Paradigmenwechsel im Rechenzentrum

Wie kommt man ins Software Defined Datacenter?

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Kosteneffekte im gesamten Rechenzentrum

Kosteneffekte, wie man sie von virtuellen Server-Farmen her kennt, erstrecken sich im SDDC auf das gesamte Rechenzentrum. Die Abstraktion von der Hardware-Schicht hat dabei insbesondere zur Folge, dass es keine einzige Komponente mehr gibt, die exklusiv nur einen Dienst versorgt.

Ob Server, Speicher, Netzwerk oder Firewall – die Infrastrukturbereiche im SDDC bilden übergreifende Ressourcen-Pools, die jedem Service in gleicher Weise zur Verfügung stehen. Entsprechend hoch liegt der Auslastungsgrad der physischen Komponenten, was wiederum einen nachhaltig verringerten Hardware-Investitionsbedarf nach sich zieht.

Überdies gehen Kapazitätserweiterungen ohne aufwendige Migrationsprojekte vonstatten. Lange Überstunden für das Umkopieren diverser Datenbanken mit anschließender Anpassung der Anwendungskonfigurationen gehören im SDDC der Vergangenheit an.

Das IT-Personal kann sich stattdessen mit substanziellen Verbesserungen der IT-Landschaft befassen. Nicht zuletzt impliziert die Hardware-Unabhängigkeit von Anwendungen und Datenbanken natürlich stets auch Herstellerunabhängigkeit – dies dürfte bei künftigen Beschaffungen nicht ohne Einfluss auf die Preisgestaltung bleiben.

SDDC schon jetzt mit einplanen

Noch ist SDDC als Ganzes erst in Umrissen erkennbar. Lediglich beim Software Defined Computing zeichnen sich die Konturen des Service-orientierten IT-Paradigmas bereits deutlich ab. Immerhin haben viele Unternehmen inzwischen einen Server-Virtualisierungsgrad von 60 bis 80 Prozent und mehr erreicht.

Die Infrastrukturbereiche im SDDC bilden übergreifende Ressourcen-Pools, die jedem Service in gleicher Weise zur Verfügung stehen.
Die Infrastrukturbereiche im SDDC bilden übergreifende Ressourcen-Pools, die jedem Service in gleicher Weise zur Verfügung stehen.
(Bild: Computacenter)

Anders jedoch sieht es bei Software Defined Networking (SDN) und Software Defined Storage (SDS) aus: In diesen Infrastrukturbereichen bietet die Praxis überwiegend das altbekannte Silobild. Während der Markt für SDS langsam in Bewegung kommt, stecken die Angebote für SDN noch in den Kinderschuhen. Allerdings entwickelt der Markt aktuell eine sehr große Dynamik.

Aus der ungleichen Marktreife könnten IT-Verantwortliche durchaus gegensätzliche Schlüsse ziehen: Abwarten, bis es ausgereifte SDDC-Komplettlösungen mit verbindlichen Standards gibt? Oder wäre es klüger, sich durch frühzeitige Investitionen einen Innovationsvorsprung zu verschaffen?

In jedem Fall ist davon abzuraten, die Auseinandersetzung mit dem Thema SDDC auf die lange Bank zu schieben. Denn wer Geld für neue IT-Komponenten ausgibt, sollte sich ungeachtet der heutigen Ansprüche fragen, ob die anvisierte Technik auch künftig im SDDC-Szenario verwendbar ist.

Dieses Investitionsschutz-Gebot gilt naturgemäß in besonderer Weise für sehr langlebige Infrastrukturkomponenten – etwa für Netzwerkbausteine. Daher lohnt bereits jetzt ein Blick auf den Status quo und die unterschiedlichen Ansätze des SDN.

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