Vorbereitung ist alles: Von On-Prem zu Cloud-Ready Cloud-Architektur? Ja. Aber wie?

Autor / Redakteur: Gabriel Willigens* / Ulrike Ostler

Die Cloud ist das neue Must-have für Unternehmen. Der Grund: Die digitale Transformation und die daraus resultierende Innovationsdynamik setzen sie unter Druck. Wer weiter IN sein will, muss in die Cloud. Die Herausforderung dabei: Die bestehende IT-Infrastruktur muss aufgelöst und in agilere, flexiblere und dennoch sichere Lösungen überführt werden.

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Eine Cloud-Architektur ermöglicht Unternehmens-IT fast in jedem Betreibsmodell: on-premises-, public-cloud-, hybrid-cloud- und private-cloud-Spielarten.
Eine Cloud-Architektur ermöglicht Unternehmens-IT fast in jedem Betreibsmodell: on-premises-, public-cloud-, hybrid-cloud- und private-cloud-Spielarten.
(Bild: © cgterminal - stock.adobe.com)

Cloud Architektur ist Chefsache! Das muss von Anfang an klar sein. Denn geht die Migration schief, kann das Folgen für alle Geschäftsbereiche haben. Es reicht also nicht, der IT-Abteilung alle Entscheidungen zu überlassen – die Auswahl der richtigen Cloud Architektur ist Aufgabe des CIO in Abstimmung mit der Geschäftsleitung und verschiedenen Fachexperten.

Gemeinsam bilden sie das so genannte Cloud Competence Center, das zukünftig als zentrale Anlaufstelle für alle Cloud-Angelegenheiten im Unternehmen fungiert. Auch ein erfahrener Partner ist als zentrale Schnittstelle denkbar, um die wachsende Komplexität moderner IT-Infrastrukturen in den Griff zu bekommen und einen reibungslosen Ablauf zu garantieren. Das Kompetenzteam analysiert, plant und erstellt die Cloud-Architektur, die anschließend durch die eigene IT-Abteilung oder einen externen ICT-Provider umgesetzt wird.

Aber nur wer seine Hausaufgaben macht, ist erfolgreich. Denn die richtige Cloud Architektur hängt von ihrer späteren Nutzung ab: Datenbanken, Softwarefunktionen, Anwendungen – alle Komponenten müssen beachtet und orchestriert werden. Deshalb ist die Analyse der vorhandenen Infrastruktur, der Geschäftsprozesse und der Ressourcen der erste wichtige Schritt. Folgende Fragen sollten geklärt werden:

  • Welche IT-Landscape ist vorhanden?
  • Welche Workloads sollen bewältigt werden?
  • Welches Technologiestack ist im Einsatz, zum Beispiel Routing, Switching, Application?
  • Wie sieht es mit Datensicherheit und Compliance aus?
  • Muss die bestehende Governance verschlankt werden?
  • Was läuft On-Prem im Bereich Operations?
  • Wie sieht es mit meinen Ressourcen aus? Meinem IT-Team und seinen Skills?

Im Cloud Competence Center werden alle diese Informationen und Antworten aggregiert, um die bestehenden On-Premises-Services in ein Cloud Adoption Framework zu überführen. Dabei ist die wichtigste Herausforderung eine klare Trennung der Geschäftsprozesse in datenschutzkritische und -unkritische Workflows.

Wer seine Hausaufgaben macht, kommt leichter von On Prem zu Cloud Ready.
Wer seine Hausaufgaben macht, kommt leichter von On Prem zu Cloud Ready.
(Bild: Itenos)

Das Ziel ist die Definition eines Katalogs, in dem die Kriterien für eine erfolgreiche Umsetzung definiert sind. Auf Basis der hieraus entwickelten Service Level Agreements (SLAs) können anschließend gezielt die passenden Dienstleister und Produkte ausgewählt werden.

Einfacher gesagt: Wie bei einem Hausbau sammelt das Kompetenzteam alle relevanten Parameter ein, um daraus einen groben Fahrplan für den „Bau“ zu erstellen. Dieser dient anschließend dem ICT-Provider oder der IT-Abteilung als Blaupause für den tatsächlichen Bau der Cloud.

Die Komponenten einer Cloud-Architektur

Die so geannte Cloud Adoption Map ist der Grundstein jeder Cloud-Architektur. Sie legt fest, wie die einzelnen Technologien aus on premises in eine robuste, zuverlässige und sichere Cloud überführt werden. Dabei entscheidet die Cloud-Architektur, wie alle Komponenten und Funktionen, die zum Erstellen der Cloud erforderlich sind, miteinander zu einer Online-Plattform verbunden werden. In der Regel gehören zu diesen Komponenten eine Front- und Backend-Plattform sowie cloudbasierte Programme zur Bereitstellung und ein Netzwerk. Analog zum Hausbau bilden sie den Boden, das Dach und die Tür.

Die Cloud Adoption Map legt zudem fest, welche Anteile der Cloud für welche Workloads und Prozesse genutzt werden:

  • Ein Private-Cloud-Anteil sorgt für ausreichend Sicherheit und Datenschutz.
  • In der Public Cloud laufen alle Workloads, die nicht sensibel sind und keinen Datenschutzbestimmungen unterliegen.
  • On-Prem Vorgänge wie beispielsweise Zugänge, um ins Rechenzentrum zu kommen.

