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CeBIT 12: Green Clients und 2 mittelgroße Kaftwerke weniger Das Öko-Institut klagt: Kein IT-Hersteller will Blauen Engel

| Redakteur: Ulrike Ostler

Hersteller von Arbeitsplatzcomputern, Laptops oder Monitoren haben seit Kurzem die Möglichkeit, besonders Energie-effiziente und umweltfreundliche Geräte mit dem „Blauen Engel“ auszeichnen zu lassen. Bislang ohne Resonanz.

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Würden die Deutschen Energie-effiziente PCs, Notebooks und Bildschirme nutzen ließe sich der CO2-Verbrauch um drei bis 5 Millionen Tonnen reduzieren. Das entspricht der Stromerzeugung von zwei mittelgroßen Kohlekraftwerken. (Bild: Öko Institut)
Würden die Deutschen Energie-effiziente PCs, Notebooks und Bildschirme nutzen ließe sich der CO2-Verbrauch um drei bis 5 Millionen Tonnen reduzieren. Das entspricht der Stromerzeugung von zwei mittelgroßen Kohlekraftwerken. (Bild: Öko Institut)

„Wenn am 6. März die IT-Messe CeBIT in Hannover ihre Türen öffnet, schaut ganz Deutschland auf zukunftsweisende Technologien im Bereich Internet und Computertechnik. Doch der Beitrag, den die IT-Wirtschaft zum Klimaschutz leistet, bleibt wenig visionär.“ Die Aussage stammt vom Öko-Institut.

Dabei sind die Potenziale zur Energie-Einsparung beim Alltagsgut Computer besonders groß. Würden alle deutschen Computeranwender Energie-effiziente PCs, Notebooks und Bildschirme nutzen, könnten pro Jahr zwischen fünf und sieben Terawattstunden (TWh) Strom eingespart werden.

Das entspricht der Stromerzeugung von etwa zwei mittelgroßen Kohlekraftwerken. So könnten Emissionen von drei bis fünf Millionen Tonnen CO2 pro Jahr vermieden werden.

Das Öko Institut ermittelt

Zu diesem Ergebnis kommt das Öko-Institut im Rahmen der Erarbeitung von Kriterien für das Umweltzeichen Blauer Engel mit dem Zusatz „Schützt das Klima“. Dieser Blaue Engel zeichnet besonders klima- und umweltfreundliche Produkte und Dienstleistungen aus.

Siddharth Prakash, Wissenschaftler am Öko-Institut und Experte für umweltfreundliche Informations- und Kommunikationstechnik (IKT): „Es wäre wünschenswert, dass sich die Industrie stärker für den Umwelt- und Klimaschutz stark macht und Geräte auf den Markt bringt, die energiesparend, langlebig und schadstoffarm sind. Doch noch gibt es keinen einzigen Hersteller, der sich um den Blauen Engel mit seinen aktuell geltenden Anforderungen beworben hat.“

Allerdings bekamen etwa PCs von Fujitsu Siemens 2007 schon einen Blauen Engel; wie DataCenter-Insider berichtete (Blauer Engel für PCs von Fujitsu Siemens, doch Prakash spricht von den im November festgelegten Kriterien (siehe: Kasten).

Wenn und wenn, dann und aber …

Die Kriterien für den Blauen Engel, der IT-Equipment auszeichnen könnte, leigen seit November 2011 fest. (Bild: Öko Institut)
Die Kriterien für den Blauen Engel, der IT-Equipment auszeichnen könnte, leigen seit November 2011 fest. (Bild: Öko Institut)
Mit dem Umweltzeichen ausgezeichnete Desktop PCs verbrauchten zwischen 50 und 75 Prozent weniger Energie als marktübliche Computer. Geht man von einem Bestand von 45 Millionen Arbeitsplatzrechnern in Deutschland aus – 32 Millionen in den privaten Haushalten und 13 Millionen im Bürobereich – würde man insgesamt zwischen 2,9 und 4,5 TWh Energie einsparen, wenn die Verbraucher gezielt gekennzeichnete Geräte kaufen würden. Das entspricht einem CO2-Reduktionspotenzial zwischen zwei und drei Millionen Tonnen CO2-Äquivalenten pro Jahr.

Bei den tragbaren Computern sind die Einsparpotenziale mit 60 Prozent in einer vergleichbaren Größenordnung. Pro Gerät können Verbraucherinnen und Verbraucher jährlich zwischen 20 und 30 Kilowattstunden sparen.

Mit dem Blick auf insgesamt 47 Millionen Laptops in Deutschland – 19 Millionen in den privaten Haushalten und 28 Millionen im Bürobereich – bedeutet dies eine Energieeinsparung von etwa 0,94 bis 1,4 TWh. Umgerechnet in CO2-Äquivalente sind dies zwischen 660.000 und 990.000 Tonnen pro Jahr.

Auch Peripherie-Geräte könnten Blaue Engel tragen

Der Austausch effizienter Computerbildschirme kann noch einmal rund 40 Prozent Energie einsparen. Für den Gesamtbestand in Deutschland bedeutet dies circa eine Terawattstunde elektrische Energie und rund 710.000 Tonnen CO2-Äquivalente pro Jahr.

„Die Einsparpotenziale sowohl für Strom als auch für Treibhausgase zeigen, dass im IKT-Bereich noch gewaltige unerschlossene Potenziale für mehr Klimaschutz liegen“, fasst Prakash zusammen. „Eine wahrhaft „grüne IT“ sollte sich hier mehr engagieren und den Verbrauchern mit dem Umweltzeichen den richtigen Weg weisen.“

Weniger Schadstoffe und besseres Recycling

Bei der Diskussion um Energie- und CO2-Einsparungen dürfen jedoch auch andere umweltrelevante Aspekte nicht vergessen werden, so die Experten des Öko-Instituts. Der Blaue Engel zeichnet deshalb solche Geräte aus, die besonders langlebig, schadstoffarm und Recycling-gerecht sind.

Insbesondere eine lange Nutzung über möglichst viele Jahre verringert die Umweltbelastungen, denn der Herstellungsaufwand von IKT-Geräten ist sehr energie- und ressourcenintensiv. Geräte, die den Blauen Engel erhalten wollen, müssen deshalb unter anderem Ersatzteile für mindestens fünf Jahre vorhalten und einfach auf- und nachrüstbar sein.

Strenge Anforderungen stellt der Blauen Engel an die Wahl der eingesetzten Materialien. Das soll zum Schutz der Arbeiter in den Fertigungs- sowie Recyclingfabriken beitragen. So dürfen Umweltzeichen-Kandidaten beispielsweise keine Kunststoffe enthalten, die unter der EU-Chemikalienverordnung REACH als besonders besorgniserregend identifiziert wurden und für Mensch und Umwelt eine Gefährdung darstellen.

Kaufempfehlungen und mehr

Nicht zuletzt erfüllen die mit dem Umweltzeichen ausgezeichneten Computerkomponenten strenge Anforderungen an eine Recycling-gerechte Konstruktion. Die Geräte müssen so konstruiert sein, dass sie für Recyclingzwecke leicht manuell zerlegbar sind, damit Gehäuseteile, Batterien, Leiterplatten und Bildschirmeinheiten getrennt und weitgehend wiederverwertet werden können. Dies trägt zur Schonung kritischer, das heißt seltener Rohstoffe bei.

Ausführliche Tipps und Kaufempfehlungen für Arbeitsplatzcomputer, Notebooks und Computerbildschirme finden Sie auf der Plattform „EcoTopTen“ des Öko-Instituts.

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