattform. Jetzt nutzt diese die jüngsten Intel Xeon-Techniken und ist bis dato eine der größten Intel Omni-Path-Architektur-Installationen. Diese gewährt der wissenschaftlichen Gemeinschaft Zugang zu einer technologisch fortschrittlichen, Energie-effizienten HPC-Lösung.

Sanzio Bassini, HPC Department Director bei Cinaca, holt aus: „Cineca ist das größte Computing-Zentrum Italiens und wir verpflichten uns, unserem Konsortium aus italienischen Universitäten sowie den PRACE (Partnership for Advanced Computing in Europe) und EUROfusion (European Consortium for the Development of Fusion Energy) Organisationen High Performance Computing und technische Forschungskapazitäten zu liefern.“

Kürzlich habe sich Cineca für Lenovo und Intel als Technologie-Partner für ein dreijähriges Projekt für eine neue HPC Anlage entschieden, welches außerdem ein Treiber für das Exascale Class Computing System 2020 sein wird. „Die Lösung hat das Ziel“, so Bassini, „eine flexible und Energie-effiziente Architektur zu liefern, welche mit Hilfe der innovativen neuen Generation von Intel Prozessoren (Broadwell, Knigths Landing, SkyLake) und dem gerade angekündigten Omni-Path High Performance Netzwerk Interface 20 PFs Spitzenleistung für die europäische Forschungsgemeinschaft bieten kann.“

Der italienische Top500-Player

Die Anlage trägt den Namen Marconi wurde auf der ISC16 angekündigt und wird auf der Top500Liste erscheinen. Das System wird für die europäische Forschungsgemeinschaft ab dem 1. Juli geöffnet sein und HPC Leistungen zur Verfügung stellen. „Wir freuen uns, unsere Partnerschaft mit Lenovo und Intel sowie die Auslieferung unserer High-Productivity Computing Facility innerhalb der nächsten zwölf Monate anzukündigen, die Cineca als einen der größten Akteure für HPC Initiativen in Europa festigen wird.”

Lenovo erzielte auf Marconi im High Performance Linpack Benchmark eine Leistung von 1,72 Petaflop/s und unterstreicht damit die Fähigkeit des Unternehmens schnell die neuesten und führenden HPC-Technologien zu liefern und zu implementieren. Die Zeit für die Implementierung kann durch ein bereits vollständig zusammengestelltes und getestetes, einsatzfähiges System weiter reduziert werden.

Darüber hinaus aktualisiert Lenovo sein branchenführendes direktwassergekühltes Nextscale-System „M5“, um die Intel Xeon v4 Prozessoren mit einer verbesserten vierten Generation des branchenführenden Wasserkreislaufs zu integrieren, die mehr Leistung, Kühleffizienz und Flexibilität ermöglicht. Eine Darstellung der neuen direktwassergekühlten Nextscale M5 Lösung ist in der Lage, 90 Prozent seiner Wärme in das Wasser zu übertragen. Auch das zeigt Lenovo während der ISC.

Neue Server- und Software für Rechenzentren von Lenovo

x86-Rekordhalter

Neue Server- und Software für Rechenzentren von Lenovo

04.04.16 - Lenovo kündigt mit neuen Servern auch Software und Services an, die dabei helfen sollen, das IT-Management zu vereinfachen, TCO zu reduzieren und die Laufzeit zu maximieren. Lenovo-Server konnten dank der jüngsten „Intel Xeon“-Prozessoren sechs Performance-Weltrekorde in der Virtualisierung, Database-, High-Performance-Computing und bei High Frequency Trading Workloads erzielen. lesen

Schließlich präsentiert das Unternehmen auf der ISC 2016 auf dem Stand 1020 zusammen mit dem Leibniz-Rechenzentrum der Bayerischen Akademie der Wissenschaften (LRZ) den letzten Durchbruch: die Kühlung des auf dem Lenovo Nextscale System 5 basierenden „CoolMUC-2“-Cluster mit 50 Grad warmem Wasser in einer Produktionsumgebung. Das LRZ nutzt dieses System um beim Thema „Green IT“ einen Schritt weiterzugehen und mithilfe eines Wärmerückgewinnungsschemas „Adsorptionskältemaschinen“ voranzutreiben, die kaltes Wasser generieren, das dann für die Kühlung von fünf Petabyte HPC-Storage genutzt wird. Da die Warmwasserkühlung auch die Energie-Aufnahme der Server verringert und die Power Usage Effectiveness (PUE) erhöht, verbraucht das LRZ CoolMUC-2 System weniger als die Hälfte des Stroms eines vergleichbaren luftgekühlten Systems.

Das Leibniz Rechenzentrum kühlt mit Rechnerabwärme

Das Forschungs-Cluster CooLMUC-2

Das Leibniz Rechenzentrum kühlt mit Rechnerabwärme

03.02.16 - Mit Abschluss der letzten Installationsarbeiten und Abnahmetests ist in der vergangenen Woche am Leibniz-Rechenzentrum der Bayerischen Akademie der Wissenschaften ein neuer Rechen-Cluster in Betrieb gegangen, der „CooLMUC-2“. Bei dem von der Lenovo Deutschland GmbH gelieferten System ist der Name Programm: Die im Betrieb anfallende Abwärme wird mittels Adsorptionstechnik in Kälte umgewandelt. lesen

Das LRZ ist ein Kollaborationspartner von Lenovos HPC Innovation Center in Stuttgart, das als Teil des globalen Netzwerks für HPC R&D nun auch Standorte in Peking und dem Research Triangle Park North Carolina. Professor Arndt Bode, Aufsichtsratsvorsitzender beim LRZ, sagt: „Das CooLMUC-2 Produktionssystem zeigt eine durchschnittliche Energy Reuse Effectiveness (ERE) von 0.3. Die direkte Wasserkühlungstechnologie von Lenovo erreicht bereits eine mehr als 70prozentige Effizienz an Wärme-Abfuhr bei dieser sehr hohen Temperatur. Eine 100prozentige Effizienz würde in einem ERE Ergebnis nahe null resultieren und dementsprechend ein nahezu 100prozentiges ganzjähriges Recycling von HPC Cluster Abwärme liefern.”

Hinweis: Die Frankfurter Kongressmesse International Supercomputing läuft noch bis zum Donnerstag, den 23. Juni 2016.

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