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Stromsparen zahlt sich aus
Power Usage Effectivness (PUE) hat sich als Maßeinheit für Energie-Effizienz durchgesetzt. Der Wert gibt an, wie hoch die Stromaufnahme des IT-Equipments im Verhältnis zum gesamten Stromverbauch des Rechenzentrums liegt.
Kernke und sein Team hatten die Planung auf einen PUE-Wert von maximal 1,6 ausgelegt. Tatsächlich konnte durch die Summe der Neuerungen im neuen Datacenter ein PUE-Wert von nur mehr 1,35 erreicht werden.
Gegenüber herkömmlichen Rechenzentren sparen die Kölner damit nach eigenen Angaben 822.729 Kilowattstunden Strom ein, was den Stadtsäckel um gut 123.000 Euro pro Jahr entlastet. Die Umwelt profitiert vom Ausstoß von rund 250 Tonnen CO2-Äquvalente weniger im Jahr.
Client- und Server-Virtualisierung
Gespart wird auch am eigentlichen IT-Equipment: Server-Konsolidierung und –Virtualisierung und der Einsatz von Blade-Rechnern verringern Anschaffungs- und Betriebskosten. „Früher erhielt jede Anwendung ihren Server, heute versucht man, sie noch auf einen bestehenden Rechner zu packen“, beschreibt Kernke das Vorgehen.
Konsequent setzte die Stadt Köln schon früh auf Virtualisierung und hatte bereits vor mehr als zwei Jahren mehr virtuelle als physikalische Server im Rechenzentrum stehen. Mittlerweile ist man bei einem Verhältnis von 1 zu 3 angelangt. Eingesetzt werden meist Windows- und Linux-Blade-Server, die virtualisiert sind.
Die Enduser arbeiten oft mit Thin Clients: „auch deshalb, weil die leise sind“, begründet Kernke. Für ihn rechnet sich die Desktop-Virtualisierung so: Der Terminal-Server im Rechenzentrum läuft auf einem Blade-Server, der in vier virtuelle Rechner unterteilt ist. An jeden Virtuellen sind bis zu 25 Nutzer angeschlossen, das bedeutet, „dass jeder Server 100 Endbenutzer bedient – und das mit unterschiedlicher Auslastung“. Rund ein Viertel der 15.000 IT-Arbeitsplätze der Stadt Köln ist mit Thin Clients ausgestattet, Tendenz steigend.
Energie-Effizienz durch Organisation
Das neue Rechenzentrum in Chorweiler kommt weitgehend ohne Personal aus. Nur etwa zehn Funktionsstellen besitzen überhaupt Zutrittsrechte. Überwacht wird remote meist von Deutz aus. Verantwortlich für das neue Datacenter ist der Rechenzentrums-Manager, der die Nahtstelle zwischen IT und Facility Management bildet. Laut Übereinkunft zwischen den Beteiligten kann er aus beiden Bereichen gewählt werden.
Für die Überwachung des Datacenter nutzt man gemeinsam die entsprechenden Geräte, die deshalb den BACnet-Standard ( Buliding Automation and Control Networks) der Gebäude-Automation erfüllen mussten. „Mess- und Regelkreisläufe werden gemeinsam genutzt und die gelieferten Daten gemeinsam analysiert“, beschreibt Kernke die enge Verzahnung im Rechenzentrum. Schließlich sollen die getroffenen Maßnahmen evaluiert und die Energie-Effizienz weiter verbessert werden.
Die Autorin:
Kriemhilde Klippstätter ist Autorin, Coach und Mediatorin in München.
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