IT-Awards 2019

Die beliebtesten Solid-State-Speichersysteme 2019

| Autor / Redakteur: Martin Hensel / Dr. Jürgen Ehneß

Hohe Geschwindigkeit, niedrige Latenzen: All-Flash-Speicher.
Hohe Geschwindigkeit, niedrige Latenzen: All-Flash-Speicher. (Bild: ©knssr - stock.adobe.com)

Wenn es um anspruchsvolle Einsatzszenarien und leistungshungrige Workloads geht, führt kein Weg an All-Flash-Speicher-Arrays vorbei. Derartige Storage-Systeme sind höchsten Anforderungen gewachsen und werden dank fallender Preise auch für den Einsatz in mittelständischen Unternehmen interessant.

Klassische festplattenbasierte Speichersysteme sind seit etlichen Jahren ein fester Teil jedes Rechenzentrums. Sie stoßen jedoch schnell an ihre Leistungsgrenzen, wenn bestimmte Anwendungen beispielsweise eine große Zahl an Transaktionen verursachen, hohe Datendurchsätze benötigen oder stark schwankende Workloads vorliegen. Beispiele dafür sind Data Warehouses, Datenbanken, große E-Commerce-Systeme oder Virtual-Desktop-Infrastrukturen (VDI).

Die Leser haben für die diesjährigen IT-Awards abgestimmt. Beim Klick auf die Bildergalerie sehen Sie die drei Gewinner der Kategorie Solid-State-Speicher 2019:

In solchen Fällen punkten Flash-basierte Speichersysteme durch ihre wesentlich höhere Verarbeitungsgeschwindigkeit und niedrigere Latenzen. Eine Vergleichsmöglichkeit bietet dabei der IOPS-Wert („Input/Output Operations Per Second“). Er lässt sich auf alle Arten von Speichermedien anwenden und bezeichnet den Datendurchsatz in Form der Anzahl von Ein- und Ausgaben pro Sekunde.

Während Festplatten hier meist sehr niedrige dreistellige Werte erzielen, liegen aktuelle Solid State Disks (SSDs) in der Regel im Hunderttausenderbereich. Einige NVMe-Varianten erreichen in Sachen IOPS sogar Werte in Millionenhöhe.

Ein System für alle Fälle

Solid-State-Speichersysteme kombinieren, vereinfacht ausgedrückt, eine große Zahl an SSDs zu einem leistungsfähigen Storage-Verbund. In der Anfangszeit dieser Technik waren derartige Lösungen noch sehr teuer und nur für spezifische Anwendungsfälle geeignet. Dies hat sich mittlerweile geändert: Verbesserte Flash-Speicher und Fertigungstechniken haben nicht nur zu Fortschritten in Sachen Leistung und Belastbarkeit geführt, sondern auch für fallende SSD-Preise gesorgt. Gleiches gilt für die Controller und den Funktionsumfang moderner All-Flash-Arrays. Letztere haben sich dadurch nahezu zu Allroundern entwickelt, die ein breites Spektrum an Anforderungen abdecken.

Der gewichtigste Vorteil von Solid-State-Speichersystemen sind die immensen Verarbeitungsgeschwindigkeiten. Die hohen IOPS-Werte sorgen in Kombination mit den stetig wachsenden Speicherkapazitäten einzelner SSDs dafür, dass sich Workloads im Vergleich mit festplattenbasierten Systemen mit bis zu 90 Prozent weniger Speichermedien abwickeln lassen.

Somit sinken Platz- und Energiebedarf der entsprechenden Speichersysteme im Rechenzentrum bei gleichzeitig einfacherer Verwaltung und Wartung. Moderne Funktionen wie Deduplizierung, Thin Provisioning, Snapshots, Verschlüsselung und die Anbindung über APIs sind bei aktuellen Solid-State-Systemen übliche Ausstattungsmerkmale.

Gründlich abwägen

Trotz der genannten Vorteile sind All-Flash-Arrays immer noch ein beachtlicher Kostenfaktor, speziell in Sachen Anschaffung und Implementierung. Zwar ergeben sich durch Folgeeffekte wie etwa geringere Betriebskosten und weniger Administrationsaufwand bei gleichzeitig höherer Leistungsfähigkeit und Produktivität zusätzliche finanzielle Vorteile – eine gründliche Planung ist aber in jedem Fall anzuraten. Solid-State-Systeme eignen sich nicht nur als Plattform für anspruchsvolle Primär-Workloads, sondern bringen auch im Einsatz mit sekundären Workloads Effizienzvorteile. Zudem ermöglichen sie die Konsolidierung von Unternehmensanwendungen auf eine zentrale Plattform, sofern die nötigen Voraussetzungen dafür gegeben sind.

Geht es dagegen um Cold-Storage-Umgebungen mit einer hohen Anzahl an wenig genutzten Daten, bieten sich weiterhin klassische festplattenbasierte Storage-Lösungen als kostensparende Plattformen an. Auch Hybrid-Modelle mit SSDs und HDDs in einem System sind gängig: Dabei werden benötigte Daten bei Bedarf automatisch auf dem schnellen Flash-Speicher bereitgestellt und zur Archivierung auf den günstigen Festplattenspeicher transferiert („Auto-Tiering“).

Aktuelle Marktlage

Laut aktuellen Zahlen der Marktforscher von IDC konnten die All-Flash- und Hybrid-Flash-Marktbereiche gegenüber dem Vorjahr kräftig zulegen. So wurden im ersten Jahresquartal allein mit All-Flash-Systemen weltweit 2,47 Milliarden US-Dollar umgesetzt, was einem Plus von 17,5 Prozent gegenüber dem entsprechenden Vergleichszeitraum 2018 entspricht. In der EMEA-Region (Europa, Mittlerer Osten und Asien) machen reine Solid-State-Speichersysteme mittlerweile beachtliche 36,5 Prozent des gesamten Storage-Umsatzes aus.

Was meinen Sie zu diesem Thema?

Schreiben Sie uns hier Ihre Meinung ...
(nicht registrierter User)

Zur Wahrung unserer Interessen speichern wir zusätzlich zu den o.g. Informationen die IP-Adresse. Dies dient ausschließlich dem Zweck, dass Sie als Urheber des Kommentars identifiziert werden können. Rechtliche Grundlage ist die Wahrung berechtigter Interessen gem. Art 6 Abs 1 lit. f) DSGVO.
Kommentar abschicken
copyright

Dieser Beitrag ist urheberrechtlich geschützt. Sie wollen ihn für Ihre Zwecke verwenden? Kontaktieren Sie uns über: support.vogel.de/ (ID: 46280972 / Data Management - Fujitsu Content-Hub)