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Einheitlicher Messenger startet BWI und Bundeswehr setzen auf Open Source

Autor: Susanne Ehneß

Die Bundeswehr bietet seit 16. November ihren Soldaten und zivilen Angehörigen einen einheitlichen, geräteunabhängigen Messaging-Dienst an. Der „BwMessenger“ basiert auf dem Open-Source-Protokoll „Matrix“.

Soldatin mit Smartphone und BwMessenger-App
Soldatin mit Smartphone und BwMessenger-App
(© BWI GmbH)

Whatsapp & Co. sind beliebt, aber für hoheitliche Aufgaben und damit den Einsatz in Behörden ungeeignet. „Sie erfüllen insbesondere die Anforderungen der Bundeswehr hinsichtlich Vertraulichkeit und Integrität der übermittelten Daten sowie Informationssicherheit nicht“, erläutert das IT-Systemhaus der Bundeswehr, die BWI GmbH.

Für die deutschen Streitkräfte wurde daher eine eigene Messenger-App entwickelt, die bereits seit Dezember 2019 getestet wird und nun auch für die offene Kommunikation auf privaten Mobilgeräten genutzt werden darf. Damit löst die neue App namens „BwMessenger“ den auf Stashcat basierenden „BwChat“ ab.

Die neue App kann im Google Play- und Apple Store auch für private Devices heruntergeladen werden. 50.000 Zugänge stehen laut BWI dafür zunächst zur Verfügung. Ab dem kommenden Jahr soll die Zahl dann schrittweise erhöht werden.

Schnittstelle zur Bundesverwaltung

Wie die BWI erläutert, soll der Messenger in den kommenden Wochen neben einer Version für mobile Endgeräte auch für Arbeitsplatzcomputer sowie zur Übertragung von Informationen bis zur Schutzklasse VS-NfD („Verschlusssache – Nur für den Dienstgebrauch“) auf dienstlichen Endgeräten nutzbar sein. Ende November beginnt der entsprechende Pilotbetrieb. Zudem soll der BwMessenger auch ressortübergreifend eingesetzt werden können, etwa über standardisierte Schnittstellen zu anderen sicheren Chat-Diensten der Bundesverwaltung.

Open-Source-Basis

Der BwMessenger basiert auf dem offenen Protokollstandard Matrix, bietet Ende-zu-Ende-Verschlüsselung des kompletten Datenverkehrs und wird auf der eigenen IT-Infrastruktur der Bundeswehr betrieben. Sämtliche Daten werden demnach verschlüsselt in einer eigenen Umgebung, anstatt auf dem nativen Speicher des Smartphones, abgelegt.

Anpassungen der Lösung seien jederzeit möglich, betont das Systemhaus – je nach Feedback der Nutzer. Zudem sei es das erste Open-Source-Vorhaben von Bundeswehr und BWI dieser Größenordnung. „Neben den Vorteilen, die uns die Lösung unter anderem in puncto Sicherheit, Skalierbarkeit und Entwicklung bietet, leistet sie auch einen Beitrag zur digitalen Souveränität der Bundeswehr“, kommentiert Martin Kaloudis, Chief Executive Officer der BWI.

Langfristiges Projekt

Bereits vor knapp zwei Jahren hatte der Cyber Innovation Hub der Bundeswehr in Zusammenarbeit mit dem Kommando Cyber- und Informationsraum damit begonnen, den Einsatz von Messenger-Diensten auf privaten Mobilgeräten anhand der proprietären Anwendung „Stashcat“ zu erproben. „Als schnell verfügbare, kommerzielle Kommunikationsplattform hat sich Stashcat bewährt. Aber unser Ziel ist, eine einheitliche und vor allem sichere Lösung mit einem durchgängigen Bedienkonzept über alle Messenger-Varianten und Endgeräte hinweg zu bieten“, ergänzt Bernward Müser, Referatsleiter CIT II 3 im Bundesministerium der Verteidigung.

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