Nachfrage untergräbt Sparmaßnahmen

Der Energiehunger deutscher Datacenter wächst weiter

| Autor / Redakteur: *Ralph Hintemann (Ludger Schmitz) / Ulrike Ostler

(Bild: Q".pictures, pixelio.de)

Im Jahr 2015 stiegen die Investitionen für Rechenzentrums-Infrastruktur um zehn Prozent. Trotz weiterer Effizienzfortschritte nahm jedoch auch der Stromverbrauch der deutschen Rechenzentren im Jahr 2015 wieder merklich zu.

Deutschland hat seine führende Position als Rechenzentrumsstandort in Europa gefestigt. Auf fast 900 Millionen Euro beliefen sich hierzulande im vergangenen Jahr die Investitionen für den Neubau und die Modernisierung der Rechenzentrums-Infrastruktur, ein Plus von zehn Prozent. Dies sind zentrale Ergebnisse einer aktuellen Analyse des Borderstep Instituts und einer Studie des Bundeswirtschaftsministerium zum Energiebedarf der IKT. Die Gründe liegen in der zunehmenden Verbreitung von mobilen Internetgeräten wie Smartphones und Tablets, in Trends wie Cloud Computing und Big Data sowie in der steigenden Nutzung von Multimedia-Diensten durch private Haushalte.

Cloud steigert den Bedarf an und von Co-Location-Rechenzentren

Auf Basis einer von Borderstep durchgeführten Expertenbefragung kann davon ausgegangen werden, dass Cloud-Dienste aktuell knapp 15 Prozent der IT-Fläche in den deutschen Rechenzentren benötigen. Bis zum Jahr 2020 wird sich dieser Anteil voraussichtlich auf 35 Prozent mehr als verdoppeln.

Da viele Cloud-Anbieter auf Co-Location-Angebote zurückgreifen, wird Cloud-Computing ein wesentlicher Treiber für das zu erwartende starke Wachstum im Co-Location-Markt sein. Borderstep schätzt den Anteil der Co-Location-Rechenzentren an der IT-Fläche in Deutschland aktuell auf circa 25 Prozent und rechnet mit einem Anstieg des Anteils dieses Segments auf 40 Prozent bis zum Jahr 2020. Damit würden in Deutschland dann etwa 800.000 Quadratmeter IT-Fläche in Co-Location-Rechenzentren zur Verfügung stehen.

NSA-Affäre und Safe-Harbor-Urteil beschleunigen den Heimatmarkt

Der deutsche Standort hat von den Diskussionen um Datenschutz und Datensicherheit, die sich durch die NSA-Affäre noch dramatisch verschärft haben, profitiert. Deutsche Unternehmen legen heute noch mehr Wert darauf, dass Unternehmensdaten in Deutschland gespeichert und verarbeitet werden. Laut einer Bitkom-Studie ist es für drei Viertel der Unternehmen bei der Nutzung von Cloud-Diensten ein Muss, dass der Anbieter seine Rechenzentren und seinen Hauptsitz in Deutschland hat.

Es ist zu erwarten, dass sich der Trend zu Cloud Rechenzentren in Deutschland durch das Urteil des EU-Gerichtshofes zu Safe Harbor noch einmal verstärkt. Der Richterspruch erklärte die Regelung zum Austausch von Daten zwischen den USA und der EU für ungültig.

Ergänzendes zum Thema
 
Fachtagung der Innovationsallianz Rechenzentren

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