Datacenter-Technik auf der SMM 2016

Volle Kraft voraus in die digitale Seefahrt

| Redakteur: Ulrike Ostler

Die 27. SMM findet vom 6. bis 9. September 2016 in Hamburg statt; gezeigt wird unter anderem Rechenzentrumstechnik.
Die 27. SMM findet vom 6. bis 9. September 2016 in Hamburg statt; gezeigt wird unter anderem Rechenzentrumstechnik. (Bild: SMM)

Vom 6. Bis 9. September 2016 findet in Hamburg die „SMM“ statt, eine Leitmesse für die maritime Wirtschaft: rund 50.000 Besucher und mehr als 2.100 Aussteller aus 67 Ländern. Auch für die Schifffahrt gilt: Die Digitalisierung von Schiffen und Flotten wird in den kommenden Jahren den Hauptantrieb für Innovationen bringen.

Mit der Digitalisierung wächst auch der Bedarf an Computersystemen. Kein Wunder also, wenn sich auf der Messe Hersteller drängeln, deren Produkte ansonsten in Rechenzentren zu finden sind, die Guntermann & Drunck GmbH (G&D) zum Beispiel.

Der Hersteller stellt die berechtigten Fragen: „Wie sollen alle diese neu benötigten Systeme untergebracht und bedient werden? Wie kann bei alle dem für maximale Sicherheit gesorgt werden?“ Die G&D-Antwort: KVM-Technik kommt dabei zu Hilfe!

KVM-Systeme gehören in der klassischen IT schon lange zum Standardequipment. Nachdem nun auch immer mehr Rechnersysteme ihren Einzug in maritime Anwendungen finden, hat sich der Hersteller G&D den speziellen Anforderungen dazu gewidmet.

Beispiel für Tag-/Nacht-Szenarien: mittels eines einzelnen Kommandos können alle für die Konsole benötigten Rechner der Tag- beziehungsweise Nachtschicht aufgeschaltet werden. Auf gleiche Weise können Szenarien für Hafen, auf See oder Mann-über-Bord-Manöver gespeichert werden.
Beispiel für Tag-/Nacht-Szenarien: mittels eines einzelnen Kommandos können alle für die Konsole benötigten Rechner der Tag- beziehungsweise Nachtschicht aufgeschaltet werden. Auf gleiche Weise können Szenarien für Hafen, auf See oder Mann-über-Bord-Manöver gespeichert werden. (Bild: Guntermann & Drunck GmbH)

KVM-Technik sorgt für Ordnung

Die Geräte des deutschen Unternehmens gelten seit jeher als besonders robust und dank vieler Features als ideal für Anwendungen in typischen Kontrollräumen. Seit einigen Jahren wird nun konkretes Augenmerk auf Anforderungen in der Seefahrt gelegt. Neben den Tests zur Konformität nach IEC60945 umfasst dies einige der neuen Funktionen, die in diesem Jahr auf der SMM zu sehen sein werden.

KVM-Systeme basieren auf einem einfachen Prinzip: Die Geräte übernehmen die Signale aus den Rechnerschnittstellen, die eigentlich zum Anschluss von Tastatur, Maus und Bildschirm dienen. Von dort übernehmen sie das Verteilen und Verstärken dieser Signale, um flexibel und von überall aus auf die Rechner zugreifen zu können.

So können die Rechner zentral und zugangsgeschützt platziert werden und auf der Brücke bzw. im Kontrollraum bleibt mehr Platz für die Crew. Aber die Anwender erhalten noch eine Reihe mehr an Bedienvorteilen. So können an einem Arbeitsplatz gleich mehrere Rechner bedient werden: entweder selektiv jeweils ein benötigtes System oder aber gleich eine ganze Reihe an Computern, verteilt auf mehrere Bildschirme oder aufbereitet über einen „Multi Viewer“. Die Besonderheit: Dazu wird nur ein einzelnes Bedienset gebraucht. So wird die Kontrolle sichergestellt.

