Studie von Kroll Ontrack

Datenverlust durch Hardware-Schäden

26.04.2007 | Redakteur: Florian Karlstetter

Na Mahlzeit: Geröstete Festplatte (Quelle: Kroll Ontrack)
Na Mahlzeit: Geröstete Festplatte (Quelle: Kroll Ontrack)

Einer Studie von Kroll Ontrack zufolge sind Hardware-bedingte Probleme derzeit die häufigste Ursache für Datenverlust. An zweiter Stelle liegen Fehler durch den Anwender. Korrupte Software und Computerviren spielen dagegen immer weniger eine Rolle, so die Datenrettungsspezialisten.

Die Studie beruht auf einem Langzeitvergleich für den Zeitraum 2002 bis 2006. So sind 59 Prozent aller Fälle von Datenverlust auf die Hardware selbst zurückzuführen. Im Jahr 2002 lag dieser Wert noch bei 44 Prozent.

Als mögliche Gründe für die Zunahme nennt Kroll Ontrack Sparen an der falschen Stelle. So werden alte Systeme oftmals nicht ausgetauscht und Backupstrukturen nicht gepflegt oder zu lange eingesetzt. Aber auch der Fortschritt in der Speichertechnologie spielt eine große Rolle, da durch die enorm gestiegene Kapazität und der damit einhergehenden höheren Datendichte moderne Datenträger auch anfälliger für Fehlfunktionen sind.

Bedienerfehler sind zwar leicht rückläufig, belegen aber mit über einem Viertel der Schadensfälle noch immer den zweiten Platz – 2002 waren es noch 32 Prozent. Als ein Grund für die Abnahme wird die gestiegene Benutzerfreundlichkeit genannt, außerdem scheinen Administratoren und Anwender heutzutage etwas bewusster mit Daten umzugehen.

Korrupte Software und Viren sind rückläufig

Der Anteil an korrupter Software, die für Datenverluste verantwortlich gemacht wird ist um 5 Punkte auf aktuell 9 Prozent zurückgegangen. Dies liegt nach Ansicht von Kroll Ontrack an der allgmein verbesserten Softwarequalität. Als bleibender Risikofaktor wird die zunehmende Komplexität von Anwendungen genannt.

Besonders erfreulich ist die Tatsache, dass Computerviren nur noch bei zwei von Hundert Datenverlusten verantwortlich sind. Der Grund hierfür liegt an der veränderten Bedrohungssituation. Früher wollten Virenschreiber in erster Linie Aufmerksamkeit erregen, während es die meisten Cyberkriminelle heute auf Geld und Informationen abgesehen haben. Dies zeigt sich auch in der Zunahme von Spyware, Trojaner und Phishing-Websites. Auch Naturkatastrophen spielen nur eine sehr geringe Rolle bei Datenverlusten.

Um den wirtschaftlichen Schaden möglichst gering zu halten, empfiehlt Kroll Ontrack regelmäßige Backups von elektronischen Daten. Grundlage der Studie war eine Erhebung aus 2002 sowie über 50.000 Datenrettungen weltweit im Jahre 2006, die in Reinraum, Labor oder online durchgeführt wurden.

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