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Auf diesen Host werden anschließend alle kritischen VMs wie zum Beispiel Domain-Controller und DNS-Server sowie (falls erforderlich) auch IPM migriert, wohingegen unkritische VMs kontrolliert heruntergefahren werden. Um eine automatische Verteilung der kritischen VMs auf die übrigen Server zu verhindern, wird der DRS (Distributed Resource Scheduler), der im Normalbetrieb für eine optimale, kapazitätsadäquate Verteilung der VMs auf die Server sorgt, in den Manual Mode versetzt.
Die Stütze für virtuelle Maschinen
Sind die Migrations- und Shutdown-Prozesse der VMs abgeschlossen, folgt das Herunterfahren der nicht mehr benötigten Server. Durch diesen Lastabwurf erhöht sich die verbleibende USV-Stützzeit für die kritischen Anwendungen. Am Ende befinden sich die zentrale VM-Management-Plattform (wie zum Beispiel „VMware vCenter“ / „vRealize“, „Citrix Xen Center“), die IPM-Software sowie alle kritischen VM-Instanzen auf einem einzigen physikalischen Server.

Würde an dieser Stelle nun ein einfacher Befehl zum Herunterfahren des Servers erfolgen, könnten die auf dem Host befindlichen VMs nun allerdings noch immer beschädigt werden. Damit wäre ein zentrales Ziel des Prozesses verfehlt.
Die Infrastructure-Shutdown-Funktion von Eaton IPM hält indessen auch hierfür eine Lösung bereit: Sie ist in der Lage, vor dem Shutdown des physikalischen Servers die Verknüpfung im HA-Modus innerhalb des VM-Managements aufzuheben. Dadurch kann zunächst der Betrieb aller verbleibenden VMs kontrolliert beendet werden. Anschließend wird die VM-Management-Plattform und zum Schluss dann auch der physikalische Server selbst heruntergefahren.
Ab jenem Zeitpunkt, an dem sich eine langfristige Unterbrechung der Netzstromversorgung beziehungsweise eine dauerhafte Netzstörung abzeichnet, sorgt IPM also dafür, dass alle virtuellen Instanzen eines Rechenzentrums systematisch entlang ihrer hierarchischen Struktur außer Betrieb genommen werden. Die qua USV-Stützzeit verfügbaren Spielräume werden dabei übrigens optimal ausgenutzt: Die Software ermittelt den Maximalzeitraum, der innerhalb des Gesamtprozesses für jeden einzelnen Shutdown-Vorgang zur Verfügung steht, und schöpft diesen vollumfänglich aus. Auf diese Weise wird ein möglichst schonendes Herunterfahren aller virtuellen Maschinen und Server realisiert.
Der Neustart nach behobener Störung
Genauso wichtig wie ein geregelter Shutdown ist nun allerdings ein geordneter Reboot von VMs und Hosts. Auch dieses Wiederhochfahren muss so durchgeführt werden, dass die Konsistenz aller Systeme erhalten bleibt.
Die neue Version von Eaton IPM bietet hierfür eine Reboot-Funktion, die auch diesen Vorgang automatisch steuert: Ist die Stromversorgung wiederhergestellt, also: die Netzstörung behoben, erfolgt zunächst ein Neustart aller Server. Anschließend werden die kritischen VMs und darauffolgend die Daten-Management-Plattform sowie IPM selbst neu gestartet.
Dieser grundlegende Reboot-Vorgang nimmt insgesamt etwa 15 bis 30 Minuten in Anspruch. Sobald er abgeschlossen ist, versetzen die Software HA und DRS vom manuellen in den automatischen Modus zurück, und die kritischen VMs migrieren wieder auf verschiedene Server. Mit dem Neustart und der kapazitätsadäquaten Distribution der unkritischen VMs wird der Wiederherstellungsvorgang abgeschlossen, und alle virtuellen Instanzen sind wieder in Betrieb.
Mit Management-Tools wie Eaton IPM können Rechenzentrumsbetreiber, welche die Möglichkeiten der Virtualisierung nutzen, somit letztlich sowohl Blackouts als auch Netzstörungen gelassen entgegensehen. Müssen die virtuellen Instanzen aus Sicherheitsgründen heruntergefahren werden, ist gewährleistet, dass der Shutdown wie auch der spätere Neustart geordnet und streng in Einklang mit der internen Hierarchie der Virtualisierungsstruktur erfolgen. Schäden durch unkontrollierte Shutdown-Prozesse sind damit gleichermaßen ausgeschlossen wie inkonsistente Reboots.
* Harald Trapp ist Software Connectivity Engineer bei der Eaton Electric GmbH.
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