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Deutlicher Anstieg der Investitionen in Rechenzentren in Deutschland
Die Investitionen in den deutschen Rechenzentren haben im Jahr 2015 insgesamt deutlich zugenommen. Die Anzahl der physischen Server stieg auf knapp 1,8 Millionen, ein Plus von fast sechs Prozent gegenüber 2014. Dabei stiegen die Ausgaben für die IT-Hardware in den Rechenzentren um 3,5 Prozent auf 7,2 Milliarden Euro.
RZ-Investitionen legen zu
Vor allem die Investitionen in Speicherhardware nahmen deutlich zu – um mehr als sechs Prozent gegenüber 2014. Auch die Investitionen für die Modernisierung und den Neubau der Infrastruktur von Rechenzentren stiegen deutlich um rund zehn Prozent auf knapp 900 Millionen Euro.
Im europäischen Vergleich bietet Deutschland den größten Rechenzentrumsmarkt mit einem Anteil von etwa 25 Prozent an den europäischen RZ-Kapazitäten. Das Vereinigte Königreich (Anteil 22 Prozent) und Frankreich (Anteil 15 Prozent) folgen auf Rang zwei und drei. Auf dem vierten Rang befinden sich die Niederlande, bei denen in den vergangenen Jahren die Rechenzentrumskapazitäten mit jährlich rund 16 Prozent besonders stark anstiegen.
Besonders die Niederlande werden attraktiv
Die Niederlande scheinen insbesondere aufgrund der im Vergleich zu Deutschland moderaten Strompreise und der transatlantischen Internetanbindung für große amerikanische Cloud Anbieter attraktiv zu sein. Allein Microsoft und Google planen dort Milliardeninvestitionen in Cloud-Rechenzentren.
Beim Energiebedarf der Server und Rechenzentren liegen ebenfalls Deutschland (12 TWh), das Vereinigte Königreich (10,8 TWh), Frankreich (8,6 TWh) und die Niederlande (4,3 TWh) vorne in Europa (Abbildung 2). Gemeinsam benötigten sie im Jahr 2015 circa 54 Prozent des Stromverbrauchs aller Server und Rechenzentren in der EU (65 Twh).
* Dr. Ralph Hintemann ist Senior Researcher beim Borderstep Institut für Innovation und Nachhaltigkeit gemeinnützige GmbH, Berlin. Ludger Schmitz ist freier Journalist in Kehlheim.
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