Großrechner in der Landes-IT für Steuern Sachsen

Ausgerechnet: Ein Mainframe macht Behörde flexibler

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Gesucht: IT-Plattform mit Brücke zur x86-Welt

In einigen Jahren plant das Landesamt für Steuern und Finanzen, ebenfalls ein Kunde des SID, die Einführung eines erweiterten Bezüge-Verfahrens für die Berechnung der Bezüge der Bediensteten des Freistaates Sachsen. Dieses Verfahren „KIDICAP NEO“ (Kirchlich Diakonisch Caritatives Personalbewirtschaftungssystem) erfordert Server, die mit Prozessoren der x86-Reihe von Intel oder AMD ausgerüstet sind. Das bisherige Verfahren „KIDICAP“, ist bundesweit im Einsatz und lief bislang auf den bisherigen Servern der Reihe S200.

Das Herzstück der Landes-IT für Steuern in Sachsen ist ein Fujitsu-Großrechner.
Das Herzstück der Landes-IT für Steuern in Sachsen ist ein Fujitsu-Großrechner.
(Bild: Ostler)

Der Wechsel zu einer x86-Server-Architektur wurde vom Entwickler bereits mehrfach verschoben. Das Verfahren KIDICAP NEO ist modular aufgebaut und einzelne Bestandteile werden sukzessive bereitgestellt. „Wann die vollumfängliche Umstellung erfolgt, lässt sich heute nicht mit Sicherheit sagen“, stellt LRZS-Leiter Geck fest. Jedenfalls benötigten das Landesamt für Steuern und Finanzen und damit auch das Landesrechenzentrum Steuern in der Endausbaustufe eine Infrastruktur, die auch die x86-Architektur unterstützt.

Hinzu kam, dass Fujitsu für die S200-Linie das „End of Service Life“ (EOSL) bekanntgegeben hatte. Das heißt, dass für dieses System mittelfristig keine Service- und Support-Leistungen mehr zur Verfügung würden. Damit kristallisierte sich heraus, dass ein Ersatz für das BS2000-System der Reihe S200 notwendig war.

Die vorhandenen BS2000-Systeme der S200- und S210-Reihe sind keine x86 Server, auf ihnen läuft kein Windows, auch kein Linux.

Der SID ging 2008 aus den IT-Dienststellen mehrerer Ressorts der sächsischen Staatsverwaltung hervor (siehe: Kasten)
Der SID ging 2008 aus den IT-Dienststellen mehrerer Ressorts der sächsischen Staatsverwaltung hervor (siehe: Kasten)
(Bild: © Marco2811 - Fotolia)

Neue Optionen durch BS2000 SE-Server

Bei der Suche nach einer geeigneten IT-Plattform, die ein langfristiges Migrationsprojekt, wie für das KIDICAP NEO-Verfahren, unterstützt, wurde das LRZS bei Fujitsu fündig. Für die Steuerverfahren, die bisher auf der S210-30 zum Ablauf kamen, wurde das System auf die Reihe „BS2000 S210-40“ hochgerüstet, um der Nachfrage nach höherer Performance gerecht zu werden. Um den Anforderungen der geplanten Einführung des neuen Bezüge- Verfahrens gerecht zu werden, entschied sich das LRZS (SID) für die Beschaffung der mainframebasierten Multi-Server-Plattform SE700-1, welche zum Ende 2014 in Betrieb genommen wurde.

„Ein zentraler Vorteil der BS2000 SE-Infrastruktur ist, dass sie modular konfigurierbar ist“, sagt Geck. „Dadurch können wir nach Bedarf Module nachrüsten, wenn die x86-Version von KIDICAP fertiggestellt ist. Erfreulicherweise liegen die Kosten dieses Hosts unter denen der S-Reihe, ohne dass Leistungseinbußen festzustellen sind.“

Das Herzstück der SE-Serie bilden so genannte Server Units auf Basis der /390-Architektur und die Intels x86-Prozessoren. Diese ermöglichen es, dem LRZS, in einem gemeinsamen System-Rack mehrere Server wahlweise mit den Betriebssystemen BS2000, Linux und Windows zu betreiben. Hinzu kommen Module (Units) für die Anbindung an das Netzwerk im Rechenzentrum, sowie das Management des Systems.

Die Roadmap der Fujitsu-Großrechner
Die Roadmap der Fujitsu-Großrechner
(Bild: Fujitsu)

Als Option stehen sogenannte Application Units (AU) auf Basis der x86-Architektur zur Verfügung, auf denen das LRZS Virtualisierungssoftware wie VMware vSphere, Betriebssysteme wie Linux und Windows sowie entsprechende Anwendungen ablaufen lassen kann. Außerdem lassen sich in einen „SE700-Server“-Peripheriesysteme einbauen, wie beispielsweise Speichersysteme oder Bandlaufwerke.

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Über den Autor

 Bernd Reder

Bernd Reder

Freier IT- und Netzwerk-Fachjournalist