Shutdown und Neustart virtueller Maschinen

So sehen Admins Störungen im Netz gelassen entgegen

| Autor / Redakteur: Harald Trapp* / Ulrike Ostler

Nichts geht mehr: Ein geregelter Shutdown im Rechenzentrum ist manchmal notwendig; virtuelle Maschinen sind jedoch eine Herausforderung.
Nichts geht mehr: Ein geregelter Shutdown im Rechenzentrum ist manchmal notwendig; virtuelle Maschinen sind jedoch eine Herausforderung. (Bild: © hykoe - Fotolia)

Um kurzfristige Stromausfälle und Netzschwankungen abfedern zu können, setzen heute alle Rechenzentren auf Systeme zur unterbrechungsfreien Stromversorgung (USV). Bei langfristigen Störungen führt allerdings kein Weg daran vorbei, die USV-Stützzeit für einen geregelten Shutdown der IT-Infrastrukturen zu nutzen – ein anspruchsvolles Unterfangen, bis jetzt, so Eaton.

Es ist durchaus anspruchsvoll bei einem geregelten Shutdown auch Virtuelle Maschinen kontrolliert und schonend herunterzufahren. Das lässt sich nur mit Hilfe spezieller Management-Systeme bewältigen. Software wie „Eaton IPM“ beinhaltet alle benötigten Funktionen und ermöglicht neben einem geordneten Herunterfahren auch einen hierarchiekonformen Neustart.

Die empfindlichen IT-Infrastrukturen vor Stromausfällen und deren Folgen zu schützen, zählt zum A und O des Rechenzentrumsbetriebs. Kurzfristige Blackouts oder Netzschwankungen, aber auch Störfaktoren wie Frequenzabweichungen oder harmonische Oberwellen werden heute zumeist durch leistungsstarke Online-USV-Systeme kompensiert. Sie versorgen die Server mit sauberem Sinusstrom und können – je nach Auslegung des Batteriepuffers – den Rechnerbetrieb zum Teil über mehrere Stunden hinweg aus eigener Kraft aufrechterhalten.

Zeichnet sich indessen ab, dass die Dauer eines Stromausfalls oder einer Netzstörung die USV-Stützzeit überschreitet, ist ein Shutdown der IT unvermeidlich. Die verfügbare Stützzeit muss dann für ein geordnetes Herunterfahren der Server und Anwendungen genutzt werden.

Shutdown virtueller Maschinen ist eine besondere Herausforderung

Eine besondere Herausforderung stellt in diesem Zusammenhang der Shutdown virtueller Maschinen (VMs) dar. Solche Maschinen spielen in modernen Rechenzentren eine immer wichtigere Rolle, da sie durch optimales Ausnutzen der Server-Kapazitäten und die flexible Bereitstellung von Rechenleistung die Datacenter-Effizienz massiv erhöhen. Sie können jedoch sehr schnell schweren Schaden nehmen, wenn ihr Betrieb einfach unkontrolliert durch einen Shutdown des physikalischen Servers abgebrochen wird.

Bei langfristigen Netzstörungen oder Blackouts muss deshalb innerhalb der verfügbaren USV-Stützzeit ein VM-Shutdown realisiert werden, der zum einen vor dem Shutdown des physikalischen Hosts erfolgt und zum anderen die betriebliche Hierarchie der VMs berücksichtigt. Manuell ist ein solcher Shutdown unmöglich zu bewerkstelligen, da die Virtualisierungsstruktur zu komplex und die verfügbare Stützzeit begrenzt ist. Umsetzen lässt sich der beschriebene Shutdown daher nur mit Management-Systemen, die den Prozess des Herunterfahrens automatisch regeln.

Ein Beispiel für solche Systeme ist die Monitoring-Software Intelligent Power Manager von Eaton (IPM), die unter anderem für VMware zertifiziert ist. Ursprünglich als Steuerungs-Tool zur Verwaltung von USV-Anlagen und intelligenten Stromverteilerleisten (ePDUs) entwickelt, war sie bis vor kurzem bereits in der Lage, virtuelle Maschinen von einem Server, der von Stromausfall betroffen ist, auf einen anderen im Netz verfügbaren Server zu verlagern.

Ursprünglich für Stromverteiler entwickelt

In ihrer neuesten Version beinhaltet sie darüber hinaus (IPM 1.52) aber auch eine komplette Infrastructure-Shutdown-Funktion für virtuelle Umgebungen. Mit Hilfe dieser Funktion lassen sich alle Anforderungen an ein geregeltes Herunterfahren der virtuellen Maschinen erfüllen und USV-Stützzeit und VM-Shutdown optimal aufeinander abstimmen.

Erster Schritt des IPM-gesteuerten Infrastructure Shutdowns ist die Differenzierung zwischen kritischen und unkritischen virtuellen Instanzen. IPM identifiziert dabei zunächst sowohl die Management-Plattform, welche die VMs zentral verwaltet, als auch sich selbst als kritische Anwendungen und legt fest, dass der physikalische Host der Management-Plattform als letzter heruntergefahren wird.

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