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Blockchain-Studie von Frost & Sullivan Blockchain im Gesundheitswesen

| Autor: Ira Zahorsky

Auch im Gesundheitssystem soll sich in den kommenden fünf bis zehn Jahren die Blockchain-Technologie durchsetzen. Mit ihrer umfassenden Sicherheitsinfrastruktur ist sie für den Einsatz im Healthcare-Bereich prädestiniert.

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Die Blockchain wird in den kommenden Jahren auch im Gesundheitswesen ihren Platz finden
Die Blockchain wird in den kommenden Jahren auch im Gesundheitswesen ihren Platz finden
(Bild: Elnur Amikishiyev/ stock.adobe.com)

Einer Studie von Frost & Sullivan zufolge wird die kontinuierliche digitale Demokratisierung von Pflegemodellen hin zum lang erwarteten, persönlichen und ergebnisorientierten Behandlungsparadigma zum wichtigsten Impulsgeber für die Einführung der Blockchain-Technologie. So soll in den nächsten Jahren ein Blockchain-Ökosystem entstehen, das sich auf Anwendungsfälle in der Gesundheit konzentriert und auch den Austausch von Gesundheitsdaten beinhaltet.

Die Konvergenz von Blockchain mit innovativen Technologien wie Künstlicher Intelligenz (KI), maschinellem Lernen, mHealth und dem Internet der medizinischen Dinge (Internet of Medical Things, IoMT) bietet darüber hinaus neue Möglichkeiten zur Entwicklung einer digitalen Gesundheitsökonomie.

Im Kern liefert Blockchain das Potenzial einer gemeinsamen Plattform, die das Zusammenspiel im Gesundheitswesen dezentralisiert und gleichzeitig die Zugangskontrolle, Authentizität und Integrität sicherstellt, während der Branche Möglichkeiten für ein Werte-orientiertes Pflege- und Vergütungsmodell vorgestellt werden.

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Was ist die Blockchain?

Die Idee der Blockchain ist durch die virtuelle Währung Bitcoin entstanden. In der „Kette von Blöcken“ (Blockchain) werden jeweils Transaktionsdaten miteinander verknüpft. Die Transaktionen werden wieder zu Blöcken zusammengefasst, auf Gültigkeit überprüft und in einem manipulationssicheren Prozess namens „Proof of Work“ an die bisherige Kette von Blöcken angefügt. Inzwischen existieren Anwendungsmöglichkeiten für die Blockchain, die weit über die Funktion eines Finanztransaktionsbuches hinausgehen. Beispielsweise lassen sich so genannte Smart Contracts (Verträge, die in Programmcode eingebettet sind) auf einer Blockchain ablegen, mit denen verschiedenste Verwaltungs- und Prozessanwendungen abgewickelt werden können. Die Ausführung ist in Echtzeit verfolgbar. Auf diese Weise können auch sensible Daten über eine Blockchain organisiert und gesteuert werden.

Hohes Einsparpotenzial

„Neue, vernetzte, medizinische Geräte und die Notwendigkeit, Daten vor Datenschutzverletzungen zu schützen, machen die Blockchain-Technologie mit ihrer umfassenden Sicherheitsinfrastruktur zur offensichtlichen Lösung für aufkommende digitale Abläufe und fortschrittliche Interoperabilität im Gesundheitswesen. Sie sorgt durch eine einzigartige Übereinstimmung der verteilten Netzwerke, die Verschlüsselungstechniken zur Minimierung von Cyberattacken einsetzt, für eine zusätzliche Sicherheitsschicht”, erläutert Transformational Health Industry Analyst Kamaljit Behera von Frost & Sullivan.

„Blockchain mag zwar nicht das Allheilmittel für die Herausforderungen der Gesundheitsbranche darstellen, durch die Optimierung der derzeitigen Arbeitsprozesse hat sie aber das Pozential, Milliarden Dollar einzusparen und einige hochpreisige Gatekeeper durch Disintermediation zu ersetzen.“

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Standards schaffen

„Die Gesundheitsbranche muss Blockchain-Konsortien einrichten, um Partnerschaften zu ermöglichen und Standards für die zukünftige, großflächige Einführung von Anwendungsfällen im Gesundheitswesen zu schaffen“, sagt Behera. Ein auf Blockchain basierendes System ermögliche eine einzigartige Kooperation, trage zu Innovationen in der medizinischen Forschung bei und bringe die Ausführung von größeren Gesundheitskonzepten wie etwa die Präzisionsmedizin und das bevölkerungsbezogene Gesundheits-Management voran.

Er fährt fort: „Im IoMT hilft es bei der Beantwortung von Fragen nach der Sicherheit, des Datenschutzes und der Zuverlässigkeit und bei der Ermöglichung einer Integration von Gesundheitsdaten aus dem IoMT oder von medizinischen Geräten für die Fern- oder selbstständige Überwachung. In der Pharmaindustrie könnte die Technologie durch Verhinderung der Herstellung gefälschter oder minderwertiger Medikamente zu einer potenziellen Einsparung von 200 Milliarden Dollar führen.“

Über die Studie

Die aktuelle Studie von Frost & Sullivan „Blockchain Technology in Global Healthcare, 2017–2025“ des Growth Partnership Service Programms Advanced Medical Technologies untersucht das Blockchain-Potenzial zur Lösung von Problemen bei der Dateninteroperabilität, Cyber-Sicherheit, notariellen Beglaubigung von Versicherungen und medizinischem Abrechnungsbetrug, der Integrität rund um klinische Studien sowie die Lieferkette für Medikamente. Neben der Betrachtung des Zeitrahmens für die Umsetzung untersucht die Studie die Wachstumschancen, Herausforderungen bei der Implementierung, staatliche sowie Handelsinitiativen, ausgewählte Kooperationen und Abkommen sowie Unternehmen/Konsortien, die beobachtet werden sollten.

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Über den Autor

 Ira Zahorsky

Ira Zahorsky

Redakteurin und Online-CvD, IT-BUSINESS