Rinnen für die Großen, kaltes Wasser für die Kleineren

Schneider Electric mit neuen Kabelrinnen und Kaltwassersätzen

| Redakteur: Ulrike Ostler

Das Kabelrinnen-System von Schneider Electric wartet mit Elementlängen von drei Metern auf und soll einfach zu installieren und leicht zu warten sein.
Das Kabelrinnen-System von Schneider Electric wartet mit Elementlängen von drei Metern auf und soll einfach zu installieren und leicht zu warten sein. (Bild: Schneider Electric)

Viele Anbieter, die Rechenzentrums-Gewerke beziehungsweise Datacenter-Technik bereitstellen, adressieren auch andere Industrien. Und so ist die Hannover Messe für diese schon immer Pflicht. Schneider Electric nutze die diesjährige Veranstaltung in Hannover, um Kaltwassersätze für einen mittleren Leistungsbereich sowie ein Kabelrinnensystem für LWL- und Datenkabelinstallationen im Datacenter vorzustellen.

Kabelrinnensystem für den White-Space-Bereich im Rechenzentrum, soll insbesondere für Co-Locator und Cloud-Rechenzentren interessant sein, da dort zum einen ein ständiger Ausbau und Wechsel stattfindet, zugleich die Portdichte und der Bedarf an Skalierbarkeit zunehmen. Hier haben sich in den vergangenen Jahren Top-of-Rack-Verkabelungssysteme als Alternative zur herkömmlichen strukturierten Verkabelung im Rechenzentrum durchgesetzt.

Das nun vorgestellte Kabelführungssystem aus Kabelrinnen, Kreuzungs-, Reduzier- und Steigelemente sowie Abgänge für hochdichte Datenkabelinfrastrukturen unterstützt Kanalhöhen von 60 und 110 Millimeter. Es ist in den Breiten von 100, 200 oder 300 Millimeter sowie in der Farbe Gelb (RAL1023) erhältlich. Dazu gehören robuste Stahlschienen, die Stützweiten von bis zu drei Metern ohne Durchbiegung ermöglichen.

Zum Kabelrinnensystem gehören etwa Mini-Patchfeldern und passendes Montagezubehör.
Zum Kabelrinnensystem gehören etwa Mini-Patchfeldern und passendes Montagezubehör. (Bild: Schneider Electric)

Abdeckungen und Mini-Patches lassen sich ohne Werkzeugeinsatz klipsen. Offene Konsolen für das Kabel-Management sollen außerdem eine schnelle Kabelanbindung und reduzieren gleichzeitig den Arbeitseinsatz für Installationen, Erweiterungen und Nachrüstungen erlauben.

Ergänzend zum Kabelrinnensystem bietet Schneider Electric ein abgestimmtes Befestigungs- und Montagezubehör an – inklusive einer Auswahl an Wandkonsolen, Deckenbefestigungen und Verschraubungen. Alle Elemente sind auch als digitales BIM-Modell verfügbar (BIM = Building Information Modeling).

Die Klimasysteme Aquaflair TSA und TRA

Die vorgestellten Mid-Range-Baureihe der Klimasysteme „Aquaflair“ von Schneider Electric tragen die Namenszusätze „TSA“ und „TRA“ und bieten eine Kälteleistung bis 400 Kilowatt. Sie sind mit Freikühleinrichtungen und Adiabatikmodul erhältlich. Sie sind laut Hersteller für mittelgroße Rechenzentren mit hohen Anforderungen an Verfügbarkeit und Ausfallsicherheit geeignet.

Die All-In-One-Einheiten der Aquaflair TSA-Serie wartet mit einer Kälteleistung von 120 bis 350 Kilowatt auf. Die Kältemaschinen der TRA-Serie bewirbt der Hersteller als „kostengünstigere Alternative“. Diese sind in Leistungsgrößen von 110 bis 400 Kilowatt erhältlich.

Schneider Electric erweitert sein Sortiment um die Kompaktsysteme "Aquaflair TSA" und "TRA".
Schneider Electric erweitert sein Sortiment um die Kompaktsysteme "Aquaflair TSA" und "TRA". (Bild: Schneider Electric)

Alle TSA/TRA-Modelle werden sowohl als Standardausführung als auch als Freikühlsystem angeboten. Einheiten der TRA-Serie sind außerdem als Kaltwassersätze mit Wärmepumpen verfügbar.

Die Kälteaggregate bieten zudem zahlreiche Redundanzoptionen wie separate Netzeinspeisung, zweifache Stromversorgung und doppelten Kältekreislauf. Jeder Kältekreislauf ist mit zwei bürstenlosen (TSA) bezeihungsweise hermetisch abgeschlossenen (TRA) Scroll-Kompressoren ausgestattet, die parallel im Tandemverbund betrieben werden. Daher kann die Kühlkapazität stufenweise gesteuert und an die tatsächliche Wärmelast angepasst werden.

Bei Leistungsgrößen bis 230 (TSA) beziehungsweise 260 Kilowatt (TRA) werden Microchannel-Kondensatoren aus Aluminium verarbeitet; die leistungsstärkeren Einheiten beider Serien verfügen über Rippenrohrkondensatoren. Modelle der Klasse TSA sind serienmäßig mit elektronischen Expansionsventilen und energiesparenden EC-Ventilatoren erhältlich. Die Kälte-Aggregate der TRA-Serie lassen sich bei Bedarf entsprechend aufrüsten.

Alle TSA- und TRA-Einheiten sind für Betriebsgrenzen von -20 Grad bis +50 Grad ausgelegt, Sonderanfertigungen eignen sich sogar für den Betrieb bis -40 Grad.

Für schallkritische Standorte sind spezielle „Ultra-Quiet“-Ausführungen verfügbar, bei denen die Schallemission geringer ausfällt. Darf im Innenbereich des Rechenzentrums kein Glykol eingesetzt werden, bieten sich die glykolfreien Modelle der TSA- und TRA-Serie an. Bei dieser Option werden lediglich die Kühlkreise der freien Kühlung mit einer Mischung aus Glykol und Wasser befüllt. Der primäre Hydraulikkreislauf wird von diesen Kreisläufen isoliert und mit reinem Wasser betrieben.

Auf Wunsch können die Kaltwassersätze aber auch um Energiespartechnologien wie adiabatische Luftkühlung und „Intelligente Freie Kühlung“ ergänzt werden. Beim Intelligent-Free-Cooling-Modus werden die Luft-/Wasser-Wärmetauscher aller Einheiten über ein dediziertes Rohrleitungssystem miteinander verbunden und das Warmwasser wird durch alle verfügbaren Freikühlregister gepumpt. Auf diese Weise können die Wärmetauscher der aktiven wie auch der inaktiven Einheiten genutzt und die effektive Freikühlleistung erhöht werden; ein Ansatz, der besonders bei Doppelt- oder Mehrfachauslegungen von Relevanz ist.

Weitere Energie-Einsparungen bietet außerdem der gleitende Mischbetrieb. Kann die Freie Kühlung nur noch einen Teil der Wärmelast abbauen, werden im gleitenden Mischbetrieb automatisch die Kompressoren im Teilbetrieb hinzugeschaltet. So lässt sich der Energieverbrauch auch bei gemäßigten Außentemperaturen senken.

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