Das Cross-Display-Switching von G&D ermöglicht die Bedienung mehrerer Systeme mit einem einzelnen Set aus Keyboard und Maus / Trackball. So kann der Anwender ganz intuitiv arbeiten, indem der Schaltprozess einfach dem Mauszeiger folgt. Für weiterführende Kontrolle können die Systeme ebenso einfach über grafisch gestaltete Touchpanel bedient werden.
Das Cross-Display-Switching von G&D ermöglicht die Bedienung mehrerer Systeme mit einem einzelnen Set aus Keyboard und Maus / Trackball. So kann der Anwender ganz intuitiv arbeiten, indem der Schaltprozess einfach dem Mauszeiger folgt. Für weiterführende Kontrolle können die Systeme ebenso einfach über grafisch gestaltete Touchpanel bedient werden. (Bild: Guntermann & Drunck GmbH)

Neues zur Messe

Zur SMM bringt der IT-Spezialist eine Reihe an Neuheiten mit. Vom weiter verbesserten Cross-Display-Switching zum intuitiven Umschalten nur mittels Maus oder Trackball – also ohne explizit manuelle Bedienung des KVM-Systems bis hin zur Szenarienschaltung liegt ein starker Fokus auf der optimalen Bedienung.

4x4K@60 Hz: Die KVM-Extender "DP1.2-VisionXG" von G&D verlängern Rechnersignale bis 10.000 Meter über Lichtwellenleiter und leisten die unkomprimierte Übertragung von 4K-Video bei vollen 60Hz – Pixel für Pixel, und das für bis zu vier Videokanäle je Rechner.
4x4K@60 Hz: Die KVM-Extender "DP1.2-VisionXG" von G&D verlängern Rechnersignale bis 10.000 Meter über Lichtwellenleiter und leisten die unkomprimierte Übertragung von 4K-Video bei vollen 60Hz – Pixel für Pixel, und das für bis zu vier Videokanäle je Rechner. (Bild: Guntermann & Drunck GmbH)

Letztere Funktion ermöglicht, die Schaltzustände für unterschiedliche Aufgaben abzuspeichern und so das Rechner-Set für wiederkehrende oder sich schnell ergebende Aufgaben mit nur einem Kommando aufzurufen: z.B. im Hafen, auf See oder im Notfall bei Mann-über-Bord-Manövern. Die Unterstützung von Touch-Funktionen und dem DDC-CI, mit dem u.a. die Helligkeit der Monitore in bestimmten Systemen den äußeren Bedingungen angepasst werden kann, runden die Systeme weiter ab.

Die Anwendungen für die KVM-Systeme und deren Funktionen sind dabei so vielfältig wie die Einsatzfelder der Seefahrt selbst. Angefangen bei der optimalen Implementierung von ECDIS, über spezielle Bedienprozesse auf Arbeitsschiffen bis hin zu Komfort-Aspekten auf Super-Yachten. Nicht zu vergessen sind dabei die vielfältigen Kontrollräume On- und Offshore, in denen effiziente Bedienung ein absolutes Muss ist.

Gerade dort punkten auch die Redundanzkonzepte, mit denen eine KVM-Anlage für Ausfallsicherheit der IT sorgen kann. Wie solche Installationen aussehen können, zeigen die KVM-Experten von G&D an Messestand B6.417 anhand individueller Anforderungen und mittels Beispielen in ihrer Live-Installation.

Rittal und Eplan mit umfassendem Portfolio für den Schiffbau 4.0

Digitalisierung, maritime Security und Green Shipping – das sind die drei Themen, die laut Rittal die Schifffahrtsbranche derzeit beschäftigen. Ständige Datenströme zwischen Schiff und Hafen erfordern sichere IT-Infrastrukturlösungen. Für effiziente Engineering-Prozesse nach Schiffbau 4.0 sind hochwertige Produktdaten und intelligente Software-Tools gefragt.

Aber auch Energie-effiziente Techniken, um die Schifffahrt „grüner“ zu gestalten, gewinnen vermehrt an Bedeutung – Stichwort: Umweltverträglichkeit. Hierzu stellt Rittal eine Kundenanwendung in einem Kompakt-Gehäuse für eine Abgasmessung auf Schiffen vor, und zeigt, wie Umwelttechnik sicher „verpackt“ werden kann.

IT-Racks etwa müssen sich den Anforderungen auf See oder zu Land anpassen können. Sie kommen sowohl als Netzwerk- als auch als Server-Schränke zum Einsatz. Sie übernehmen einfache Verteileraufgaben oder bieten eine sichere Umgebung für Server mit intelligenter Klimatisierungs-, Stromverteilungs- und Sicherheitstechnik. In Sachen Energie-effizienter Schaltschrank-Klimatisierung stellt Rittal Luft/Wasser-Wärmetauscher vor.

