Die Verbindung vom virtuellen PC zum Desktop: VMwares Virtual Desktop Manager

Die virtuelle Desktop-Infrastruktur aus einer Hand

29.01.2008 | Redakteur: Ulrich Roderer

Virtuelle Desktop-Infrastruktur jetzt komplett von VMware
Virtuelle Desktop-Infrastruktur jetzt komplett von VMware

Unternehmen, die virtuelle Desktop-Infrastrukturen aufbauen wollen, waren bisher auf Connection Broker von Anbietern wie Citrix, Clearcube, Leostream und anderen angewiesen. VMware hat seit kurzem einen eigenen Connection Broker auf dem Markt.

Ein Connection Broker sorgt dafür, dass Anwendungen, die auf dem Server laufen, sicher und gemanagt zu Endgeräten übertragen werden, auf denen sie dargestellt werden sollen.

Dem Virtualisierungsspezialisten VMware fehlte bisher diese entscheidende Komponente in seinem Portfolio, um mit eigenen Lösungen eine Infrastruktur virtueller Desktops komplett aufbauen zu können. Durch den Kauf von Propero im Frühjahr hat das Unternehmen diese Lücke geschlossen und hat jetzt selbst einen Connection Broker im Programm. Der Professional Services Virtual Desktop Manager (VDM), wie die Lösung jetzt heißt, ist ein zentraler Teil der Virtual Desktop Infrastructure (VDI), die es erlaubt, virtuelle PCs auf Servern zu hosten und Anwendern von dort bereitzustellen.

Das Analystenunternehmen IDC sagt voraus, dass der Markt für Desktop-Virtualisierungssoftware bis 2011 auf zwei Milliarden Dollar anwachsen wird. „Wir sehen signifikante Chancen für Unternehmen und Behörden, die die Effizienz durch die Nutzung von Technologien zur Client-Virtualisierung wesentlich verbessern“, sagt John Humphreys, Analyst bei IDC.

Der virtuelle Desktop ist die Antwort auf Probleme, der sich Unternehmen mit einer ständig wachsenden Zahl von PCs gegenübersehen. Als virtuelle Maschinen aufgesetzt, können sie zentral auf einem Server verwaltet und gepflegt werden. Praktisch ohne Ausfallzeit und besser geschützt als physische PCs helfen virtuelle Desktops Administratoren wesentlich dabei, Unternehmensrichtlinien auch auf Desktops durchzusetzen und damit die Compliance zu gewährleisten. Der große Vorteil dieser Lösung besteht darin, dass sich die virtuellen Desktops über Netze ohne Probleme regional verteilen lassen und somit keinen physischen Support vor Ort mehr benötigen.

Der Virtual Desktop Manager ist nach Angaben von VMware komplett mit dem hauseigenen SDK entwickelt und wird dementsprechend auch vom Softwarehersteller unterstützt. Kunden erhalten ihn nur in Verbindung mit den VMware Professional Services.

Leistungsmerkmale des VDM

Der VDM bietet Anwendern durch Single Sign-on einen schnellen Zugriff auf ihre virtuellen Desktops. Sie erhalten automatisch den ihnen zugewiesenen Desktop mit den gespeicherten Einstellungen und Konfigurationen. Damit reduziert sich für Administratoren deutlich der Verwaltungsaufwand.

Administratoren haben darüber hinaus die Möglichkeit, regelbasiert dynamisch weitere Desktops bereitzustellen. Die Lösung unterstützt die IT darin, die Unternehmensrichtlinien durchzusetzen. VDM steuert Zugriffsrechte von externen Mitarbeitern bei Bedarf zeitgesteuert und führt ein automatisches Logoff durch, wenn voreingestellte Zeitfenster abgelaufen sind.

Die Software kann auch dabei helfen, den Bedarf und die Nutzung von virtuellen Desktops genauer zu erfassen. Dadurch können in manchen Fällen Lizenzkosten gespart werden. Hierzu stehen dem Administratoren Audit- und Reporting-Werkzeuge zur Verfügung. Sie analysieren Sessions und Nutzungsmuster von Desktops. Durch Failover-Funktionen können Anwender bei einem Problem bruchlos auf ihre Desktop-Sitzung wieder zugreifen.

VDM unterstützt eine breite Palette von Thin-Client-Betriebssystemen wie Windows XPe, Windows CE und Wyse Thin OS. Auch bestehende Clients lassen sich durch das VDM Client Boot ISO Image in die Infrastruktur integrieren.

Funktionsweise des VDM

Der Virtual Desktop Manager besteht aus vier Komponenten:

  • ein web-basierter Application Server, der die Benutzerschnittstellen und das Connection Brokering verwaltet und die Integration zum Active Directory von Microsoft herstellt.
  • Ein Proxy Server, der in VMware VirtualCenter integriert ist. Er verwaltet alle Anfragen und sorgt für optimale Performance.
  • Ein Datenbankserver, der als Repository für alle Anwendereinstellungen und Richtlinien dient.
  • Virtual Desktop-Agenten

Administratoren konfigurieren in VDM die benötigten Desktop-Gruppen mit den zugehörigen Zugriffs- und Nutzungsrechten. Die Desktop-Templates selbst können in VirtualCenter definiert werden.

Beim Einloggen authentifiziert die Lösung einen Anwender über Active Directory und stellt ihm dann über den Connection Broker den Desktop zur Verfügung. Wird eine Sitzung unterbrochen, kann ein Anwender von jedem Platz aus wieder auf seine Session zugreifen.

Integrationsdienstleistungen

VMware bietet mit dem viertägigen Virtual Desktop Infrastructure Pilot eine Testinstallation des Virtual Desktop Managers an für bis zu 25 virtuelle Desktops. Die Desktops basieren auf Templates von VirtualCenter. Im Rahmen des begleitenden Workshops erhalten Unternehmen einen Gold Support. Das Seminar vermittelt auch die nötigen Kenntnisse, um den VDM optimal einsetzen zu können. Dazu gehören Best Practises für RDP-Zugang, Connection Brokering und Session Management. Im Rahmen des Workshops wird ebenfalls die Integration von VDM mit Active Directory und dem VirtualCenter-Managementsystem exerziert.

Was meinen Sie zu diesem Thema?

Schreiben Sie uns hier Ihre Meinung ...
(nicht registrierter User)

Zur Wahrung unserer Interessen speichern wir zusätzlich zu den o.g. Informationen die IP-Adresse. Dies dient ausschließlich dem Zweck, dass Sie als Urheber des Kommentars identifiziert werden können. Rechtliche Grundlage ist die Wahrung berechtigter Interessen gem. Art 6 Abs 1 lit. f) DSGVO.
Kommentar abschicken
copyright

Dieser Beitrag ist urheberrechtlich geschützt. Sie wollen ihn für Ihre Zwecke verwenden? Infos finden Sie unter www.mycontentfactory.de (ID: 2010392 / Virtualisierung)