Denn die EINE Cloud-Lösung gibt es nicht. Aus diesem Grund ist die Arbeit des Cloud Competence Centers und die Entwicklung eines Cloud Adoption Frameworks so wichtig. Denn nur wer genau weiß, welche Prozesse und Workflows besonders geschützt werden müssen, kann entscheiden, welches Cloud-Model seinen Bedürfnissen am besten gerecht wird.

Die EINE Cloud gibt es nicht

Ein Modell, dass besonders flexibel und agil ist, ist die Hybrid Cloud. Sie bietet sowohl die Sicherheit einer proprietären, exklusiven IT-Infrastruktur und die Flexibilität und Skalierbarkeit der öffentlichen Cloud-Welt. Die Hybrid Cloud verbindet eine Private Cloud mit einer Public Cloud und bietet somit das Beste aus beiden Welten.

Bei der Entscheidung für ein bestimmtes Cloud-Model geht es auch um das Hosting der Cloud:

  • Nutze ich einen ICT-Provider oder hoste ich alles im eigenen Rechenzentrum?
  • Und wenn ich nicht nur an einem Standort agiere, stehen mir alle relevanten Services auch an allen für mich relevanten Orten zur Verfügung?

Beantworte ich diese Fragen, bevor ich mit der Umsetzung beginne, fällt die Entscheidung für eine Cloud-Architektur leichter.

Die meisten Unternehmen greifen auf das Model Platform-as-a-Service (PaaS) zurück, weil sie einen Cloud-Anbieter nutzen, der sowohl die Plattform als auch die zugrunde liegende IT-Infrastruktur bereitstellt. Dadurch setzen sie gleich auf ein solides und verlässliches Fundament, das ihnen den Anschluss an Weiterentwicklungen, Innovationen und Ressourcen garantiert.

Achten Sie bei der Auswahl darauf, dass die IT-Plattform die gesamte benötigte Infrastruktur bereitstellt sowie infrastrukturnahe Standardanwendungen wie beispielsweise Proxy-Server, Domain-Name-Systeme (DNS), Network-Time-Protokolle (NTP), aber auch Datenbanken, Web-Server oder Mail-Services.

Vergessen Sie das Stakeholder Alignment nicht!

Technik alleine macht keinen Erfolg. Denken Sie daher unbedingt auch an ein Stakeholder Alignment. Das heißt konkret: Nehmen Sie auf ihre Reise in Richtung Cloud nicht nur ihre IT-Abteilung mit, sondern denken Sie auch an ihre Kunden und ihre Mitarbeiter:

  • Wie kann ich meine Kunden begeistern (kurzes Time to Market, schnelle Bereitstellung von Services für Kunden, die einfach konsumierbar sind)?
  • Wie können meine Mitarbeiter die Cloud nutzen und Prozesse automatisieren (Zero Touch Deployment)?
  • Gibt es einfache Test Development Umgebungen, die meine Mitarbeiter nutzen können?
  • Bietet die Cloud-Architektur auch langfristig alle Komponenten, die ich für den Ausbau meines Unternehmens benötige?
  • Ist sie ausreichend skalierbar?
  • Können andere Plattformen einfach und problemlos implementiert werden?

 

Wer die richtigen Informationen in seinem Cloud Competence Center bereithält, ist auf dem richtigen Weg in die Cloud.
Wer die richtigen Informationen in seinem Cloud Competence Center bereithält, ist auf dem richtigen Weg in die Cloud.
(Bild: Itenos)

Das sind nur einige der Fragen, die genauso beantwortet und im Cloud Competence Center aufgenommen werden müssen wie die rein technologischen Aspekte. Deshalb ist es umso wichtiger, diese Faktoren bei der Organisation und der Umsetzung immer im Hinterkopf zu behalten und in das Cloud Competence Center einfließen zu lassen.

Wer richtig plant, ist auch erfolgreich.

 

Der Umzug von OnPrem in die Cloud ist oftmals einfacher als gedacht. Mit dem richtigen ICT-Partner fällt die Aggregation der im Cloud Competence Center gesammelten Informationen in eine erfolgreiche Cloud Adoption Map leicht. Entscheidend sind am Ende drei Faktoren:

Die Cloud muss betreibbar und sicher sein.
Die Cloud muss skalierbar und performant sein.
Die Cloud muss flexibel und agil sein.

Ist dies der Fall, haben Sie bei der Umsetzung alles richtig gemacht. Und bedenken Sie immer: Von einer Migration im Hauruckverfahren raten Experten einstimmig ab: Das Risiko von geschäftskritischen Systemausfällen und ungeplanten, längeren Ausfallzeiten ist schlichtweg zu groß.

Der Autor Gabriel Willigens: „Wer richtig plant, ist auch erfolgreich.“
Der Autor Gabriel Willigens: „Wer richtig plant, ist auch erfolgreich.“
(Bild: Itenos)

Wer sicher sein will, dass er bei der Vorbereitung an alles gedacht hat, kann gemeinsam mit seinem ICT-Provider eine ausführliche Checkliste für die Planung und Umsetzung erarbeiten, die ihn vor bösen Überraschungen schützt.

Webinar-Reihe bietet weitere Informationen

Zahlreiche weitere Fragen der Digitalisierung von Unternehmen und ihrer Geschäftsprozesse beleuchtet die 7-teilige Webinar-Reihe, die Itenos gemeinsam mit dem Eco-Verband und der Eurocloud Deutschland gestartet hat. Ziel: Ein gemeinsames Verständnis der unterschiedlichen Bereiche und Trends in der globalen Digitalisierung.

Themen und Termine

* Gabriel Willigens ist Leiter der Business Unit Datalogistix bei Itenos.

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