Aus für ISO 50001:2011 Itenos-Rechenzentren setzen auf das Energie-Management-System von Iconag

Autor / Redakteur: Christian Wild / Ulrike Ostler

Eine Gebäudeleittechnik mit integriertem Energie-Management-System (Enms) ist ein Muss für die Rechenzentren der Telekom-Tochter Itenos. Mithilfe der Software „B-Con“ der Iconag Leittechnik aus Idar-Oberstein lassen sich alle technischen Gewerke in den Itenos-Rechenzentren standortübergreifend über ein System managen.

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Innenansicht aus einem der Itenos-Rechenzentren
Innenansicht aus einem der Itenos-Rechenzentren
(Bild: Itenos)

Die Telekom-Tochter Itenos aus Bonn ist an fünf Standorten in Deutschland mit Rechenzentren vertreten. Beim Betrieb dieser Anlagen spielen neben der Betriebssicherheit die Stromkosten eine wichtige Rolle. Seit 2018 nutzt Itenos die Vorteile des in die Gebäudeleittechnik integrierte Energie-Management-Systems B-Con . Das hat die Ausfallsicherheit erhöht und zugleich die Energiekosten gesenkt.

Harald Puhl, Projektleiter bei Iconag Leittechnik, dazu: „In Rechenzentren wird die Gebäude-Automation durch den Einsatz von B-Con, der von uns entwickelten Software für herstellerneutrale Management- und Bedieneinrichtung (MBE) mit integriertem Energie-Management-System, komplettiert.“ Erfahrungen zeigten, dass sich allein durch mehr Transparenz und eine effiziente Betriebsführung der Gebäude-Automation bis zu 40 Prozent Energie einsparen ließen.

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Autor des artikels ist Christian Wild, eschäftsführer Iconag Leittechnik GmbH.
Autor des artikels ist Christian Wild, eschäftsführer Iconag Leittechnik GmbH.
(Bild: Iconag)

Dabei geht es bei Itenos immerhin um eine sechsstellige Zahl an Datenpunkten. Das Enms zeigt Verbräuche und Lastspitzen sowie deren Verursacher in Echtzeit und ermöglicht die Durchführung verschiedener, liegenschaftsübergreifender Analysen und automatisierter Reports in einer Systemumgebung. So lassen sich beispielsweise mehrere Liegenschaften und Anlagen direkt miteinander vergleichen oder über eine Saison witterungsbereinigt bewerten.

Unkomplizierte Migration mithilfe von BACnet

Die in Bezug auf die IT-Sicherheit unkomplizierte Netzwerk-Integration und die Systembedienung über Webbrowser per HTML5 ermöglichen die Einrichtung und den Betrieb der B-Con-Software durch Itenos-Mitarbeiter. Thomas Schreiner, Leiter Operations im Bereich Datacenter bei Itenos, bestätigt: „Die Systemlösung ist einfach zu handhaben und konnte zum allergrößten Teil durch unsere Mitarbeiter eigenständig umgesetzt werden“.

Dabei bildet das Netzwerkprotokoll Building Automation and Control Network (BACnet) die Basis für die hersteller- und standortübergreifende Vernetzung der Anlagentechnik. Schreiner erläutert die Vorteile: „Der Retrofit eines Rechenzentrums im laufenden Betrieb muss sorgsam geplant werden. Mit der erarbeiteten Strategie werden unter anderem die vorhandenen GA-Systeme für BACnet ertüchtigt.“

Dadurch werde ein nahtloses Ablösen des vorhandenen Bestandssystems mit einer deutlichen Verbesserung des Alarm-Managements und Live-Monitoring ermöglicht, inklusive einer Ankopplung an das hausinternes Ticketsystem „Jira“. Schreiner erläutert: „Dank eines vereinheitlichten Kennzeichnungssystems kann die Bezeichnung der Objekte und deren Funktionen direkt aus dem BACnet-Netzwerk ausgelesen und verarbeitet werden, ganz im Sinne des Building Information Management (BIM).“

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Energie-Management mit B-Con

Deutschland will bis zum Jahr 2045 klimaneutral werden, bei gleichzeitiger Halbierung des Primärenergieverbrauchs im Verhältnis zu 2008. Eine Herausforderung für alle Unternehmen, die nun effektiv ihre Energie-Effizienz verbessern müssen. Mit dem B-Con Energie Management System steht laut Hersteller ein System zur Verfügung, das die DIN EN ISO 50001:2018 einfach und netzwerkintegriert umsetzt – für alle Produktionsstandorte und Verwaltungseinheiten.

Nach einer dreijährigen Übergangszeit laufen am 21.8.2021 alle Zertifikate nach der alten ISO 50001:2011 ab. Nicht nur große und energieintensive Unternehmen sind jetzt gefordert. Gerade auch kleine und mittlere Unternehmen, die bisher kein Audit entsprechend dieser Richtlinie durchgeführt haben, können durch eine entsprechende Anpassung ihre Energieeffizienz erheblich verbessern und zugleich von Steuer- und Umlagezahlungen (EEG-Umlage) profitieren.

B-Con soll nach Herstellerangaben einfach zu bedienen sein sowie schnelle Analysen und Korrekturen erlauben, weil sich die Software direkt mit der Gebäudeleittechnik beziehungsweise Management- und Bedieneinrichtung koppeln lässt. Erfassung und Analyse können so einer nachhaltigen Verbesserung und Steuerung der Energieströme und Energieträger dienen.

Nutzer erhalten Auswertungen mit individuellen Energieberichten, basierend auf der herstellerunabhängigen Zusammenfassung aller Messstellen und Zähler in einem Energie Management System bei gleichzeitiger Nutzung der vorhandenen IT-Netzwerke, der Infrastruktur zur Messwerterfassung und Enms-Zugriff (per Browser) und der Einbeziehung aller relevanter Informationen, inklusive Witterungsbereinigung und Benchmarking verschiedener Standorte. Das Energie-Managementsystem zeigt Verbrauch und Lastspitzen sowie deren Verursacher in Echtzeit und ermöglicht die Durchführung verschiedener, liegenschaftsübergreifender Analysen und automatisierter Reports in einer Systemumgebung.

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