Kosten, Leistung und Flugverkehr im Blick: Linux auf dem Tower

Flughafen München migriert auf Red Hat Enterprise Linux

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Viele Mission-Critical-Prozesse laufen auf Linux-Systemen

Der gesamte Migrationsprozess der Server zog sich über einen längeren Zeitraum hin. Insbesondere in den frühen Projektphasen nutzte der Flughafen auch externes Know-how. Auf Empfehlung des Betriebssystemherstellers holte der Flughafen den Red Hat Premier Business Partner Inox-Tech aus Passau mit an Bord. „Der Systemintegrator hat das Projekt von Beginn an begleitet. Durch dessen Kompetenz wurden in der Zwischenzeit dutzende von Linux-Maschinen installiert“, berichtet Bösl.

Der Flughafen in München wird um einen "Satelliten" erweitert.
Der Flughafen in München wird um einen "Satelliten" erweitert.
(Bild: Werner Hennies/ Flughafen München GmbH)

Heute sind die meisten Mission-Critical-Prozesse am Münchner Flughafen von Linux-Systemen abhängig. Ohne sie wäre eine reibungslose Abfertigung der Passagiere, Gepäckstücke und Flugzeuge nicht möglich. Ein Ausfall würde dazu führen, dass Gepäckstücke liegen bleiben oder die Passagiere nicht mehr zu ihren Fliegern oder ankommenden Gepäck finden.

Tower-Control

Zusätzlich zur Unterstützung der Fluggäste kommt Red Hat Enterprise Linux auch auf dem Tower zum Einsatz, wo Mitarbeiter des Münchner Flughafens auf ihren Desktopsystemen eine Linux-Applikation nutzen. Als Input dienen unter anderem die Rohdaten aus dem Flugradar.

Terminal 2 vom Müncher Flughafen
Terminal 2 vom Müncher Flughafen
(Bild: Werner Hennies/ Flughafen München GmbH)

Daraus errechnet die Anwendung die Positionen der Flugzeuge. Zehn Minuten vor der Landung unterstützen Linux-Applikationen die Koordination der logistischen Maßnahmen am Boden. Sie ordern die Betankung sowie die Fluggastbrücken und sorgen für einen reibungslosen Ablauf der Kofferabfertigung. Diese Applikationen steuern diese vielfach miteinander verzahnten Vorgänge höchst zuverlässig.

Die Implentierung

Auf den Servern laufen insgesamt 22 SAP-Instanzen mit unterschiedlichen Aufgaben sowie Java- und Application-Server-basierte Anwendungen für die Flugzeug- und Passagierabfertigung. Dazu kommen Anwendungen zur Unterstützung der technischen Prozesse am Flughafen und Applikationen für die Zeit- und Projektplanung. Der Airport betreibt unter anderem zwei Datenbank-Cluster auf Red Hat Enterprise Linux als zentrale Informationsdrehscheibe für die Passagier- und Flugzeugabfertigung.

Zur Linux-IT-Landschaft zählen auch Server mit Datenbanken, die verschiedenen Servern zugewiesen werden können. Speziell dann, wenn Migrationen von Applikationen und Datenbanken anstehen, können die Server mit unterschiedlichen Versionen des Betriebssystems laufen.

Auch das gesamte Intranet und die Web-Server sowie die Infrastrukturkomponenten laufen unter Linux. Zur Überwachung der Netzwerkdienste kommt das Open-Source-Tool Nagios zum Einsatz, bei dessen Implementierung ebenfalls die Consultants von inoX-tech maßgeblich beteiligt waren.

Viel Virtualisierung

Seit Ende 2012 hat der Flughafen München rund 140 Server mit Red Hat Enterprise Linux im Einsatz, davon sind rund 65 Prozent virtualisiert. Im Tower nutzen Mitarbeiter zudem 20 Desktops mit Linux.

Nicht nur beim Spielzeug bring Red Hat Performance.
Nicht nur beim Spielzeug bring Red Hat Performance.
(Bild: Ostler)

Vor allem im Server-Bereich steigt die Zahl der eingesetzten Systeme kontinuierlich weiter an. Die mit VMware virtualisierte Server-Landschaft besteht aus 33 „Fujitsu-Primergy-RX300“-Systemen mit jeweils zwei Sockeln und 144 bis 192 GigabyteRAM, aufgeteilt in drei Cluster für „Windows“/Mischbetrieb und ein Cluster für Linux-Systeme. Virtualisiert laufen aktuell zirka 375 Instanzen, davon 100 produktive Instanzen mit Red Hat Enterprise Linux. Zusätzlich sind noch 50 physische Linux-Server-Systeme im Einsatz.

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