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Co-Location grün und günstig Die BMW-HPC-Anwendungen zieht es nach Schweden

| Autor: Ulrike Ostler

BMW hat für die Co-Location-Dienste Ecodatacenter in der schwedischen Kleinstadt Falun ausgewählt. BMW lagert einen Teil seines High Performance Computing an das „grünste Rechenzentrum“ überhaupt aus, wie der Betreiber von seiner Anlage behauptet. Es handelt sich um einen Sechsjahresvertrag und 4 Megawatt für die hohe Dichte, die derartige Anwendungen benötigen.

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Ecodatacenter hat in diesem Jahr das zweite Falun-Rechenzentrum in Betrieb genommen. Der Zweck ist Co-Location und High Performance Computing.Nun ist ein Viertel der Fläche bebaut. Die BMW Group zieht mit HPC-Anwendungen ein.
Ecodatacenter hat in diesem Jahr das zweite Falun-Rechenzentrum in Betrieb genommen. Der Zweck ist Co-Location und High Performance Computing.Nun ist ein Viertel der Fläche bebaut. Die BMW Group zieht mit HPC-Anwendungen ein.
(Bild: Ecodatacenter)

Der Co-Location-Partner ist für die BMW Group kein neuer. Ecodatacenter hat auch in den vergangenen vier Jahren HPC-Anwendungen für den Automobilkonzern betrieben, und zwar in Piteå in der nordschwedischen Provinz Norrbottens län, im ehemaligen Fortlax Datacenter. Die beiden Datacenter-Betreiber sind im Sommer des vergangenen Jahres fusioniert.

Ecodatacenter ist ein Joint Venture zwischen dem lokalen Energieunternehmen Falu Energi & Vatten und dem Rechenzentrumsbetreiber EcoDC AB. Für den Zusammenschluss hat Ecodatacenter Aktien von Fortlax gekauft und beide Unternehmen haben Aktien getauscht.

Das jüngst in Betrieb gegangene Rechenzentrum von Ecodatacenter in Falun.
Das jüngst in Betrieb gegangene Rechenzentrum von Ecodatacenter in Falun.
(Bild: Ecodatacenter)

Das Rechenzentrum in Falun gehört aus drei Gründen zu den umweltfreundlichsten. Zu einen kommt das Datacenter ohne Kernkraft und fossile Brennstoffe aus. Die Anlage ist integriert in den lokalen Energiebetreiber Falu Energy and Water und bezieht beziehen Energie aus Wasserkraft und Wind.

Die Nachhaltigkeit

Sodann funktioniert eine sektorübergreifende Nutzung. Ein nahegelegenes Wärmekraftwerk speist mit der Datacenter-Abwärme ein Fernwärmenetz und eine Pelletmühle verwendet sie zur Trocknung, so dass der Wärmeüberschuss zu 100 Prozent als Energiequelle genutzt wird.

Dazu kommt eine ökologische Bauweise des Tier IV-Rechenzentrums mit einem PUE-Wert von etwa 1,15. Denn es ist aus Holz.

Die Gesamtfläche für die Anlage beträgt 80.000 Quadratmeter, liegt 1,4 Kilometer vom Stadtzentrum entfernt und rund 200 Kilometer nordwestlich von Stockholm. Die einzelnen der geplanten vier Rechenzentrumsgebäude bieten jeweils 3.400 Quadratmeter White Space und 8 Megawatt an Leistung und Kühlung. Insgesamt kommt die Anlage auf 65 Megawatt redundante Leistung, wobei der Strom von verschiedenen Standorten aus geliefert wird. Zwei Gebäude sind in Betrieb.

Der zeitliche Versatz

Falun ist direkt an Telia Carrier Backbone angeschlossen und kann ohne DE-CIX oder andere IXPs mit den deutschen BMW-Werken und anderen DAX-Konzernen verbunden werden. Die geschätzte Latenzzeit für die eine Übertragung nach Stockholm beträgt 2 bis 2,5 Millisekunden, mit zusätzlichen 8 bis 10 Millisekunden von Stockholm nach Amsterdam und 11 bis 14 Millisekunden nach London. Der Roundtrip nach Frankfurt am Main beträgt 22 Millisekunden.

Auf der Homepage gibt Telia Carrier den zeitlichen Versatz für die Datenübertragung an. Das Netz umfasst 67.000 Kilometer eigene Glasfaser und verbindet rund 300 Points-of-Presence (PoPs) in 35 Ländern.
Auf der Homepage gibt Telia Carrier den zeitlichen Versatz für die Datenübertragung an. Das Netz umfasst 67.000 Kilometer eigene Glasfaser und verbindet rund 300 Points-of-Presence (PoPs) in 35 Ländern.
(Bild: Telia Carrier)

Die Datacenter-Gebäude sind zudem hochgradig modular konzipiert und können somit leicht an Kundenbedürfnisse angepasst werden. Das Anwerben der BMW Group als Kunde war dennoch nicht leicht. Ecodatacenter spricht von einem „harten Wettbewerb“ mit anderen, im Norden befindlichen Rechenzentren.

Wichtige Kriterien bei der Beschaffung seien die technische Glaubwürdigkeit sowie hohe Sicherheit und vor allem ein starker Fokus auf Nachhaltigkeit gewesen. Darüber hinaus dürften die extrem niedrigen Stromkosten attraktiv sein, zum Beispiel gibt es keine EEG-Umlage.

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Über den Autor

 Ulrike Ostler

Ulrike Ostler

Chefredakteurin DataCenter-Insider, DataCenter-Insider