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Die Bausparkasse profitiert von hoher Taktfrequenz der Hybridrechner

Neue IBM-Mainframes senken bei Schwäbisch-Hall die Gesamtkosten

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IBM bestraft die treuesten Mainframe-Kunden

Die bestehenden Kernanwendungen werden immer komplexer, so auch bei der BSH, die vor allem regulatorische Maßnahmen wie die Basel-Bestimmungen in der Software abbilden muss. Das führt zu höherem Rechenbedarf, obwohl sich das Geschäft kaum geändert, sprich ausgeweitet hat. Das geforderte Plus an Rechenleistung gleichen die schnelleren modernen CPUs leicht – kostenneutral – aus, aber die Lizenzgebühren steigen trotzdem, weil sie sich am Kapazitätswachstum der Anwendung orientieren und die sogenannte „Technologie-Dividende“ im Softwarebereich nur einen Teil dieses Effektes kompensieren kann.

So steigen die Softwarekosten, selbst wenn das Business stabil verläuft. Nicht nur Lichtenberg und sein IT-Team wünschen sich eine Anpassung seitens der IBM. „Andere Softwarelieferanten bieten eine Flatrate an, die sich an einer bestimmten Kennzahl – etwa Anzahl der Mitarbeiter oder Kunden – orientiert“, beschreibt IT-Manager Neumann, was er sich auch von der IBM wünscht.

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Weil sich Big Blue aber seit Jahren solchen Forderungen verschließt, versuchen viele Anwender, Teile vom Großrechner auf kostengünstigere Architekturen zu verlagern. Wer das nicht kann, muss tief in die Tasche greifen.

IBM selbst scheint mit dem Angebot eines Hybrid-Rechners wie dem z196 den Trend zur Auslagerung von Programmen zu unterstützen. Allerdings besteht derzeit nur die Möglichkeit der gemeinsamen Verwaltung von Mainframe- und Blade-Rechnern, die in einem extra Chassis untergebracht und per Fibre-Channel mit dem Großrechner verbunden sind.

Die BSH nutzt das Angebot der zBX-Erweiterungseinheit derzeit nicht. Stattdessen setzen Lichtenberg und sein IT-Team bei ihrer dreistufigen Architektur aus Kostengründen auf herkömmliche Blade-Center von Hewlett-Packard. Auch die Möglichkeit, Linux native auf dem Mainframe ablaufen zu lassen, wird diskutiert, momentan aber noch nicht praktisch genutzt.

Aber auch die Bausparkasse hat bereits Arbeitslasten vom Mainframe abgezogen. So läuft etwa die Workflow-Steuerung oder die Druckaufbereitung der Massenkorrespondenz über Thin-Clients und HP-Blades. Die Backend-Verarbeitung mit den Datenbanken und der Batchverarbeitung bleibt bei den beiden Rechenboliden.

BSH setzt schon lange auf Nachhaltigkeit

Als IBM die neuen Hybrid-Großrechner im vergangenen Jahr präsentierte, wurde auch ein Augenmerk auf die Energieeffizienz der neuen Rechnergattung gelegt. Big Blue verspricht, dass die neuen Systeme bei gleicher Energieaufnahme um bis zu 60 Prozent mehr Rechenleistung erbringen als die Vorgängergeneration z10. Als Zeichen der ökologischen Ausrichtung der z196-Serie versprach IBM für jede in 2010 erteilte Bestellung einen Baum auf dem Kundengelände zu pflanzen. Werbewirksam setzte die neue IBM-Deutschlandchefin Martina Koederitz bei der BSH im September das Versprechen in die Tat um.

Für IT-Vorstand Lichtenberg passt das gut zur hauseigenen Politik der Energieeffizienz und Nachhaltigkeit. So wurden Zug um Zug die unterschiedlichen Gebäude auf dem Firmengelände „energetisch nach neuestem Stand der Technik ausgestattet“: Bewegungssensoren steuern die Innenbeleuchtung, Brauchwasser spült die Toiletten, die Hausdächer sind begrünt. Den Energiebedarf deckt Lichtenberg mit Ökostrom, auch wenn der etwas teurer ist: „Die Nachhaltigkeit passt gut zu unserem Geschäftsmodell, wir finanzieren ja Wohneigentum und keine Sylvester-Raketen.“

Fazit: Viele Vorteile trotz der Lizenzmisere

Sehr zufrieden sind die BSH-Manager über die Leistungsfähigkeit der neuen Hybrid-Mainframes. Insbesondere die Uniprozessorleistung reduziert Transaktionszeiten um zirka 20 Prozent gegenüber dem Vormodell, die Batch-Laufzeiten verringerten sich um 50 Prozent. „Je CPU-intensiver die Anwendung, desto höher die Zeitersparnis“, hat IT-Abteilungsleiter Neumann festgestellt und führt das auf die hohe Taktrate von 5,2 Gigahertz im Vergleich zu den 1,6 GHz der z-9-Prozessoren zurück. Insbesondere die hohe Uniprozessorleistung wird dazu führen, dass die Schwäbisch-Hall später als geplant werde nachrüsten müssen.

Bei der Stromaufnahme der neuen Rechner sieht er einen reduzierten Energiebedarf bezogen auf die Mips-Leistung. Wenn in drei Jahren die neuen Hybridrechner voll ausgebaut sein werden, „dann kommt die Energieeffizienz erst so richtig zum Tragen“, glaubt Neumann.

Allerdings drückt die IT-Abteilung schon seit 2007 den Stromverbrauch der Systeme, hauptsächlich durch Virtualisierung und Konsolidierung. Von damals bis jetzt verringerte sich der Stromverbrauch um 10 Prozent. Die neuen Mainframes werden ihn weiter sinken lassen, da sind sich die BSH-Manager sicher.

*Kriemhilde Klippstätter ist freie Autorin, Coach und Mediatorin in München.

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