Engineering – noch nie so einfach wie heute

Auf der SMM zeigt Rittal( Halle B6, Stand 602) zudem mit seinem „TS“ IT-Rack wie sich aus einem einzigen Baukasten-System über 100 Rack-Lösungen ergeben. Klimatisierungsanforderungen in Racks löst Rittal mit dem flüssigkeitsbasierten Kühlsystem LCP (Liquid Cooling Package).

Aus Sicht des Engineerings wird die auch als „Schiffbau 4.0“ bezeichnete vernetzte Automatisierung die Arbeitsweisen verändern. Um marktgerechte Produkte für die Schiffsindustrie anbieten zu können, sind durchgängige Prozesse und eine hohe Datenqualität für den Schiffbau unerlässlich. Sie ermöglichen simultane Konstruktion und Fertigung der verschiedenen Gewerke eines Schiffes und optimieren so den gesamten Fertigungsprozess.

Für die Anlagenbauer und beschleunigte Planungsprozesse bieten Eplan und Rittal neben Engineering-Tools wie „Eplan Electric P8“ (Elektro- und Steuerungstechnik), „Eplan Pro Panel“ (3D-Schaltschrankaufbau), „Rittal Ri4Power“ (Auslegung von Schaltanlagen) oder „Rittal Therm“ (Dimensionierung der Klimatechnik) CAD- und CAE-Daten. Dabei sollen die Kunden von der Zusammenarbeit Rittals mit den Schwesterunternehmen Eplan und Cideon profitieren; Rittal kenne die Anforderungen an Daten und ihre Qualität genau und biete sowohl für das Engineering der Automatisierungstechnik als auch für die mechanische Konstruktion umfangreiche Datenmodelle des gesamten Rittal-Standard-Produktportfolios an. Diese unterstützen auch die Standards eClass und ETIM.

Spannung und Projektierung

Anwender können über Portale wie beispielsweise das „Eplan Data Portal“ (aktuell über 620.000 Gerätedaten sowie über 1,2 Millionen Varianten per Konfiguration) oder über die Rittal-Website die Daten herunterladen. Auf der SMM präsentiert Eplan die jüngste Version 2.6 der eigenen Plattform, beispielsweise im Bereich Klemmenprojektierung, Fluid-Technik, Projektdatenverwaltung und IT-Integration.

Darüber hinaus führen Konfiguratoren und Auswahlhilfen für Schaltschränke, Gehäuse, Tragarmsysteme und Zubehör zur passenden Lösung. Beispiel ist das „Rittal Configuration System“, das die passende Auswahl- und Konfiguration etwa von Kompakt-Gehäusen mit Ausbaukomponenten und Bohrungen ermöglicht – ohne langes Suchen im Handbuch – mit Stücklisten, CAD- und entsprechenden Fertigungsdaten sowie Anbindung an den Rittal Online Shop.

Bei Niederspannungsschalttafeln sorgen neue Approbationen für die Schiffsklassen DNV-GL, Lloyds Register und American Bureau of Shipping für vereinfachte Verwendung und Zulassungsprozesse der Rittal Sammelschienensystemen „RiLine“, „Maxi-PLS“ und „Flat-PLS“.

Maritime Sicherheit

Einblick in Know-how und Erfahrung von Rittal für erhöhte Sicherheit auf Schiffen sowie in sensiblen maritimen Bereichen geben aktuelle Kundenanwendungen. Gezeigt werden Applikationen zur Video-Überwachung, Lichtsteuerung und zu Lichtrufanlagen. Darüber hinaus zeigt Rittal Zubehör-Neuheiten für eine sichere und montagefreundliche Schaltschranktechnik wie die neue, speziell für Schaltschränke entwickelte Leuchtenserie.

Docmap 8.0 für das Qualitäts-, Sicherheits- und Compliance-Management

Die norwegische Firma Docmap AS (Halle B6, Stand 450) ist seit 2005 Hersteller von maritimer Software für den Bereich Qualitäts-, Sicherheits- und Compliance-Management. Konfigurierbare Module lassen sich zu einem frei skalierbaren Managementsystem zusammenfügen, welches Informationen zwischen Off- und Onshore Einheiten synchronisiert. Zu den Kunden gehören Flotten mit weniger als zehn Schiffen und Schwergewichte wie Wilhelmsen Shipping oder CMA CGM. Docmap AS hat den Hauptfirmensitz in Oslo, sowie Entwicklung- und Vertriebsbüros in Stavanger, Kuala Lumpur und Vancouver.

Innerhalb der Docmap Marine Suite sind folgende Module verfügbar:

  • Dokumenten-Management
  • Incicent Management
  • Audit
  • Task-Risk Assessment
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