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Es macht Scrrummmm – und der VW rollt Erst die Menschen, dann die Methode - Scrum im Konzern

| Autor / Redakteur: Stefan Waschk* / Ulrike Ostler

„Wenn du es vergeigen willst, führ es als Methode ein! Willst du erfolgreich sein, begeistere die Menschen“: Agile Entwicklung ist inzwischen auch in den IT-Abteilungen deutscher Konzerne angekommen. Was vielerorts als Graswurzelbewegung begann, hat sich zum Erfolgsprojekt entwickelt. Was Unternehmen über Scrum im Konzernumfeld wissen sollten.

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Die Methode Scrum ist ohne Zweifel sinnvol und erfolgreich, doch zumeist auf kleine Entwicklerteams begrenzt. Sie kann aber auch in Konzernen wahre Wunder wirken, sagt der Autor und Praktiker Stefan Waschk von Volkswagen.
Die Methode Scrum ist ohne Zweifel sinnvol und erfolgreich, doch zumeist auf kleine Entwicklerteams begrenzt. Sie kann aber auch in Konzernen wahre Wunder wirken, sagt der Autor und Praktiker Stefan Waschk von Volkswagen.
(Bild: © bakhtiarzein - Fotolia)

Für Start-Ups und KMUs ist agile Entwicklung eine etablierte Art und Weise, komplexe Projekte zum Erfolg zu führen. Ganz anders im Konzernumfeld: Aufgrund gewachsener Organisationsstrukturen wird es oft zur Herausforderung, agile Methoden einzusetzen und langfristig zu etablieren.

Schaffen Verantwortliche hier jedoch die notwendigen Freiräume, können agile Methoden Dinge bewirken, die herkömmliches Projekt-Management nicht erreicht: Zum Beispiel den Turnaround eines verloren geglaubten Projektes, ungewöhnlich hohe Effizienzsteigerungen oder eine höhere Qualität des im Projekt entstandenen Produktes. Die Spielregeln für Scrum sind die gleichen, die Rahmenbedingungen und Erfolgsfaktoren unterscheiden sich allerdings wesentlich.

Individuelle Regelungen sind das A und O

Gerade Softwareprojekte werden oft konzernweit aufgesetzt, was schnell zu einer Flut an Abstimmungsbedarf führt. Sich innerhalb der einzelnen Bereiche, Marken und Gesellschaften auf einen gemeinsamen Prozess zu verständigen, ist ohnehin schon schwer genug.

Für agile Projekte stellen sich hier zusätzliche Herausforderungen: Häufig ist es die Aufgabe von Steuerkreisen, die gewünschten Einigungen über die Instanzen hinweg zu erzielen. Aus Sicht der agilen Entwicklungen gilt es, innerhalb dieser Steuerkreise Prozessgestalter – und letztlich Product Owner – zu finden, die ihre Verantwortung auch Instanz übergreifend ausüben. Für eine bestimmte Lieferstufe hat dann beispielsweise eine Marke oder Gesellschaft den Hut auf.

Über den eigentlichen Scrum-Prozess hinaus sind eine Menge Regelungen notwendig, die der Scrum Guide nicht abdeckt und die in einem Start-Up im gleichen Ausmaß wohl unnötig wären. Hier bildet Scrum den Container für weitere Techniken, Methoden und Praktiken. Es muss dabei immer ein geschützter Raum für die Methode geschaffen werden, sonst bleibt der agile Nutzen aus.

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