Wer hat Angst vor Künstlicher Intelligenz?

KI-Experte Arago befragt Admins und breitet sich aus

| Redakteur: Ulrike Ostler

Im Winter des vergangenen Jahres ließ die Arago GmbH über die Plattform Spiceworks IT-Mitarbeiter zum Einsatz Künstlicher Intelligenz (KI) befragen. Das Ergebnis: Die meisten sind zufriedener mit KI, aber es gilt auch Mythen und Missverständnisse zu bekämpfen.
Im Winter des vergangenen Jahres ließ die Arago GmbH über die Plattform Spiceworks IT-Mitarbeiter zum Einsatz Künstlicher Intelligenz (KI) befragen. Das Ergebnis: Die meisten sind zufriedener mit KI, aber es gilt auch Mythen und Missverständnisse zu bekämpfen. (Bild: Arago AG/Spiceworks)

Künstliche Intelligenz (KI) und Automatisierung sind ein Angstmacher-Pärchen, auch unter ITlern. Denn zu viel davon könnte bedeuten, dass den eigenen Job der Kollege Computer übernimmt. Die Arago AG, 1995 gegründet, beschäftigt sich mit beidem. Ihre Software soll komplexe IT-Systeme steuern, automatisch Fehler finden und beheben, Arbeit von Administratoren.

Verlieren IT-Administratoren durch den Einsatz von Artificial Intelligence (AI) ihren Job? Die Arago AG ging dieser Frage nach, schließlich ist beschäftigt sich das Unternehmen seit mehr als 20 Jahren mit KI; denn in den eigen-entwickelten Administrations-Software „Hiro“ (Human Intelligence Robotically Optimized) steckt seit jeher Künstliche Intelligenz.

Die selbstlernende Plattform automatisiert den kompletten IT-Stack, selbst Individual-Programme. Die Software kann Trouble-Tickets selbsttätig bearbeiten und lösen, und IT-Systeme auf diversen Ebenen überwachen. Das Ganze zielt auf eine signifikante Minderung der Betriebskosten während sich zugleich Geschwindigkeit und Flexibilität steigern lassen.

Finanzielles Aufpolstern

Das Unternehmen wurde von dem IT-Experten Chris Boos und seinem Onkel Bernhard Walther, dem ehemaligen Chef des Dresdner-Bank-Vermögensverwalters „dit“, gegründet. Sie setzt im Jahr etwa einen zweistelligen Millionenbetrag um.

Im Jahr 2014 erhielt das Unternehmen eine kräftige Finanzspritze, denn in dem Jahr stieg der US-Finanzinvestor KKR ist auf der Suche nach kleinen wachstumsstarken Unternehmen mit einem Minderheitsanteil in das Frankfurt Unternehmen ein. Nach Informationen aus Finanzkreisen sollen er 50 bis 60 Millionen Dollar gewesen sein, um die Firma weltweit ins Geschäft zu bringen.

In der vergangenen Woche gab das Unternehmen bekannt, dass es bereits zum 1. Oktober Alfred Ermer, Berater und Technologie-Manager mit internationaler Erfahrung etwa bei CSC und HP Enterprise Services, als Chief Operating Officer (COO) eingesetzt hat. Er soll die Geschäftsentwicklung und globale Expansion des Unternehmens weiter ausbauen. Boos, ein profilierter Algorithmus-Experte und Vorreiter auf dem Gebiet der KI, konzentriert sich auf die Produktentwicklung, Forschung und Strategie.

Neue Strukturen

Nach einer Übergangszeit übernimmt Interims-COO Markus Leven die neu geschaffene Position des Personalvorstands (CHRO). In seiner neuen Rolle verantwortet er die globale HR, Interne IT und Employee Services. Unternehmensgründer Boos sagt dazu: „Die Position des Personalvorstands ist neu bei Arago und unterstreicht die wichtigste Komponente erfolgreicher Tech-Unternehmen – das ist ohne Zweifel Talent. Da die Anzahl unserer Mitarbeiter an den Standorten Deutschland, USA und Großbritannien schnell wächst, ist Markus genau die richtige Person, um weltweit unser Recruiting und unsere Personalentwicklung zu professionalisieren.“

Doch expandieren lässt sich nur, wenn die Zielgruppe der KI-basierten Automatisierung diese auch anwenden will. Im Oktober 2015 hatte das Unternehmen eine Befragung über die Spiceworks-Community initiiert.

194 IT-beschäftigte aus den USA antworteten. Laut Arago zeigen die Ergebnisse, dass sie die Chancen intelligenter IT-Automatisierung deutlich höher einschätzen als die Risiken, die dadurch für ihre aktuellen Tätigkeiten entstehen könnten (siehe: Bildergalerie).

  • 93 Prozent der Befragten glauben nicht, dass intelligente IT-Automatisierung ihre Jobs gefährdet.
  • 85 Prozent berichten, dass intellektuell anspruchsvolle Aufgaben mit entsprechender Lernkurve für die eigene Jobzufriedenheit am wichtigsten sind.

Diesen können sie aktuell aber gar nicht nachgehen, denn sie sind einen Großteil ihrer Zeit mit Routinen wie der Dokumentation und der Verfolgung von Tickets oder Wartungsaufgaben beschäftigt. Kein Wunder also, dass sie erhoffen von diesen Aufgaben befreit zu werden, um so die eigene Produktivität und die Systemeffizienz steigern zu können.

  • 88 Prozent erhoffen oder erfahren gar, dass sie mehr Zeit haben für strategische Aufgaben, deren Wahrnehmung für die Zufriedenheit im Job wichtig ist. Dazu gehören
  • für 72 Prozent Innovation, neue Techniken und Anwendungen
  • für 63 Prozent die Modernisierung bestehender IT

Kein Wunder also, dass fast alle (93 Prozent) nicht glauben oder eingestehen, dass KI ihren Job gefährden könnte. 91 Prozent glauben zudem nicht, dass automatisierte KI-Tools beginnen könnten, alles zu übernehmen.

Neuer Partner

Für den indischen IT-Dienstleister Mphasis ist der Nutzen von Hiro offenbar ersichtlich. Er wird Arago-Partner und kündigt an, gemeinsam „weitreichende Lösungen zur Automatisierung von IT-Prozessen in besonders komplexen Umgebungen“ entwickeln zu wollen.

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