Virtuelle Datenhaltung IM DATACENTER

Virtualisierung von Datenbankmanagementsystemen (Teil 1)

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Erhöhung der Verfügbarkeit durch virtuelle Instanzen

Neben der Konsolidierung ist auch die Erhöhung der Verfügbarkeit ein Argument, das für die Virtualisierung von Servern spricht. Erreicht wird dies durch die Migration von virtuellen Maschinen auf einen anderen Host im laufenden Betrieb. Als Folge dieser Migration ermöglichen die Systeme Wartungsarbeiten, ohne den Serverdienst temporär beenden zu müssen. Durch die softwarebasierten Konfigurationseinstellungen lassen sich Datenbanksysteme außerdem leichter an die Anforderungen anpassen und besser optimieren. Desweiteren ist ein paralleler Betrieb mehrerer Versionen eines Datenbankmanagementsystems auf einer Hardware möglich. Auch für die Zwecke der Softwareentwicklung, dem Prototyping und Test sind virtuelle Umgebungen unschlagbar.

Diese Vorteile sprechen also für die Virtualisierung von Datenbankmanagementsystemen. Dennoch stellen Datenbankmanagementsysteme besondere Anforderungen an virtuelle Umgebungen, denn beim produktiven Einsatz von Datenbanken sind die Aspekte der Performanz und Skalierbarkeit von entscheidender Bedeutung. Die gilt insbesondere dann, wenn die Datenbank-Applikation eine große Anzahl an CPUs erfordert, die ihr in der virtuellen Hülle aber nicht zur Verfügung stehen. Aus diesem Grund werden die Datenbanksysteme im Vorfeld für ein oder mehrere Betriebssystem-Versionen zertifiziert. Bei VMware beispielweise gilt es darauf zu achten, dass das zu verwendende Betriebssystem als unterstütztes Gast-Betriebssystem aufgeführt ist. VMware unterstützt derzeit unter anderem die folgenden Systeme: Microsoft Server 2000, 2003, 2008, Sun Solaris(x86), RedHat und Novell SUSE Linux.

Konsolidierung von Datenbankmanagementsystemen

Eine prinzipielle Frage beim Einsatz von Datenbankmanagementsystemen in virtuellen Umgebungen betrifft die Konsolidierung mehrerer bestehender Datenbankmanagementsysteme und deren nachgeschalteten Datenbanken. Datenbankmanagementsysteme (DBMS) sind bekanntlich in der Lage, mehrere Datenbanken (DB) zu verwalten. Um nun mehrere bestehende Datenbanksysteme zu konsolidieren, könnte man all diese Datenbanken unter ein DBMS stellen und diese auf einem physischen Host betreiben. Durch die Zusammenfassung vieler DBs in ein DBMS ist dann sicherzustellen, dass das DBMS den Server auslastet. Die Virtualisierung würde sich dann erübrigen.

Ein alternatives Modell liegt darin, das bestehende DBMS zusammen mit den DBs jeweils in eine eigene virtuelle Maschine zu packen. Der Migrationsaufwand ist hierbei wohl geringer und wird durch die Migrationstools (P2V) der Hersteller unterstützt. Im Kontext des SQL-Server beispielweise wird der Einsatz von mehreren Datenbanken je Instanz für einige Szenarien durchaus angeraten. Ab wann eine neue SQL-Server-Instanz sinnvoll ist, wird häufig durch die Rechtestrukturen auf der administrativen Seite entschieden. Bei hohen Transaktionsraten oder komplexen Datawarehouse-Applikationen ist ferner zu beachten, dass alle Datenbanken einer Instanz nur eine gemeinsame temporäre Datenbank haben, die dann schon einmal zum Engpass werden kann. In diesem Fall ist die Einrichtung einer weiteren SQL-Server-Instanz wohl die bessere Lösung.

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