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IT-Pannen lassen sich verhindern Knowledgeriver tritt mit Predictive Analytics IT-Ausfällen entgegen

Autor: Ulrike Ostler

Den ersten großen Messeauftritt hatte Knowledgeriver, ein Startup aus dem Frankfurter Raum, mit seiner Voraussage von Ausfällen in IT-Services, im vergangenen Herbst, auf der IT-SA. Mithilfe ihrer Tools für Predictive Analytics sollen Unternehmen sowohl Fehler in IT-Systemen entdecken, noch bevor sie Schäden verursachen, als auch im Datacenter.

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Knowledgeriver will wissen, bevor IT- beziehungsweise Datacenter-Probleme auftreten, wohin der Datenfluss die IT steuert.
Knowledgeriver will wissen, bevor IT- beziehungsweise Datacenter-Probleme auftreten, wohin der Datenfluss die IT steuert.
(Bild: Alex Hu auf Pixabay)

Im Straßenverkehr gilt vorausschauendes Fahren als Selbstverständlichkeit. „Das sollte in der IT genauso sein“, findet Sven Bittlingmayer, CEO von Knowledgeriver, IT-Beratungshaus mit Sitz in Mainz, das sich auf „Predictive Analytics“ spezialisiert hat. Wo Fehler sich vermeiden ließen, grenze es an Fahrlässigkeit, die zur Verfügung stehenden technischen Mittel nicht auszuschöpfen.

Ausfälle von Rechenzentren kommen vergleichsweise selten vor, kommen aber dafür teuer.
Ausfälle von Rechenzentren kommen vergleichsweise selten vor, kommen aber dafür teuer.
(Bild: Knowledgeriver)

Doch das scheint genau der Fall zu sein, wie zahllose Beispiele über IT-Ausfälle belegen. Das 2006 gegründete Unternehmen Knowledgeriver ist in erster Linie ein Beratungsunternehmen. Doch, so ist auf der Website des Start-Up zu lesen, hätten Hunderte von Projekten gezeigt, das mit den bisherigen Tools nicht weiterzukommen sei, etwa weil die Herstellerunabhängigkeit fehle und die Tools nur fragmentierte IT- beziehungsweise Datacenter erreichen.

Knowledgeriver will mit seinen Tools alle Ebenen der Datacenter-IT einbeziehen, während jetzige Tools sich auf Teilbereiche konzentrieren.
Knowledgeriver will mit seinen Tools alle Ebenen der Datacenter-IT einbeziehen, während jetzige Tools sich auf Teilbereiche konzentrieren.
(Bild: Knowledgeriver)

Der Ausgangspunkt eine hersteller- und systemübergreifende Analysesoftware war, um pro-aktiv Fehlkonfigurationen und Interoperabilitätsprobleme aufzudecken. Um Vorfälle in Rechenzentren zu vermeiden, wurden die Eigenschaften dieser Methode auf die Analyse ganzer IT-Services ausgeweitet.

Dabei ist klar, dass es bereits viele Datenquellen in den Kundenunternehmen gibt, die jedoch angezapft gehören, so dass sie sich analysieren und interpretieren lassen. Bittlinghaus sagt: „Wir fahren ja im Prinzip vorausschauend. Auf einer breiten Datenbasis, die in jedem Rechenzentrum vorhanden ist, kalkulieren wir Risiken und versuchen, möglichst genau so genannte 'Incidents' vorauszusehen.“

„Incidents“, das sind unerwünschte Zwischenfälle in einem Rechenzentrum, die im schlimmsten Fall geschäftskritische Bereiche der IT-Infrastruktur lahmlegen können. Dann ist der Online-Shop nicht mehr erreichbar oder, was beinahe schlimmer ist, die Funktionalitäten im Hintergrund – Zahlungsabwicklung, Bestandsaktualisierung, Versand – fallen aus.

Die Services von Knowledgeriver auf einen Blick.
Die Services von Knowledgeriver auf einen Blick.
(Bild: Knowledgeriver)

Das sind Incidents, die in der Regel recht schnell bemerkt werden. „In einem Rechenzentrum kann viel mehr ausfallen, von dem der Endkunde gar nichts mitbekommt“, so Bittlingmayer. Und dann könne es auch mal richtig kritisch werden. „Denken Sie beispielsweise an Banken- und Börsensysteme, die gesamte Telekommunikation oder Cloud-Services in Unternehmen.“ Hier komme es auf Stabilität an, auf zuverlässige Leistung und Kosteneffizienz.

Und so beschränkt sich der Einsatz der „Predictive Analytics“ nicht nur auf Rechenzentren, sondern betrifft jedes Unternehmen, das auf eine verlässliche IT-Infrastruktur angewiesen ist. Leistungseinbrüche, Datenverlust, Ausfallzeiten oder blockierte Zugriffe kosten Zeit – und Geld. Oder gefährden gar die Sicherheit, etwa bei Verkehrsleitsystemen.

„Wir nutzen die im laufenden Betrieb entstehenden Daten, also Konfigurationsdaten aller Geräte, Monitoring-Daten, Log-Files und Informationen über die Performance und werten diese mittels unserer Software aus“, so der Firmenchef. Dann erfolgt ein Abgleich mit den Daten eines ´gesunden` Systems. Fallen Abweichungen in einzelnen Bereichen auf, kann eingegriffen werden, bevor es zu Ausfällen kommt.

„Wir möchten einfach keine Nachrichten mehr hören über ausgefallene Systeme, darüber dass gerade jetzt kein Online-Banking möglich ist oder die Gepäckabfertigung am Flughafen steht, das ist unnötig und vermeidbar“, fasst Bittlingmayer die Motivation von Knowledgeriver zusammen.

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Über den Autor

 Ulrike Ostler

Ulrike Ostler

Chefredakteurin DataCenter-Insider, DataCenter-Insider