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Gar nicht verstaubt: Mappen für das Produktdaten-Management

| Autor / Redakteur: Karl Obermann / Ulrike Ostler

Heute gewährt das Produktdaten-Management, auch dank Integration in ERP- und andere Systeme, zu ganz neuen Einsichten. An- und eingestaubt ist das gar nicht.
Heute gewährt das Produktdaten-Management, auch dank Integration in ERP- und andere Systeme, zu ganz neuen Einsichten. An- und eingestaubt ist das gar nicht. (Bild: gemeinfrei: Antoine Beauvillain auf Unsplash)

Produktdaten- und Product-Lifecycle-Managemeent (PDM/PLM) hat in der Diskussion der vergangenen Jahre ein wenig an Bedeutung verloren. Sehr zu Unrecht. Ohne diese Tools ist die Digitalisierung und Automatisierung der Prozesse, nicht nur im Engineering, kaum möglich. Friedrich Luger, Leiter Competence Center PDM bei DPS Software, gibt Auskunft.

In der Anfangszeit hatte PDM hauptsächlich die Funktion, Zeichnungen und CAD-Modelle zu verwalten. Im Laufe der Zeit kamen immer mehr Aufgaben hinzu, denn es war einfach, Informationen in Mappen zu stecken und sie dort auch wieder zu finden. Bald haben Firmen PDM auch rein für kaufmännische Aufgaben eingesetzt, zum Beispiel für die Angebotsverfolgung.

PDM bringt Transparenz nicht nur in die Konstruktionsdaten, sondern weit darüber hinaus.
PDM bringt Transparenz nicht nur in die Konstruktionsdaten, sondern weit darüber hinaus. (Bild: DPS Software)

Heute jedoch setzen Unternehmen PDM/PLM als zweiten Hauptinformationsstrang parallel zum Enterprise Ressource Planning (ERP) ein. Vom Chef bis in die Produktion profitieren viele davon. Das spiegelt sich auch in stark gestiegenen Verkaufszahlen in den vergangenen fünf Jahren wider. Um zu verstehen, was den Siegeszug dieses Instruments in der Praxis bewirkt hat, zunächst ein Blick auf die Basics:

Mappen strukturieren

Wenn man sich einem PDM/PLM-System nähert, fällt einem sehr schnell die Mappentechnik auf. Mappen, die wie in der realen Welt einfach geöffnet, befüllt und wieder geschlossen werden können. Außen steht ein Titel darauf.

So bildet ein Unternehmen, das projektorientiert arbeitet, damit seine Projektstruktur ab: Interne Kommunikation, externe Kommunikation, Zeichnungen, Berechnungsergebnisse und vieles mehr finden hier Platz und können schnell wiedergefunden werden.

Ergänzendes zum Thema
 
Über die DPS Software GmbH

Friedrich Luger ist Leiter Competence Center PDM bei DPS Software
Friedrich Luger ist Leiter Competence Center PDM bei DPS Software (Bild: DPS Software)

Unternehmen, die produktorientiert arbeiten, machen das entsprechend für ihre Produktstruktur. Entscheidend ist die Einfachheit, denn PDM wird nicht nur von Ingenieuren und Technikern genutzt, sondern auch von anderen Gruppen im Unternehmen. Luger sagt: „Ja, es ist zwischenzeitlich sogar so, dass auf einen PDM-Nutzer im konstruktiven Umfeld (CAD-PDM) mittlerweile zehn PDM-Nutzer in anderen Unternehmensbereichen kommen.“

Er fügt ein kleines Beispiel aus der Digitalisierung an. Früher habe man am Ende der Konstruktion alle nötigen Arbeitsmaterialien zusammengepackt und zum entsprechenden Ansprechpartner in der Arbeitsvorbereitung getragen. Mit PDM sei dann alles in einer elektronischen Mappe gelandet, die per Mausklick in die AV gesendet wurde. „Inzwischen geht man noch einen Schritt weiter“, so Luger, „indem man die nachfolgenden Stellen, zum Beispiel die Arbeitsvorbereitung, auf den gleichen Datenbestand zugreifen lässt, den der Konstrukteur angelegt hat. Damit ist die Eindeutigkeit der Daten gesichert.“

Die Mitarbeiter der nachfolgenden Stellen erhielten in einem solchen Fall lediglich noch eine Nachricht, dass ein bestimmter Datensatz bereitsteht und auch dies erfolgt noch automatisiert, gesteuert über einen Workflow. Damit sei das nächste Basisthema bereits gesetzt, erläutert Luger.

Workflows sind die Basis

Workflows sind im Prinzip die Basis für die Automatisierung, etwa als Freigabe-Workflows oder Änderungsworkflows. Dazu gehört auch, dass, sobald ein definierter Produktstatus erreicht ist, eine Reihe automatisierter Aufgaben ausgelöst wird, um komplette Prozesse zu starten und sie ohne Userinteraktion erfolgreich abzuschließen. Eine zentrale Rolle spielen Workflows auch bei der ereignisgesteuerten Kommunikation mit externen Systemen, beispielsweise für die automatisierte Bereitstellung von Daten für ein ERP-System.

