Der europäische Rechenzentrumsanbieter Nlighten veröffentlicht Bewertungen für die integrierte CO2-freie Energieversorgung, die über die Branchenstandards hinausgehen und die Umweltauswirkungen in Echtzeit messen. Zugleich gibt das Unternehmen für seine Einrichtungen in Deutschland, dem Vereinigten Königreich und Spanien die ersten ICFEn- Scores (ICFE = Integrated Carbon-Free Energy) bekannt.
Die Nlighten-Methodik „Integrated Carbon-Free Energy“ (ICFE) stellt etwa mit stündlichen Abgleichen sicher, dass ein Rechenzentrum tatsächlich mit sauberer Energie versorgt wird und nicht nur über das Jahr gemittelt.
(Bild: Nlighten)
Mit der Bewertungsmethodik ICFEn- Scores geht Nlighten über die traditionellen Branchenstandards hinaus. Voraussetzung ist eine stündliche Erfassung der CO2-freien Energieversorgung, der Wärmerückgewinnung und des Beitrags zur Netzstabilität.
Das ICFEn-Framework wurde in Zusammenarbeit mit der Fondazione Eni Enrico Mattei (FEEM) entwickelt und stellt eine grundlegende Veränderung in der Art und Weise dar, wie Rechenzentren ihre Umweltauswirkungen messen und melden. Im Gegensatz zu konventionellen Messwerten, die sich auf Jahresdurchschnittswerte stützen oder sich ausschließlich auf den Stromverbrauch konzentrieren, bietet ICFEn Echtzeit-Transparenz darüber, wie Anlagen durch Energiewiederverwendung und Sektorkopplung zur Dekarbonisierung beitragen.
ICFEn ist ein ganzheitlicher Ansatz
Ein ICFEn-Wert baut auf dem Konzept der rund um die Uhr verfügbaren CO2-freien Energie auf und umfasst drei wichtige Komponenten: stündlich abgestimmter Strom aus erneuerbaren Energien, Wärmerückgewinnungssysteme und Netzstabilisierung. Dieser umfassende Ansatz erfasst das gesamte ökologische Gesamtbild des Betriebs von Rechenzentren und steht im Einklang mit der EU-Energieeffizienzrichtlinie und Nachhaltigkeitsrahmenwerken wie dem Greenhouse Gas (GHG) Protocol und der Science Based Targets Initiative.
Chad McCarthy, Chief Technology Officer bei Nlighten, hält fest: „Die traditionellen Nachhaltigkeitsmessungen haben sich auf das Stromverbrauchsprofil von Rechenzentren konzentriert, aber ICFEn integriert das Rechenzentrum in ein kommunales Energiesystem, das sowohl den Verbrauch als auch den Beitrag berücksichtigt.“
Chad McCarthy ist der CTO von Nlighten; er hält fest: „ICFEn integriert das Rechenzentrum in ein kommunales Energiesystem...“
(Bild: Nlighten)
Durch die Berücksichtigung der Wärmerückgewinnung und der Echtzeit-Anpassung erneuerbarer Energien biete Nlighten seinen Kunden und Stakeholdern Transparenz hinsichtlich unserer tatsächlichen Umweltauswirkungen, und zwar stundenweise und nicht nur als Jahresdurchschnitt.
Die Einrichtungen von Nlighten in Deutschland, dem Vereinigten Königreich und Spanien haben bereits durch strategische Investitionen in Verträge zum Kauf von erneuerbarer Energie und innovative Wärmerückgewinnungsprogramme hohe ICFEn-Werte erzielt. Die Rechenzentren des Unternehmens in Deutschland erreichten einen ICFEn-Wert von 93,14 Prozent und lagen damit deutlich über dem regionalen CFE-Netzdurchschnitt von 62,33 Prozent.
Der Energiemix
Das Unternehmen erreicht eine stündliche Anpassung der erneuerbaren Energien, indem es Anlagen für erneuerbare Energien in sein Portfolio integriert und deren Produktion in Echtzeit dem Betrieb der Rechenzentren zuweist. Dadurch wird sichergestellt, dass die Rechenzentren mit sauberer Energie versorgt werden, wenn diese tatsächlich genutzt wird, so dass die Integrität auch in Regionen mit weniger günstigen Netzmixen gewährleistet ist.
CFE treibt die Dekarbonisierung in Echtzeit voran und steht im Einklang mit neuen Vorschriften und den Anforderungen der Technologiebranche. Aber Strom ist nur ein Teil des Bildes.
(Bild: Nlighten)
Francesco Marasco, VP Energy Operations and Sustainability bei Nlighten, führt aus: „Wir messen nicht nur den Verbrauch erneuerbarer Energien, sondern quantifizieren vielmehr die Umweltverbesserung durch nachhaltige Projekte, für die wir die Berechnungsmethode transparent offenlegen.“
Auch andere können das Framework nutzen
Darüber hinaus ermögliche die ICFEn-Methodik, messbare, systemweite Vorteile aufzuzeigen, die zu einer Verringerung der Emissionen in der Gemeinde führten. Doch das Framework ist nicht nur für Nlighten und seine Kunden gedacht, So sagt Marasco: „Wir ermutigen andere Betreiber aktiv, dieses Rahmenwerk zu übernehmen, da die Sensibilisierung für Rechenzentren allen zugute kommt.“
Um einen Wandel in der gesamten Branche voranzutreiben, hat Nlighten die ICFEn-Methodik unter einer Creative-Commons-Lizenz veröffentlicht, so dass sie anderen Betreibern frei zur Verfügung steht. Der Zeitpunkt ist besonders relevant, da das GHG-Protokoll sich in Richtung einer stündlichen Berichterstattung über erneuerbare Energien entwickelt.
Nlighten selbst plant die Einführung der ICFEn-Berichterstattung an allen seinen europäischen Standorten, wobei die Überprüfung der stündlichen Energie- und Wärmerückgewinnungsdaten durch Dritte als wichtiger nächster Schritt zur Gewährleistung einer unabhängigen Validierung geplant ist.
Stand: 08.12.2025
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