Luger weist darauf hin, dass ERP-Kopplung ein Thema ist, das immer intensiver nachgefragt werde: „Als wir 2006 mit `Solidworks PDM´ begannen, wurde vielleicht für eine von 20 PDM-Installationen eine PDM-ERP-Integration angedacht. Heute hat jedes 2. System einen ERP-Anschluss von Anfang an dabei. Und bei praktisch jeder Installation ist es das Ziel, im zweiten Schritt, zu so einer Kopplung zu kommen.“

Schnittstellen - flexible Verbindungen

Solidworks PDM hat die Integration vieler Autorensysteme zu bewältigen. Früher sei es nur CAD gewesen, aber heute umfasse allein die Solidworks-Plattform mehr als ein Dutzend Anwendungen, die alle mit dem gleichen Basisdatensatz (dem 3D-Modell) arbeiteten, deren Daten alle verwaltet werden müssten. Über das PDM-System könnten diese Daten direkt weiter genutzt werden.

Gleichzeitig verfüge Solidworks über eine „MS Office“-Integration und es würden auch CAD-Fremdsysteme unterstützt, unter anderem „Autocad“, „Inventor“, „Solid Edge“, „Creo Parametric“, „Creo Elements“, „Draftsight zum Beispiel und verschiedene E-CAD-Systeme. Neben CAD- und MS-Office-Dateien können laut Luger auch die gängigen Filetypen und Neutralformate verwaltet werden. Im Standardumfang werden etwa 200 kostenlose Viewer mitgeliefert.

Dies alles muss von funktionierenden Schnittstellen bewältigt werden. Mit Solidworks PDM steht den Kunden zudem ein API (Application Programming Interface) oder auch XML als Austauschformat zur Verfügung.

Kurze Einweisung, schneller Einsatz

Auf dem ersten Blick sehen alle PDM-Systeme ähnlich aus. Die Frage ist: Gibt es überhaupt noch wesentliche Unterschiede? Luger bejaht und reklamiert für Solidworks PDM „eine sehr anwenderfreundliche Bedienung und Administration“.

Die Bedienoberfläche ist dem „Windows Explorer“ ähnlich, so dass sich die Nutzer innerhalb weniger Stunden zurechtfinden. „Das bedeutet, dass wir keine große Schulung für die Anwender brauchen. Im Regelfall reicht eine Einweisung von einem halben Tag“, streicht Luger den entsprechenden Vorteil heraus.

So ist die DPS Job-Box aufgebaut.
So ist die DPS Job-Box aufgebaut. (Bild: DPS Spftware)

Der andere Punkt sei die einfache Administrierbarkeit des Systems. Das liege nach den Angaben an „der sehr durchdachten Administrator-Oberfläche“. Über die grafische Oberfläche nimmt der Admin Konfigurationsänderungen, das Erstellen von Datenkarten und neuen Workflows vor. „Das ist eine extrem wichtige Systemeigenschaft, insbesondere für unsere Kunden aus dem KMU-Bereich“, äußert sich Luger überzeugt.

Im Ergebnis sei nicht eine Woche Schulung fällig, sondern nur ein Tag Einweisung. Und in 90 Prozent der Fälle übernehme ein Key User die Administration ein Keyuser.

Die Grafik zeigt schematisch den Aufbau der „DPS Viewbox“.
Die Grafik zeigt schematisch den Aufbau der „DPS Viewbox“. (Bild: DSP Software)

Solidworks PDM gibt es in zwei Ausbaustufen

„Solidworks PDM Standard“ nutzt als Datenbank die „Microsoft SQL Server Express Edition“ und ist integraler Teil von „Solidworks Professional“ und „Premium“. Es wird mit jeder dieser CAD-Lizenzen ausgeliefert. Die Standardversion deckt alle Baisisfunktionen ab und ist für kleine lokale Arbeitsgruppen konzipiert (3-5 User), die keine allzu hohen Anforderungen haben, beispielsweise ohne ERP-Anschluss auskommen, ein einfacher Workflow vorlieht und eine API unnötig ist.

Die Karteikarten in „Solidworks PDM Professional“, können, je nach Kundenwunsch gestaltet werden.
Die Karteikarten in „Solidworks PDM Professional“, können, je nach Kundenwunsch gestaltet werden. (Bild: DPS Software)

Solidworks PDM Professional“ (ehemals „Enterprise PDM“) basiert auf der „Microsoft SQL Server Standard Edition“ und umfasst alle dargelegten Funktionen. „Das System funktioniert mit einem Nutzer genauso, wie mit 1.000 Anwendern“, betont Luger, mitsamt einer Datenreplikation über mehrere Standorte und Kontinente hinweg.

Zusatzprodukte und Services

Darüber hinaus bietet die DPS Software GmbH eine ganze Reihe von Zusatzpaketen, die nicht nur den Anwendern das Leben erleichtern und ihre PDM-Performance erhöhen sollen: „Primär nutzen wir diese Tools dazu, um mit unseren Kunden den digitalen Strukturwandel, Schritt für Schritt, umzusetzen“, so Luger.

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